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Der Israelit · 1904-06-27 · Heft 51 (27.6.1904) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 51 (27.6.1904)
Date
1904-06-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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eilage zu jfs 51 des AettuirgSttachrichterr und (Lorrefpoudenzen. Deutschland. Berlin, 24. Juni. Eine aus fünf Köpfen bestehende Mädchenhändlerbande ist durch die Mitwirkung des Hilfsvereins der deutschen Juden verhaftet worden. Hiesige Blätter berichten darüber: Vor einiger Zeit erschien in dem Berliner Bureau des Vereins in der Potsdamerstraße eine angebliche Frau Golda, die angab, mit ihrem Manne und drei Töchtern aus Kischinew flüchtig zu sein. Sie wolle mit ihrer Familie zu ihrem in Buenos Aires wohnenden Bruder fahren, sei jedoch jeglicher Geldmittel bar. Seitens des Hilfskomitees in Genua wären ihnen 2000 Frs. für die Ueberfahrt bewilligt worden, doch besäßen üe nicht die Mittel, um nach Genua zu gelangen. Telegraphische Anfragen sowohl bei dem angeblichen Bruder der G. wie auch bei dem Hilfsverein in Genua ergaben die Richtigkeit der von der Frau gegebenen Darstellung. Dennoch wurde die ganze Familie nach dem Bureau bestellt, weil die Päffe der Familienmitglieder nicht gleichlautend waren. Doch beschworen die Mädchen, Töchter der G. zu sein, und erklärten die Differenz in den PLffen mit den Schwierigkeiten bei Ueberschreitung der Grenze. Der hiesige Hilfsverein bezahlte denn auch für die Familie die Kosten des Aufenthalts in Berlin und der Weitersabrt nach Genua. Inzwischen traf von dem Hilfskomitee des letzteren Ortes ein Schreiben hier ein. durch das bei dem hiesigen Hilfsverein der Verdacht erweckt wurde, daß die angebliche Familie Golda eine Madchenhändlerbande sei. Der Vorstand übergab die Sache zur weiteren Verfolgung dem Bureau des deutschen Nationalkomitees zur Bekämpfung des Mädchenhandels. Dieses benachrichtigte sofort die Komitees in Genua und Argentinien, und es wurde nun festgestellt, das die Goldas thatsächlich über Genua abgefahren seien. Ob sie noch einen Mädchentransport verladen batten, konnte nickt ermittelt werden. Jetzt ist aus Buenos Aires eine Mittheilung eingetroffen, daß die avisirte Bande aus schon längst gesuchten Madchenhandlern bestehe und sofort bei ihrer Ankunft verhaftet worden sei. Die angeblichen Goldas reisen unter falschem Namen und stammen.in Wirklichkeit aus Odessa. Die drei angeblichen Töchter seien keine Verwandten des Ehepaars, j . Berlin. Die neue Synagoge der israelitischen Gemeinde Adaß Jisroel in der Artilleriestraße wird im August ihrer Bestimmung übergeben werden. Zu dem monumentalen Neubau, dessen Fassade in Barockstil gehalten ist, führen fünf Eingänge, drei in dm Männerraum und zwei zu der Frauengallerie< Im Mittelschiff erhält die Synagoge eine hohe, weite Kuppel, in welcher die Ventilationsanlagen geschickt untergebracht sind. Die auf dein Hofe errichteten Quergebäude, in welchen sich das Rabbiner-Seminar befinden wird, ist bereits vollendet. Dieses Gebäude soll mit Beginn des Winter-Semesters bezogen werden. Mit dem Vermiethen der.Sitzplätze wird Anfang Juli begonnen werden. Königsberg, im Juni. Mit dem Vau des isr. Waisenhauses, das bekanntlich neben der Synagoge in einem diesem monumentalen Prachtbau angepaßten Stil nnd Material aufgesührt werden soll, wird nunmehr in drei Wochen vorgegangen werden.' Die Speicher, die bisher an dieser Stelle standen, sind fast schon dem Erdboden gleichgemacht worden, auch ist die Fluchtlinie des Gebäudes, das eine Straßenfront von 30 Metern erhalten und mit einem Vorgarten geschmückt werden wird, seitens des Magistrats genehmigt. Die Baupläne stammen von Herrn Regierungsbaumeister Behrend-Berlin, einem geborenen Königs-, bcrger: die Ausführung des Neubaues liegt in dtn Händen der hiesigen Firma Heitmann. * .. .V (njcimtifc, im Juni. Zahlreiche Ehrungen wurden dem Cantor der hiesigen israelitischen Gemeinde, Herrn N. Goldberg, anläßlich seiner silbernen Hochzeit mit seiner Frau Gemahlin, Charlotte geh, Fried'land, und der gleichzeitigen Feier seines '28jährigen Amtsjnbiläums zu Theil.. Schon in aller Frube brachten dem Jubelpaare die Mitglieder deS hiesigen, vom Jubilar in’s Leben gerufenen Synggogenchorvereins, unter der Leitung des Herrn Organisten Viogt. ein wohlgelungenes Morgenstand^ chen. Nachdem sodann Herr Hugo Fleischer. Namens des Chors dem Jubelpaare die innigsten Glückwünsche unter Ueberweisung eines kostbaren Geschenkes übermittelt hatte, sprach Frl. Steinhardt einen von dem Vereinsmitgliede, Herrn Hugo Hirschstein. verfaßten, sinnigen Prolog. Der Jubilar dankte in bewegten Worten und versprach auch ferner . der guten Sache des Chors, in einträchtigem Zusammenwirken mit den Mitgliedern, zum Wohle der Gemelgde dienen ' zu wollen. Im Laufe des Vormittag? erschienen als Depütirte des Vorstands der israelitischen. Gemeinde und der Repräsentanten die Herren / Joachimstha l und Moritz Frankel und überreichten dem Jubelpaare unter ehrenvollen Worten as§. Zeichen der Anerkennung für die hervorragenden shnagcgalen Leistungen des Jubilars, zwei prachtvolle . silberne Leuchter. Ihnen folgten als Deputation ber

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