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Der Israelit · 1904-06-16 · Heft 48 (16.6.1904) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 48 (16.6.1904)
Date
1904-06-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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108 So winkt denn die Nächstenliebe diesen Armen die "letzten freundlichen Abschiedsgrüße aus der „alten Welt", die sie trotz all des bittern Leides, das sie in ihr erfuhren, doch nicht Haffen können — um deretwillen die sich ihrer dort so warmherzig angenommen. Zeitungsnachrichten und Correfpoudenzen. Deutschland. Berlin, 12. Juni. (Repräsentantensitzung.) Die heutige Sitzung verlief schnell und ohne jede Aufregung. Herr Naumann Alexander hat dem jüdischen Krankenhause 3000 Mark zugewendet, Frau Justizrath Dr. Anna Apolant zur Errichtung einer Dr. Samuel Apolant-Stiftung für Zöglinge der zweiten Religionsschule 1000 Mark. Von Subventionen wurden bewilligt: an das israelitische Kurhospital Marienbad 100 M., an das jüdische Krankenhaus Memel 300 M.. an das israelitische Armenasyl Meran 150 M., an das israelitische Krankenheim Neuenahr 100 M., an die Kuranstalt in Soden 100 M., an das israelitische Kurhospital in Karlsbad IW M., an die israelit. Kinderheilstätte Königsdorf 100 M., an den Unterstützungsverein Emser Heilquelle IW M., an das Tevlitzer Badehospital 100 M.. an den deutschisraelitischen Kinderhort Limburg 300 M., an die isr. Religionsgemeinde Charlottenburg 17,405 M., an die jüdische Reformgemeinde 20,000 M., an den Religionsverein Oranienburger Vorstadt Synagoge Vienstraße 2500 M. auf ein Jahr unter der Bedingung, daß der jetzige Prediger, welcher aus der Hauptgemeinde religiöser Bedenken halber ausgeschieden ist, entlasten wird. Herr Professor Geiger wiederholte auch heute seinen früheren Antrag, der Gemeindevorstand wolle einen ausführlichen Bericht über die Feierlichkeiten, welche bei der Einweihung des neuen Gebäudes in der Mädchenschule stattgefunden, zur Kenntniß der Gemeindemitglieder geben. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Unna, 18. Juni. (Grundsteinlegung zum israelitischen Altersheim für Westfalen.) Don weittragender Bedeutung für die westfälischen Israeliten war der 29. Mai. Galt es doch für das in der hiesigen Stadt zu erbauende Altersheim fiir die Provinz Westfalen die Grundsteinlegung zu vollziehen. Aus allen Theilen der Provinz Westfalen waren Israeliten herbeigeeilt, um dem feierlichen Akte der Grundsteinlegung beizuwohnen. slurz vor 12 Uhr nahm die Feierlichkeit ihren Anfang. Herr I. Ostwald-Witten, der Vater der Idee, ein israelitisches Altersheim für die Provinz Westfalen zu errichten, eröffnete dieselbe auf dem mrt zahlreichen Fahnen festlich geschmückten Baugrundstück mit einer längeren Ansprache. Aus dieser erwähnen wir folgendes: Wir müssen Gott danken, daß er uns diese feierliche Stunde hat erleben lassen, in der der Grundstein für das westfälische israelitische Altersheim gelegt wird; möge Heil und Glück auf dem Bau ruhen. Ehrfurcht und Achtung vor dem Greisenalter ist ein fester Grundsatz des jüdischen Volksbewußtseins. Alte Leute sehen sich in der Regel geschwächt an Körper und Geist und sind auf fremde Hilfe angewiesen und nicht immer ließe sich Liebe kaufen. Das Haus, das über diesem Grundstück errichtet wird, soll eine Heimstätte werden für das verlassene Greisenalter, helfen Sie uns. das Altersheim zu einem wahren Heim des Alters zu gestalten. Im Anschluß an diese Mahnung richtete der Herr Redner an die Anwesenden die Bitte um recht rege Unterstützung des Altersheims und fuhr dann fort: Das Haus soll ein Bild des Friedens und der Liebe sein, ein Menschentempel, in dem jeder willkommen geheißen wird. Möge ein Bau des Segens erstehen für das hilfsbedürftige Alter, möge der Bau nicht allein segensreich wirken, sondern auch Freude erwecken in allen, die daran thätig sind, möge er insbesondere beendet werden, ohne daß einer der daran Beschäftigten Schaden an Gesundheit oder Körper nimmt. Nunmehr ergriff der Vorsitzende des Altersheim-Vereins das Wort, um Namens des Gesammtvorflandes die Anwesenden zu begrüßen. Insbesondere dankte er den Vertretern der Stadt Unna, aus deren Grund und Boden der Vau errichtet würde; aus dem Erscheinen dieser Herren dürfte wohl der Schluß gezogen werden, daß der Verein auch fernerhin auf das Wohlwollen der Unnaer städtischen Behörden rechnen könne. Gleichzeitig dankte der Herr . Redner den beiden Ehren-Mitgliedern des Vereins, den Herren Kemper-Rietberg und Löwenstein-Rietberg, für ihr Erscheinen; ibr Wirken ist für dieses Werk edler Wohlthätigkeit vorbildlich gewesen. Redner schloß mit den Worten: Viel ist gethan worden, aber noch viel bleibt zu thun übrig, um denen, die dereinst in dieses Haus einziehen, ihre legten Tage sorgenfrei zu gestalten. Nunmehr erfolgte die Verlesung der Urkunde. 9!ach Unterbringung der Urkunde in eine kupferne Hülle erfolgte die Vermauerung der letzteren. Herr Architekt H. Robert-Bochum, der Bauleiter und Urheber des Bauplanes, überreichte mit einer längeren Ansprache den blumengeschmückten Hammer dem Vorsitzenden. Herrn Rechtsanwalt Dr. Kempenich-Dortmund zu den üblichen Hammerschlagen. Mit den Hammerschlägen des Herrn Architekten Robert-Bochum endete die wirkungsvolle Feier, zu der sich eine große Zuschauermenge eingefunde» hatte und die vom Wetter begünstigt wurde. Der Feier ging die dritte ordentliche General-Versammlung deS Vereins

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