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Der Israelit · 1904-06-20 · Heft 49 (20.6.1904) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 49 (20.6.1904)
Date
1904-06-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Dogma im Zionismus erhoben. Die Delegirien in Hamburg proklamirten es. der Papaer Oberrabbiner sanktionirte es und Herr David Katzburg — schrieb die Dgrodie. darauf. Die Broschüre des Papaer Oberradbiners will ich gegenwärtig ganz bei Seite lassen, denn von ihr ist nach der meisterhaften Widerlegung des.Herrn Raphael Breuer in diesen Blättern nichts übrig neblieben. Ich will mich nur mit R. David Katzburg ein klein wenig in aller Ruhe auseinandersehen. Herr Kahbnrg hat in seiner talmudisch-wissenschasklichen Zeitschrift „T6l Talpioth", die unter „den Auspizien des „berühmten" Gaon Jesaja Silberstein- Waitzen" wie das „frankfurter Familrenblatt" Mit besonderer Genugthunng hervorhebt, erscheint, einen Artikel gebracht, der allen unbefangenen Lesern unseres Blattes zeigen wird, welche Verheerungen der Zionismus unter den besten Köpfen angerichtet hat. Dock wollen wir erst dem „Frankfurter Familienblatte" seine Freude stören. Rabbi Jesaja Silberstein, der tatsächlich einer der größten Geonim Ungarns ist, mißbilligt den Artikel des Herrn David Katzburg von Anfang bis zu Ende. Woher ich das weiß? Von Sr. Ehrwurden dem Herrn Oberrabbiner von Waitzen selbst. Als ich nämlich den Artikel im „T6l Talpioth" gelesen habe, konnte es mir gar nicht in den Kopf hinein, daß dieser Atkikel mit Einwilligung des ehrw. Gaon Silberstein geschrieben sein soll. Ich wandte mich daher brieflich an denselben und erhielt folgende Antwort, die im „Israelit" zu veröffentlichen, ich die Erlaubviß habe. Der Brief hat folgenden Wortlaut: naran 'tan oben kt; to a*n arsth d*mi vbv 3*1 ne« nrn wn npn »wo .n pan ax am nna n*wa amxi. 'naaana # vbsn '«na vhv ama «wb.n bra cdi: , -ppn avi dp an «an b *\n b yma ne«a Also hier ist es schon ausgesprochen, daß Oberrabbiner Silberstein den Artikel nicht nur nicht gekannt. sondern muh nicht gebilligt hat. Aber es kommt noch besser. bna o«n rbn imrnan nn D’ann a 'navn nm «xnb v'a'naa non nmn nrai trab ax atjä ex rwvbn mAn bna xa' ns« anav '«rnn nmb nbrm 'rvn 'ftTVÖ ^2 nr p»a wi mnna ia n^x non nrna fern wan by bau «VNLNVI OHÖ pTIVlS t«xb mV xa' fdix nvx by nana piann^ yvrk bwa ^x na nm .njno vVa w» arb pm onrn*nxa emn bna anaav nv 'a vvnsb nrrxb rwn frna xbvi 'nyna xbe» i'n 'ipm* ppxnn m'vdn an paya '«n na '«a vsnn man anaoai 'naaana .- «pa^npabn prn em rn-o na wxt* Dies der Wortlaut des Briefes. Hier haben wir also dieÄnstchi'eines wahren Gaon „bondUem Schrot" nna v» >anr «nna a. baß wrr mit.den Zionisten keine gemeinschaftliche Sache machen dürfen. Ich konnte.mir nun eigentlich den Rest sparen, aber die Ausführungen des Herrn Katzburg sind so bezeichnend fiir den orthodoxen Zionismus und zeigen so klar, wohin er führt, daß ich wenigstens seine Sätze reproduciren will. Die Widerlegung kann ich mir schenken, da er sich selbst am besten widerlegt. Die zionistischen Lorbeeren haben Herrn Katzburg keine Ruhe gegönnt und er hat den Entschluß gefaßt, alle die bisher für den Zionismus eingetreten sind, zu übertrumpfen. Herr Katzburg will beweisen, daß die Geuloh auf natürlichem Wege erfolgen wird. Mit Prophezeiungen gebe ich mich prinzipiell nicht ab; möglich, daß Herr Katzburg darin Recht hat. Aber soll denn der Zionismus die Geuloh sein? So viel ich mich erinnere, ist von allen kompetenten Faktoren im Zionismus unzähligemal bethenert worden, daß sie an so etwas nicht denken. Zweitens — und das ist der Hauptpunkt auf den es Herr Katzburg abstellt — kann „die Erlösung nur durch die Unreligiösen und Abtrünnigen eingeleitet werden, denn sie allein sind die Berufenen für die ersten Schritte der Geuloh." Wie sich Herrn Katzburg die Feder nicht gesträubt hat, als er diese Ungeheuerlichkeit niederschrieb, ist mir ein Räthsel. Also vergeblich unsere ganze Mühe, ein gottgefälliges Leben leben zu wollen, vergeblich unser Streben, unsere Kinder zu wackeren Jebudim zu erziehen, vergeblich alle Opfer, die wir für die Erbaltung des gesetzestreuen Judenthums bringen, vergeblich all unser Fasten, vergeblich unsere Trauer um die eingeäscherten Heiliqthümer unseres Volkes, vergeblich unsere beißen Gebete um die Wiedererrichtung unseres Heiligtbums. unserer Stadt und unseres Volkes, dies sind nur Hindernisse. wir erreichen doch nichts, denn die ersten Schritte müssen von Kreisen ausgeben, die weder um Zion trauerten, noch um Jeruscholajim klagten, die Berufenen für die Erlösung des Volkes sind diejenigen, die niemals mit dem Volke fühlten, solange nicht das Schwert an ihrem Halse saß. die nicht das geringste Verstandniß für die Regungen der jüdischen Volksseele haben, die niemals ein Gebot erfüllten. die mit wahrem Fanatismus das qesetzestreue Judentbum bekämpften. solange sie es nicht brauchten, diese sollen die Berufenen sein, um die Geuloh in die Weae ru leiten? Sie selbst behaupten ja. Herr Katzburg. daß die Geulob auf .natürlichem Wege" geschehen wird, und erscheint Ihnen dies natürlich? Rur zwei Stellen will ich' Ihnen aus cv entgegenhalten gegen das Citat des Or Hachajim. das Sie mißverstanden haben. a"n n naw «at rs not jbbss. so lautet die eine Wahrheit, die Ihnen mindestens ebenso geläufig sein wird, wie mir. nxim nan mbsro bv barer«, bn nnrcea die zweite, die Ihnen ebenfalls nicht unbekannt', fein dürfte. Ich alaube kaum, daß Herr Katzbura sich die Konseauenzen seiner Behäuptünaen vor die Seele" geführt hat. denn sonst hätte er sie nicht aufgesieM.

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