Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 46 (9.6.1904)
- Date
- 1904-06-09
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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967 andergehen, um die geeigneten Pensen ein fiir allemal bestimmen zu können. Dagegen wurden die Leitsätze eingehend besprochen. Die Diskussion über dieselben ergab folgenden Wortlaut: 1. Der Unterricht in.der jüdischen Geschichte soll als wesentlicher Bestandtheil des Religionsunterrichtes bei jeder Gelegenheit auf die religiösen Momente besonderes Gewicht legen. 2. Der Unterricht soll den Schülern die Parteien und Sekten innerhalb des Judenthums vorführen. sowie die Religionen, die aus demselben hervoraegangen sind. Die hervorragendsten Träger der Tradition und die Geschichte der Liturgie dürfen nicht fehlen. Aus jeder Epoche sind die Männer hervorzuheben, die den geistigen Gehalt ihrer Zeit in sich verkörpert haben. 3. Alles rein Litterarische soll auf ein Mindestmaß beschränkt werden. 4. Sowohl auf die Zeit der Mischna und des Talmud, als auch auf die Mendelsohn'sche Epoche ist mehr als bisher Gewicht zu legen. 6. In der Volksschule beschränkt sich der Unterricht in der jüdischen Geschichte auf die wichtigsten Lebensbilder. Man beginne damit, wenn der Unterricht in der biblischen Geschichte noch nicht seinen Abschluß gefunden hat und verwende dazu düs letzte Quartal des Schuljahres. 6. Die Schüler aller Schulsysteme sind so auszurüsten, daß sie befähigt sind, Angriffe gegen das Judenthum abzuwehren. 8) Kollege M a n n h e i m forderte die Kollegen auf. in ihrem eigenen Interesse für unsere Hilfskasse in Danzig zu wirken und außerordentliche Mitglieder zu werben. 9) Der Vorsitzende theilte mit, daß die vom Verbandsvorstand bewilligte Reisesubvention in Höhe von 60 Mark zum Ersatz von 60 Prozent der Reisekosten reichte. Um IV- Uhr Nachmittags schloß der Vorsitzende die Versammlung mit herzlichem Danke für die Referenten und alle diejenigen, die zur Förderung der Tagung beigetragen haben. Die gehobene Stimmung der Theilnehmer wurde noch erhöht durch ein von der Synagogen-Gemeinde Graudenz gebotenes gemeinsames Mittagsmahl, welches durch zahlreiche Trinksprüche und Lieder gewürzt wurde. Nach Tisch besuchte ein großer Theil der Kollegen das 1. Haupt- Konzert des I. West preußischen Musikfestes: „Die Jahreszeiten" von Haydn. D. M. Mannheim. Verein jadlfte Rettgiovslebrer Sstpreassevs. VersammkuiigsVericht. — Zweiter Hag. Ter DereinZverfammlung am. Donnerstag, den 12. Mai, ging zunächst um 9 Uhr Vormittags die General-Versammlung der oft preußischen Pensionskasse voraus. Den Vorsitz führte in dieser Versammlung Rechtsanwalt S ch e y - Allenstein, der auch als Vorsitzender der Kasse den Verwaltungsbericht erstattete. Der Kasse gehören nunmehr fast alle Gemeinden der Provinz mit ihren Beamten an. Die Entwickelung der Kasse habe den Beweis erbracht. daß nur auf dem gemeinsamen Boden des vrovinzialen Gemeindeverbandes und des Lehrervereins ein solches Kassenwerk zweckfördrrnd und leistungsfähig aufgebaut werden könne, und daß man nur auf Seiten der Gemeinden, wie auf Seiten der Lehrer ernst wollen müsse, um die Frage der Lehrerversorgung in kurzer Zeit zur befriedigenden Lösung zu bringen. Im Interesse des Allgemeinzweckes sei zu wünschen, daß man sich auch anderwärts die Erfahrung unserer Kasse zu Nutzen machen und überall ein intensives Fürsorgestreben entwickeln möchte. — Den eigentlichen Kassenbericht trug, in Behinderung des Schatzmeisters der Kasse, P e r i tz - Königsberg, vor. Die Kasse hatte; * c > ' .! ' ' i -' im vergangenen Jahre eine Gesammteinnahme von 10,118 Mark, woton allein 4648 Mark von den betheiligten Gemeinden und Beamten aufgebracht wurden; ca. 4006 Mark betrugen die Wohlthätigkeitsbeiträge und Spenden; 615 Mark erhält die Kasse an Subventionen; das Uebrige kam durch Zinsen, geschäftliche Provisionen u. s. w. auf. Die Kasse hat im vergangenen Jahre auch ihr erstes Legat in Höhe von 500 Mark erhalten. — Die Ausgaben der Kasse - betrugen im Ganzen rund 1830 Mark, wovon 675 Mk. (2Vi Jahresportionen) zu Wittwenpensionen, 700 Mk. für Rückversicherung von Kassenmitgliedern bei einer Versicherungs-Gesellschaft, das Uebrige für geschäftliche Zwecke verwendet wurden. Das Stammvermögen der Kasse ist in den drei Jahren des Bestehens derselben auf 23,800 Mark angewachsen, ohne die Ansprüche ans den unterhaltenen Versicherungspolicen. Rosenthal- Königsberg berichtete über die stattgehabte Kassenrevision und beantragte im Namen der Revisoren die Decharge für den Vorstand, welchem Ersuchen auch Folge gegeben wurde. Es folgte die Neuwahl der- Kassenrevisoren und die Ersatzwahl für den durch dm