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Der Israelit · 1904-06-06 · Heft 45 (6.6.1904) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 45 (6.6.1904)
Date
1904-06-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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937 vorzüglichen Charakters mit den Worten des Propheten m:at *ex titc ex e. n» 161 ‘»to Die Heimgegangene erreichte ein Alter von über 76 Jahren, rrsxan* Möge der Spender des Heils die Hinterbliebenen trösten und jene Weissagung erfüllen, welche uns verspricht: px d':d ba bzz nvvi '.i nrar. Oesterreich. Wien. (Ein neuer Verein zur Kolonisation Palästinas.) Das Werk der Kolonisation Palästinas durch Juden hat durch eine neue Organisation, die eben in Wien geschaffen wurde eine bedeutsame Förderung erfahren. Ist schon die Thatsache, daß zu den bestehenden Kolonisationsgesellschaften eine neue hinzugetreten ist, an sich von großer Tragweite, so lassen die Umstände, unter denen die österreichische Organisation entstanden ist. gerade diese Neuschöpfung als einen wesentlichen und von allen jüdischen Parteien mit gleicher Sympathie zu begrüßenden Fortschritt der Palästinabewegung erscheinen. Die Initiative zur Gründung des Kolonisationsvereines ging in Wien von den an der Spitze der Kultusgemeinde stehenden Kreise aus. Der allverehrte, auch als politische Persönlichkeit hervorragende Präsident des Wiener Gemeindevorstandes. Dr. Alfred Stern, hatte, von Oberrabbiner Güdemaun und Vaurath Stiassny aufs wärmste unterstützt, trotz seiner absorbirenden Amtsthätigkeit die Zeit gefunden, alle organisatorischen Vorarbeiten persönlich durchzuführen und sich dadurch um das Gelingen des neuen Werkes ein hohes Verdienst erworben. Ein zweites bedeutsames Moment liegt darin, daß die offiziellen Führer des Zionismus in voller Würdigung einer so verdienstlichen Förderung des Palästina- Werkes durch die einflußreichsten Kreise sich dem Kolonisationsvereine freudig und rückhaltlos anschlossen und so für ein gemeinsames Wirken aller jüdischen Parteien auf dem Gebiete der Palästina-Kolonisation die Basis schufen. So reicht denn die Bedeutung des eben entstandenen Vereines weit über die Grenzen Oesterreichs hinaus. Die konstituirende Versammlung des österreichischen Kolonisationsvereines fand am Freitag, den 13. Mai 1904 über Einladung des Präsidenten Dr. Alfred Stern im großen Sitzungssaale der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde statt. Die hervorragendsten Repräsentanten aller im öffentlichen Leben hervortretenden Gruppen der jüdischen Bevölkerung waren dem Rufe gefolgt und es war ein Augenblick voll Feierlichkeit, als der Vorsitzende diese Versammlung. die für die Palästinaidee alle Parteizwistigkeiten zurücktreten ließ, zur formellen Gründung des Kolonisationsvereines aufforderte. In beredten, mit allgemeinem Beifall aufgenommenen Worten setzte Dr. Stern auseinander, wie schon während der unlängst geschlossenen Palästina-Ausstellung der Gedanke, einen solchen Verein in Wien in's Leben zu rufen, aufgetaucht wäre. Er wies auf das große Ziel hin, welches Vereinen dieser Art, wie der etwa in Deutschland bestehende „Esra", vorschwebt und sprach die bestimmte Erwartung aus. daß alle Parteien der jüdischen Gemeinden Wiens und anderer österreichischen Städte an diesem Werke und in voller Einigkeit und in regster Weise sich betheiligen werden. Hierauf ertheilte der Vorsitzende das Wort an Dr. Alfred Nossig, der als Vertreter des Pariser Centralcomit6s und der Berliner Propaganda-Kommission der Kolonisationsvereine im wesentlichen Folgendes ausführte: Seit kurzer Zeit macht sich ein mächtiges Aufblühen der Arbeit an dem palästinischen Siedelungswerke bemerkbar. Es entstehen neue Gesellschaften zu genossenschaftlichem Bodenkaüf in Palästina. Zwei große Organisationen, die sich früher, allerdings aus verschiedenen Gründen, an der Kolonisationsarbeit in Palästina nicht betheiligten, die I. C. A. und der politische Zionismus, greifen nun mit erheblichen Mitteln eim Die Palästina-Kommission hat die Erforschungsthätigkeit ausgenommen, es werden Schulfarmen, Handelsgesellschaften und neue Kolonien gegründet. Die Kolonisationsvereine endlich erwachen zu neuem kräftigem Leben. In den letzten sechs Monaten ist für das Palästinawerk mehr geschehen als in den letzten sechs Jahren. Diese erneute Thätigkeit ist darauf zurückzuführen, daß die jüdischen Kolonien nach einer langjährigen Krise, welche durch mannigfache Fehler in der Anlage und der Führung derselben veranlaßt war, endlich zu wirtschaftlicher Blüthe gelangt lind und das Siedelungswerk demnach gute Aussichten bietet. Wenn nun heute an die Bildung neuer Kolonisationsvereine geschritten wird, so muß schon das Statut derselben so verfaßt sein, daß jene verhängnißvollen Fehler der ersten Versuchsperioden vermieden werden. Dem österreichischen Verein fällt die Aufgabe zu. ein derartiges, auf den bisherigen Erfahrungen und auf gesunden wirtbschaftlichen Prinzipien basirtes Musterstatut zu entwerfen. Das alte Unterstützungssystem, welches Schnörrerbauern züchtete, muß durch das der wirthschaftlichen Selbstständigkeit ersetzt werden. Die Kolonisation soll nicht nur ei.e landwirthschaftliche, sondern auch eine industrielle sein, nicht nur Palästina, sondern auch die Nachbarländer umfassen. Alle mit einer rationellen Kolonisationsthätigkeit zusammenhängenden Maßnahmen, wie Erforschung des Landes Versuchsstationen. Auskunft fiir bemittelte Emigranten, Bildung von Siedelungsgenossenschasten, Erwirkung günstiger Ansiedelungsbedingunqen Lei den Landesverwaltungen u. s. w. muffen in das Programm der Kolonisationsvereine ausgenommen werden. Hierbei müssen die Vereine mit dem früheren System, kleine, .vereinzelte, lebensunfähige Schöpfungen auf eigene

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