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Der Israelit · 1904-06-27 · Heft 51 (27.6.1904) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 51 (27.6.1904)
Date
1904-06-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1073 gab, so kann die jüdische Abstammung der Japaner kaum angefochten werden. Aber es kommt noch bunter: „Das Merkwürdigste ist jedoch, daß der Fürst und seine Samurai mit der alten Rüstung Assyriens und Mediens bekleidet sind und wie die alten Fürsten Israels Schuhe aus Dachshaut haben. Sie tragen das „tachi", das persische Schwert; einige haben auch alte, israelitische Sperre, andere den Speer der alten medischen Fußsoldaten. Eine auffallende Ueberemstimmung zeigt auch eine Art Kriegstanz, den ein Reisender in Kioto bei einem großen Fest mit angesehen hat. Es war ein Scheinlampf unter Musikbegleitung, bei dem die mit Helm, Schild und Speer bewaffneten Kämpfer die ersten Krieger Japans darstellten, und diese tragen altpersische Tracht; der lange japanische Kriegsbogen ist zudem ein genaues Facsimile der assyrischen Waffe. Die kaiserliche Familie Japans besitzt auch uralte, aus Seide gemalte Bilder, die in Kisten aus Kampferholz aufgerollt und seit zahlreichen Generationen vom Vater auf den Sohn übergegangen sind; sie stellen Szenen dar, in denen inan die alten jüdischen Tempelinstrumente und Gesichter von ausgesprochenem hebr. Typus erblickt. Auch in dem alten Shinto-Ritua! Japans finden sich merkwürdige Gebräuche von ebenso jüdischem Charakter. Die Shinto-Tempel haben, wie das jüdische Heiligthum, ein Allerheiligstes sowie die Darstellung einer Lade und Cisterne. Die Priester, Kan Rushi genannt, tragen wie die jüdischen Priester, weiße Linnenkleider, Turbine und Kniehosen, in denen sie „mochi" oder ungesäuertes Brot, süßen Wein und das „Webeopfer" der ersten Früchte darbringen. Wie David vor dem Herrn in einem weitzleinenen Priestergewand tanzte, so tanzen die Japaner, wenn sie die Lade „skin koshi" zum Tempel tragen. Sie trugen auch die Lade mit ihren Herren in den Krieg. Das japanische Kind wird am sechsten Tage nach der Geburt in den Tempel gebracht und geweiht, wobei dem Priester ein Geldstück gegeben wird; und jeder Japaner soll, wie die Israeliten, am Neujahrstage dem Shinto- Tempel ein Geldstück bringen. Beim Gionfest, das gleichzeitig mit dem Laubhüttenfest gefeiert wird, erscheinen alte Bilder, auf denen ein unverkennbar jüdischer Rauchaltar mit einem jüdisch aussehenden Priester daneben dargestellt ist. ferner ein Schäfer und Schafe, ein Kameel und ein Fürst auf einem weißen Maulthier; keines der Thiere ist jedoch in Japan heimisch." Biel merkwürdiger als diese erste Merkwürdigkeit ist diejenige, die unser Conjectural-Ethnograph und seine Folgerungen repräsentiren. Wenn man aus der Bekleidung des Fürsten Schlüsse auf die Abstammung zieben darf und diese Bekleidung ist assyrisch-modisch, so sind ja nicht die zehn israelitischen Stamme, sondern die Afforer und Medier die Ahnen der Japaner. Sie sind dann, wenn sie das persische Schwert tragen, mindestens so sicher Nachkommen der Perser, wie sie durch die israelitischen Sperre Nachkommen der Israeliten sind. Eine Prämie aber könnte man auf den Nachweis der lächerlichen Behauptung setzen, die alten Fürsten hätten Schuhe aus Dachshaut getragen!' Die ganze Geschichte muthet einen wie ein. Aprilscherz oder ein Faschingsspaß an. Die Japaner stammen von den Israeliten ab. weil ein Reisender bei einem Kriegstanz sie in israelitischer, wie in persischer Tracht und mit assyrischen Waffen auftreten sah! Sollte man sich noch darüber wundern, wenn Jemand, der solche Absurdität für Ernst nimmt, auf japanischen' alten Bildern jüdische Tempelgeräthe und Gesichtstypen findet? Wenn die Japaner tanzen, so ahnen sie David nach. Das japanische Kind wird am sechsten Tag in den Tempel gebracht und geweiht; das jüdische Kind nicht. Wenn die Japaner an ihrem Neujahrstag ihrem Tempel ein Geldstück bringen, wie die Israeliten, so bringen sie keines. Den Israeliten ist jede Hündirung mit Geld an ihrem Neujahrstag untersagt. Gionfest und Laubhüttenfest, jüdischer Rauchaltar Und jüdische Priester, Schäfer, Schafe, Fürst, Kameel und Maulthicr, alles wirbelt wie in einem Kaleidoskop bunt durcheinander, und dieser blaue Dunst soll sich zu einer Stammtafel verdichten, nach welcher die Japaner von den Juden'abstammen! Wenn auch kein halbwegs Einsichtiger diesen konfusen Schnickschnack für ernst nehmen wird, so kann er doch bei der Geflissentlichkeit, mit der er verbreitet wird, in den Köpfen der großen Masse viel Unheil anrichten. Es ist daher geboten, ihm entschieden entgegen zu treten. Zektrmgsnachrrchten und Eorrespondeirzen. Deutschland. Berlin, 20. Juni. <D a s K a p i t e l Könitz.) Das Kapitel Könitz hat schon Unbegreiflichkeiten genug gezeitigt; es scheint, daß diese Eigenschaft ihm bis zu seinem Abschluß inne wohnen soll. Die neueste ist folgende: Ueber vier Jahre sind vergangen, seit das Verbrechen, das so viel Aufsehen erregt hat. passirt ist. Haben sich die Behörden im Ernste eingebildet, daß das was im Zusammenhänge mii dem Tode des Kdnitzer Tertianers ermittelt worden ist, für alle Zeiten ist ihren Alten begraben bleiben würde? Vier Jahre. sind eine schöne Zeit. Wenn in einer Millionenstadt ein Verbrechen von der Art des in Könitz verübten unaufgeklärt bleibt, so wird man das allenfalls, wentt auch nur schwer, verstehen können. Wenn aber ein.kleines

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