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Der Israelit · 1904-06-09 · Heft 46 (9.6.1904) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 46 (9.6.1904)
Date
1904-06-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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S51 derjenigen größeren Gemeinden, welche auf dem Wege von der holländischen Grenze nach Berlin liegen, damit dieselben die mittellosen Rückwanderer, die ihnen von der Grenze, rcsp. von Rotterdam aus zugeschickt werden, entsprechend weiter befördern, bis dieselben nach Berlin und in den Bereich der schon vorhandenen Organisation, die ihre Repatriirung vornimmt, gelangen. Um' die seitens der Regierung gemachten Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen, empfahl Herr Laskar eine Audienz beim Minister des Innern nachzusuchen und von demselben die Anerkennung der bereits bestehenden Organisation zur Repatriirung der jüdischen Rückwanderer zu verlangen. Außerdem richtete Redner einen warmen Appell an die Anwesenden, durch Heranziehung derjenigen Genieinden, die sich bisher von diesem Hilfswerk ferngehalten hätten, die Mittel der Organisation, die leider außerordentlich gering sind, zu stärken. Herr Laskar führte ferner aus, daß es sich bei den Rückwanderern in ihrer großen Mehrzahl um ganz bedauernswerthe Elemente handle. Die Leute sind mit ihren eigenen Mitteln, nachdem sie das Letzte, was sie besaßen, verlauft haben, nach England oder Amerika gereist, und haben versucht, sich dort eine neue Existenz zu schaffen. Dabei sind sie gescheitert, und das Elend, das sie durchzumachen hatten, war so groß, daß ihnen das Elend, das sie in ihrer Heimath, Rußland oder Galizien, verlassen hatten, noch erträglicher erschien. Theils als Arbeiter auf den Schiffen, theils mit Hilfe irgend welcher Unterstützungen arbeiten sich diese Elemente bis zu den Hafenstädten durch. Dann aber sind ihre Mittel vollkommen zu Ende, und wenn man sich ihrer nicht annimmt, müssen sie als Wanderbettler das Land Lbersch'vemmen. Dadurch wird nur die Abneigung gegen die Juden gestärkt und andererseits eine erhebliche Summe Geldes, die den Leuten tropfenweise zufließt, verschwendet. Darunr bildet die seit zwei Jahren ausgezeichnet funktionirende Organisation für b* Repatriirung dieser Rückwanderer eine außerordentlich segensreiche Institution, die leider noch nicht genug bekannt ist und in Folge dessen von Gemeinden und Privaten nicht genügend berücksichtigt wird. Herr Oschinski bringt den Antrag der Synaaogengemeinde Breslau zur Sprache, daß als Boroete der genannten Rückwandererorgonisation an Stelle von Breslau Berlin gewählt werden soll. Die Mehrzahl der Anwesenden spricht sich indessen gegen dlesen Antrag aus, weil die Geschäfte zur. Zeit in Breslau ganz vorzüglich geleitet würden und man in Folge dessen keine Veränderung wünschen könne. Die weitere Berathung des Breslauer Antrages wird schließlich bis zur nächsten Sitzung vertagt. . L Cölu, 8. Juni. Das Kuratorium des Vereins /des jüdischen Lehrerseminars in Rheinland hat in seiner Sitzung vom 6. dss. Mts. den Rabbiner..der Hynaga-. gengemeinde Memel, Herrn Dr. Emanuel Carleb a ch, einstimmig zum Direktor des Lehrer-Seminars gewählt. (Wir wünschen dem wackeren Verein Glück zu dieser vortrefflichen Wahl. Red.) Cöln. In der Abendausgabe der„Cölvischen Zeitung" vom 3. Juni findet sich folgendes Jnsexat; Wichtig für I s r a e l 1 i e n! - --- -*h. Ehepaare werden nach vorangegangener Ziyiltrauung durch Rabbiner getraut. Chalizah ünd andere antiquirte religiöse Hindernisse kommen nicht m Betracht. Angebote unter F. Ä. Z. 569 an Rudolf Mosse, Köln, erbeten. Wir meinen, wenn die Leute sich über ^antiquirte religiöse Hindernisse" hinwegsetzen, dann wird auch der geschäftstüchtige Rabbiner „überhüpft".^ — Bonn, i. Juni. Zu den bisher in unserer Gemeinde bestehenden Vereinen? welche sich zur Ausgabe gestellt haben, die Kenntnisse des JudeNlhüMs ürlter den Gememdemitgliedern zu fördern (Verein für judiscke Geschichte und Litteratur, Chewroh A'milus- Chassodim) ist nunmehr auch ein dritter..Vereinitzit ähnlichen Zielen hinzugetreten. Derselbe' ^ftihü/Hn Namen „Israelitischer Jünglings-Veriitt^ gnd' Rwfolgt insbesondere den Zweck, bei der reiferen Jugend der. Gemeinde Bibelkenntniffe zu verbreiten: ' Derselbe hat heute seine konstituirende Sitzung abgehälten, bei der Herr Rabbiner Dr. Kalischer die Aufgabe des Vereins und die Mittel und Wege, derselben getecht zu werden, des Näheren erörterte. - •- Nach stattgehabter Vorstanbswahl würde Herr Rabbiner Dr. Kalischer zum Ehrenvorsitzenden,'' Herr Kantor Baum, sowie der Vorsitzende ^er ^Chevro G'milus Chaffodim, Herr Voß. zu Ehrenmitgliedern ernannt. - Möge der Verein, dessen Entstehung freudig begrüßt wird, zum Wohl der Gemeinde Und dAHudenthums blühen und, gedeihen! , . Düsseldorf, Anfang Juyn (Unlieb^ verspätet.) 'b nus p'i2 Wochen sind nunmehr perslyssen, MideM sich das Grab wölbte über einem Mimne,"-.den -.es'-Wkdient, daß sein Ableben weiteren jLdiWn^KÄisen bekannt werde. Darum fühlt sich tzex EinseNder./Dirfts veranlaßt, dem verstorbenen Freunde, Herrn, Simon Löbenstein. Lehrer der hiesigen Shnagogen-Gemeindc, ein Denkmal in diesen Blättern zu seW. Herr Löbenstein war eine einfache, schlichteund-^Merdrne Natur von religiöser Gesinnung. Er snteressirte sich sehr für alle Vorgänge aus Kehrnkre'iM/üamW.liK war er stets bemüht, die materiellen Interessen'-seiner Kollegen zu heben und zu fördern^ -^Sein-Wss^ri im '.Mdischen Schriftthum, ragte weit'rMhüZr das - eines- DurchschnfttslehrerZ,' beson^rs.Mr sst.'kWUG trautheit mit^>er Hebr. Grammatik herdörzuhe^n:^^ N-rp' hxN i. war Herr Lobeüstein geradezu müster'gilng; seine korrekte, grammatisch-deutliche Vortragsweise

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