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Der Israelit · 1904-06-23 · Heft 50 (23.6.1904) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 50 (23.6.1904)
Date
1904-06-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1044 des Unterhauses um weitere 15 Mitglieder verstärkt. Unter diesen befindet sich eine große Anzahl enragirter Antialienisten. wie Major Evans Gordon, Mr. Norman und Mr. Rydley. Von den Gegnern der Bill sind u. A. Mr. Trevelyan, Mr. Chuchill sowie der bekannte jüdische Abgeordnete Stuart M. Samuel gewählt. Am 13. Juni fand eine Konferenz liberaler Unterhausmitglieder mit zahlreichen Leitern der englischen Trades Union behufs Besprechung der Fremdenbill statt. Nach längerer animirter Diskussion wurde beschlossen, das Recht der politischen Flüchtlinge mit allen legalen Mitteln der Opposition zu verfechten. Ein sehr einflußreiches Mitglied des Unterhauses sprach bei dieser Gelegenheit die Ueberzengung aus, daß die ganze Bill sich in Wohlgefallen auflösen resp. sich aus die Zurückweisung von infizirten und „wurmsichtigen" Personen beschränken werde. Auch das bekannte konservative jüdische Parlamentsmitglied Benjamin L. Cohen, der durch sein Zeugniß vor der Fremdenkommission sowohl als auch durch seine Rede im Unierhause gelegentlich der zweiten Lesung der Fremdenbill sich sehr blosgestelli hat, sprach sich in der Sitzung des jüdischen Board of Guardians vom 13. Juni dahin aus, das die Bill wenig Aussicht babe. Gesetzeskraft zu erlangen. In ihrer gegenwärtigen Gestalt ist sie ebenso ungerecht, wie unausführbar, und sie müßte schon bis zur Unkenntlichkeit amendirt werden, wenn sie für die Majorität des Unterhauses annehmbar werden sollte. Amerika. New-Aork, 28. Mai. Heute will ich Ihnen von Herrn Jonas Weil aus Emerding in Deutschland, einem Mann, der ein Anrecht darauf hat, in diesen Blättern gewürdigt zu werden, berichten. Denn, was dieser edle Jehudi seit nun 20 Jahren angestrebt und gekämpft für Wohlthätigkeitszwecke, für Schulunterricht im Sinne unseres wahren Judenthums, bietet eine Zusammenfassung mannigfachster Fähigkeiten und vielgestaltiger Betätigungen. Wenn der wahre Jehudi aber diesen edlen Mann in seinem Wirken betrachtet, in der von ihm zum Andenken seines Vaters gegründeten Synagoge pist tz'i D'iBK, sowie in dem von ihm mit einer Svende von mehr als 25,000 Dollar gegründeten Lebanon- Hospital nach seines Wesen Kern, da wird man erkennen, daß bei ihm nur eines gilt, die von seinem edlen frommen Vater s. A. geerbte altjüdische Frömmigkeit aufrecht zu erhalten. Ihn näher zu schildern, wäre ein vergebliches Bemühen. Er ist ein unbiegsamer Charakter, der profane Pildung mit altjüdischem Wissen vereint, das er sich zumeist als Autodidakt erworben. — Auch dessen Frau ist ein wahrer Typus einer .bn r.PK* und besitzt Sanftmuth und Freundlichkeit in hohem Maße. Hieran anschließend bringen wir den Bericht über, die Thätigkeitdes Lebanonhospitals: Es wird zunächst der Schaffung von 5 neuen Krankensälen mit 88 Betten, dreier Privatzimmer und eines Entbindungssaales mit sechs Betten, sowie der Einrichtung einer Reconvalescenten-Abtheilung, die allein 20,000 Doll, gekostet hat, lobend gedacht, Neuerungen, die allerdings durch die stetig wachsenden Ansprüche, die an das Hospital gestellt werden, nothwendig geworden sind. So sind vom 1. Mai 1903 bis 30. April 1904 2114 Patienten im Hospital selber behandelt worden, 219 niehr als im vergangenen Jahre, in dem Dispensary wurden 15,738 Fälle gegen 13,233 im Vorjahre behandelt und die Ambulanzen mußten 1027 Mal in den Dienst der Barmherzigkeit gestellt werden, 210 mal mehr als im Vorjahre. Trotz dieses Anwachsens der Fälle und der damit verbundenen Ausgaben und des Steigens der Lebensmittelpreise konnte Präsident Weil berichten, daß hei einer Einnahme von 67.986.33 Doll, und bei einer Ausgabe von 65,068.17 Doll, ein Ueberschuß von 2918.17 Doll, in Händen des Schatzmeisters verblieben sei, der noch in der Versammlung des Abends durch eine 500 Doll.-Note, welche die Liga zum Geschenk überreichte, vergrößert wurde. Auch von der übrigen Verwaltung ward nur Gutes berichtet, so vom Superintendenten Wm. Taub, dem Aerzte- und dem Wärterinnenstabe. Außerdem aber betonte man, daß Assemblymitglied Peter I. Everett, die Senatoren Horton. Lauterbach und Elsberg. Borougb-Präsident Haffen, der Präsident der Jmmigrants' Savings Bank. Prof. Löb, und vor allem Leo K. Fränkel von . den United Hebrew Charities sich in der verschiedensten Weise große Verdienste um das Hospital erworben haben. F t niIIe t o m Urne vereitelte WIochzeit. von R. Mahner. ,« „Wenn der Herr Graf bei mir einen Pelz vergessen hätte, ich würde ihn längst zurückgeschickt haben. Das ist jüdische Aufdringlichkeit, die erlauchten Herren fremd ist. Aber noch etwas. Ich weiß nicht, ob ich Euch nachher noch ruhig für ein paar Augenblicke sprechen kann. Hat sich mit dem Kinde etwas besonderes zugetragen?" „Gestern ist es in der 'Klosterkirche getauft worden." erwiderte leise der Alte. „Der Herr Prior hat Pathensteve versehen, das Kind haben ja der Graf und die Gräfin als ihr eigenes angenommen, es wird den Namen Esterhazy führen, in der Taufe wurde eS Ignatius genannt." f

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