Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 51 (27.6.1904)
- Date
- 1904-06-27
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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hiesigen Saxonia-Loge, welcher der Jubilar angehört, die Herren Felix Frank und Wangenheim. Elfterer gedachte in längerer Rede der mannigfachen Verdienste des Jubilars und theilte diesem unter anderem mit, daß er mit diesem Tage in die Verwaltung des Silberfachzeitsfonds der Loge eintrete. Von Dresden war Herr Ober-Cantor Hofstein herbeigeeilt, um seinem Freunde und Kollegen persönlich zu gratuliren. Herr Cantor Jakobsohn -Leipzig, der wegen amtlicher Thätigkeit am persönlichen Erscheinen verhindert war. widmete dem Jubilar zwei eigene, selbstgeschriebene Composttionen. Unter den im Laufe des Tages, von auswärts eingetroffenen weit über 70 Telegrammen befanden sich, neben denen einer großen Anzahl von Cantoren und Lehrern, die Glückwünsche des Deutschen Cantorenvereins, des Vereins israelitischer Lehrer Mitteldeutschlands u. s. w. Durch besondere Wärme zeichnete sich das Telegramm der israelitischen Gemeinde zu Dürmenach in Elsaß aus, in welcher der Jubilar vor 15 Jahren als Eantor 'thätig war. Abends fand ein von den Mtgliedern des Synagogenchorvereins veranstaltetes Kränzchen statt, arrangirt von den Vorstandsdamen Frau Benno Guthmann, Frau Marie Wolf, R. Blumenfeld und dem Herrn Schriftführer Hugo Fleischer. Den gesanglichen Theil leitete hierbei wieder Herr Organist Viogt. Unter den mannigfaltigen Darbietungen und Toasten zeichneten sich die Liedervorträge des Herrn Ober-Eantor Hofstein-Dresden, der Damen Frau Wertheimer und Fräulein Zempelburg, die Vorträge der Geschwister Steinhardt und des Herrn sind. jur. Goldberg, ein Violinvortrag des Herrn Lehrer Nathan aus. Mit ganz besonderem Jubel wurde ein Toast des Herrn Lehrer Sommerfeld ausgenommen, in welchem er in markigen Worten u. a. betonte, daß er in jeder Weise mit dem Jubilar ein Herz und eine Seele sei, und daß diese Eintracht ihnen beiden stets nur ein Vortheil gewesen sei und sein werde. Mögen dem Jubelpaare noch recht lange Jahre in ungetrübter Freude und Frische beschießen sein) Aus Baden. Mit innigem Vergnügen entnahm ich auch Zeitungen die Nachricht von den idealen Fortschrittsbestrebungen der jüdischen Gemeinde meines Heimathsortes Hardhrim (Baden), die dahin zielen, endlich ein schlummerndes Projekt zur Ausführung zu bringen,, nämlich den Neubau einer Synagoge, eines Lehrsaales und selbstredend einer nicht minder nothwendigen Dienstwohnung für den bereits ein Vierteljohrhundert daselbst amtirenden Lehrer und Kantor. Diese Bauten wären, wie schon ein ausführlicher Artikel in einem jüdischen Blatte es berichtete, thatsächlich kein Luxus, sondern ein großes Vedürfniß. Denn jedrr..zumal der Fremde, welcher die primitiven, alten und engen Räume der Synagoge insbesondere an den heiligen Feiertagen betritt, verläßt dieselben mit den unbehaglichsten Eindrücken, indem.er die bis jetzt fast zum Extrem getriebene Anspruchslosigkeit einer aus 26—30 Familien zählenden jüdischen Gemeinde bewundert. Ich wünsche daher der Gemeinde Hardheim zu ihrem schöne» Vorhaben Glück, und spreche sicher auch im Sinne vieler auswärtiger Hardheimer, die zur Zeit ebenfalls mit Freuden ihren Obolus der guten Sache opfern werden, wenn ich den Wunsch äußere, daß noch innerhalb der Amisdauer des vor kurzem neugew'ählten Synagogenraths unter Leitung und Vorsitz des Vorstehers, des Herrn Abrah. Urspringer. der Plan zur Realistrung komme. Hieran anschließend sei, um einer früheren Absicht nachzukommen, mit einigen Worten des Vorgängers des neuernannten Vorstehers, des Herrn Michael Eschelbacher gedacht, um darauf hinzuweifen, daß auch die Wirksamkeit dieses Mannes in Gemeindeangelegenheiten keine unfruchtbare war. In selbstloser und nichts weniger als engherziger Weise trat er stets energisch für die Ideale der Schule, Synagoge und aller gemeindeförderlichen Bestrebungen ein, ohne persönliche und pekuniäre Opfer zu scheuen. So führte er gleich nach seinem Amtsantritt eine nachahmenswerthe Synagogenordnung ein. Mehrere heil. „Seser Toros'", die viele Jahre „poful* waren, ließ er repariren. Verschiedene bauliche Verbesserungen in Synagoge und Schule, auch solche, an deren Zustandekommen man in der Gemeinde zweifelte, wurden auf seine Initiative hin ausgeführt. Die Krone seiner Schöpfungen war jedoch die Herstellung einer rituellen Mikwe, die auf die Anregung und unter eifriger Mitwirkung des dortigen Lehrers, Herrn Wertheimer, geschah, einer Mikwe, wie solche in Bezug auf Kafchrus, gepaart mit bequemer und moderner Ausstattung, selten zu finden ist. Verschiedene auswärtige Besucher und autoritative Sachkenner spendeten dieser Institution höchstes Lob. Nach sechsjähriger Funktion legte Herr Eschelbacher sein Amt, das er in echtjüdischem, gewissenhaftem Sinne bekleidete, freiwillig nieder. War seine Amtsperiode als Vorsteher der Gemeinde auch eine verhältnißmaßig kurze, so kann , er doch mit Befriedigung auf eine segensreiche Amtirung zuruckblicken. E. (Von einem auswärts wohnenden Hardheimer.) Hockenheim, 22. Juni. Gestern beging Herr Lehrer A.Heimberger in Reilingen sein 70. Geburtstagsfest und den Gedenktag einer 30jahrigen Wirksamkeit an diesem Orte, bei einer gesammten Dienstzeit von 60 Jahren. Eine kleine, aber erhebende Vorfeier wurde am 19. c. von den israelitischen Religionslehrern des Rabbinastbezirkes Heidelberg und Reilingen abgehalten. Eine Deputation von sechs Kollegen übergab dem Gefeierten einen Ruhesessel mit