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Der Israelit · 1904-06-30 · Heft 52 (30.6.1904) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 52 (30.6.1904)
Date
1904-06-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1090 . Soweit der .Vorwärts*, mit dem der .Israelit* im Hinblick auf so .manchen Glaubensgenossen* gerne Hand in Hand geht. Zweifelsohne berührt das Berliner Blatt hier eine wunde Stelle in unserem öffentlich jüdischen Leben, deren Heilung wir schon oft und nach besten Kräften versucht. Wie wir das in Hinsicht auf die jüdischen Lehrer und ihre Reliktenversorgung gethan, bezeugt unser Leitartikel in Nr. 52 vom Montag, den 30. Juni 1902. „Testatoren und Lehrerstand," wo wir denen in's Gewissen geredet, die in protzenhaftem Dünkel Tausende lieber „zu Mirbach" (wie der „Vorwärts* sagt) und anderen tragen, als einen Pfennig zur Besserstellung unserer Lehrer beizusteuern. Wir verweisen auf jenen Leiter, der auch dem „Vorwärts" überzeugen mag, daß wir durchaus nicht blind sipd gegen die Schäden im eigenen Lager und uns kein Blatt vor den Mund nehmen, wenn es gilt, sie abzustellen. Wir nehmen nach alkjüdischem Aussprüche „die Wahrheit an von Jedem, der sie sagen mag.* Berlin. Privatdozent Dr. Albert Frankel, der langjährige Direktor der inneren Abtheilung am Ürban-Krankenhaus, hat nach fünfundzwanzigjähriger Thätigkeit an der Universität Berlin seine Privatdozentur niedergelegt. Dieser Entschluß hat in allen Kreisen der Berliner Aerzteschaft und weit über die Grenzen der Reichshauptstadt hinaus großes Aufsehen erregt. Dr. Albert Fränkel gehört anerkanntermaßen zu den ausgezeichnetsten klinischen Forschern Deutschlands und gilt als einer der begabtesten Schüler Ludwig Traubes. dessen gesammelte Werke er auch herausgegeben hat. Die Gründe, die Dr. Fränkel veranlaßt haben, seinen Entschluß zur Ausführung zu bringen, liegen, so sagt das „B. T.", für jeden offen zu Tage, der nur einigermaßen mit den Verwaltungsgepflogenheiten im preußischen Kultusministerium vertraut ist. Die Zustände haben dort in der Medizinalverwaltung nachgerade eine die größten Bedenken erregende Gestalt angenommen. In Halle schließt ein Dozent die Universitätspoliklinik und verzichtet auf sein akademisches Lehramt; in Berlin giebt ein hervorragender Kliniker und wegen seiner Lehrtüchtigkeit hochgeschätzter Privatdozent seine akademische Thätigkeit auf. Das sind Thatsachen, die doch wohl zu denken geben. Odex setzt sich Herr Althoff auch über diese Dinge mit Leichtigkeit hinweg? Berlin, 26. Juni. Einer unserer tüchtigsten Beamten der jüdischen Gemeinde, Herr Jacob Rosenberg, feiert am 1. Juli sein 25-jähriges Amtsjubilaum. Im Jahre 1842 in Danzig geboren, trat er im Alter von 16 Jahren in das dortige Waaren-Erport-Geschäft. Samuel S. Hirsch, als Lehrling ein. Nach beendeter Lehrzeit arbeitete er drei Jahre als Buchhalter bei dem Spediteur der Ostbahn, Moritz Jacobsohn in Bromberg. Dann wurde er Soldat. Während seiner Militarzeit hatte er oft Gelegenheit, bet Zahlmeistern Mtig zu sein. Er bewies dabei eine so große Umsicht, daß er während des Krieges 1870/71 als Calculator bei der Intendantur des dritten Armeecorps angestellt wurde. Im November 1872 erhielt er eine Stelle als Buchhalter an der hiesigen Stadthauptkasse. Dort lernte ihn der Geheime Commerzienrath Meyer Magnus kennen. Auf Empfehlung des Stadtraths Runge wurde er am 1. Juli 1879 zum ersten Kassenassistenten der jüdischen Gemeinde gewählt, später erhielt er seine lebenslängliche Anstellung. Möge dem braven Manne ein froher und glücklicher Lebensabend beschieden sein. E. R. Frankfurt a. M. (Verein zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit ncr> rar). Don dem Wunsche geleitet, die Zahl der am Sabbat geschloffen haltenden Geschäfte nach Möglichkeit zu mehren, hat der Verein seinen schon länger bestehenden Abteilungen A und B (für Stellenvermittlung und Versicherung gegen Stellenlosigkeit) eine weitere angegliedert, die sich ausschließlich mit der „Vermittlung von Associationen" befaßt. Die Leitung dieser Abtheilung erfolgt ausschließlich durch ehrenamtlich thätige Vorstandsmitglieder, so daß also strengste Discretion, sowie eine durch keinerlei materielle Interessen getrübte Objektivität gewährleistet sind. Die Vermittlung erfolgt unengeltlich, doch behält sich der Vorstand vor, in jedem einzelnen Falle einen Ersatz der für Post-, Auskunftsgebühren etc. entstehenden Spesen zu fordern. Ebenso erwartet der Verein, daß im Falle ein Abschluß durch seine Vermittlung zu Stande kommt, dem Reservefonds eine angemessene Zuwendung gemacht wird. Correspondenzen sind an die Adresse: „Vereine zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit, Abtheilung für Associationen*, zu richten. Hochhausen a. N. Schon vor langer Zeit sprach man hier in unserer leider so klein gewordenen jüdischen Gemeinde von einer Festlichkeit, welche am Samstag. 11. Juni, 1*? r6tr mr® abgehalten werden sollte. Und so wurde nun auch am genannten Schabbos die würdige Feier veranstaltet, galt es doch unserer Chewra Kadischa. welche ihr vierzigjähriges Stiftungsfest begehen durfte. Unter Anwesenheit Sr. Ehrwürden, unseres verehrten Vezirksrabbiners Herrn Dr. Loewenitern- Mosbach. sowie einiger weggezogener Gründungsmitglieder, wurde die Feier mit einem Festgottesdienst eröffnet, wobei Herr Dr. Loewenstein eine tiefgehende Feflpredigt hielt, sodaß alle Anwesenden von derselben sichtlich gerührt und mehr wie befriedigt derselben gedenken. Nachmittags fanden sich die Mtglieder mit ihren Frauen zu einem Festessen zusammen, wobei es an gutem Humor und Reden nicht fehlte. Das schöne würdige Fest schloß mit einem Festbankett, wozu viele

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