Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 44 (1.6.1904)
- Date
- 1904-06-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Feuilleton. Juden 55,000 Mk. Oesterreich gab 10,800, England 17,280 und die Pariser Alliance 20,000 Mk. Den Nest von 124,280 Mk. gaben die russischen Juden, darunter 17,280 Mk. von Hömel selbst. Im Ganzen hat der Verein eingenommen 118,336 Rubel, davon 113,000 Rubel gleich 245.000 Mk. für die vom Krawall betroffenen Juden. Von diesem Gelde hat der Verein für die vom Krawall Geschädigten 76,157 Rubel in Baar ausgegeben, womit' 718 Familien mehr oder weniger geholfen werden konnte. Etliche wenige Familien haben allein über 10,000 Rubel erhalten. Ferner hat eine Volksküche 82,000 Portionen vertheilt, außerdem haben die ständigen Pfleglinge des Vereins, selbst wenn ste von dem Krawalle auch nicht direkt betroffen wurden, eine größere Unterstützung erhalten, da sie durch die in Folge des Krawalls einaetretene Geschäftsstockung indirekt schwer geschädigt wurden. Für solche Arme hat der Verein im Berichtsjahre 10,500 Rubel ausgegeben. WMheilullgell aus den W. Ameumelnen . uni) für dieselben. (SLmmtliche jüd. Wanderbettelvereine unv Kasse« für Durchreisende find gebeten, u«S Tritthetturrge« über Erfahrungen, -ie sie auf dem Gebiete Ihrer Lhütigkeit mache«, -«komme« zu lassen.) Fürth, 27. Mai. Dresel. Percy Leopold, beheimathet in Eharlottenburg, ist am 14. August 1882 in England geboren. Er ist lediger Bäckergehilse, hat bleiches, krankhaftes Aussehen und heisere Stimme. Seine Statur ist mittelgroß, ein kleiner Anflug zu einem Schnurrbarte ist bemerkbar. Er spricht Berliner Dialekt und geriete fich an unserer Kasse als Jude. Laut bei ihm Vorgefundenen Taufschein ist er Protestant. Er wurde verhaftet und heute beim hiesigen Amtsgerichte wegen Betrugsversuchs zu fünf Tagen Gefängniß vernrtheilt. Wir warnen vor diesem Schwindler. - Israel. Wanderunterstützungs-Verein Fürth. Der Vorstand: Adolf Heymann. vermischtes. GreSlan. Der unlängst verstorbene Rentier Josef Gotthelf hiersrlbst vermochte der Stadt die Summe von Mk. 300.000 und der Synaaowngemeinde Mk. 200,000 zum Bau billiger Wohnungen für Arme, sowie Mk. 100,000 zu Sti^ndieu für arme Studenten. . Hcserr (Stiftung). Die Elben d S voi kurzem verstorbenen Kaufmanns Max Kantorowicz baden zugunsten der hiesigen Gewerbetreibenden und Handwerker ohne Unterschied der Konfession und Nationalität eine Stiftung errichtet und dem Oberbürgermeister zu diesem Zwecke die namhafte Summe von 50,000 Mark übberreichen lassen. Wahrheit und Mchtung. Von Friedrich Rott. l45 ..Dann irrt er/ versetzte Grünwald schwer aufothmend, «und darum — darf ich nicht länger säumen — Herr Doktor — nicht wahr — Sie lieben meine Frieda?" „Mehr als mein Leben", erwiderte der junge Mann erröthend. „Dank Ihnen," stammelte der Kranke mit Anstrengung, „ich gebe sie niemand so gern wie Ihnen —" Max neigte sich, mehr und mehr erglühend und zog die Hand des andern an seine Lippen. „Me kann ich Ihnen danken?" „Indem Sie sie glücklich machen — Sie werden sie trösten — werden ihr Schutz sein — werden ihr den Vater ersetzen — werden ihr Alles sein — wenn ich nicht mehr bin —" „Nicht so, nicht so! —" flüsterte Mar, kaum im Stande seine Fassung aufrecht zu erhalten. „Sie werden Zeuge des Glückes Ihrer Kinder sein." Der Kranke athmete schwer, das Sprechen schien ihn anzustrengen, die Augen wären ihm zügefallen. Nach einigen Minuten Schweigens bemühte er sich, sie wieder zu öffnen. „Mar! — mein Sohn!" — stammelte er. Max neigte sich zu ihm. „Sie wünschen, lieber Vater?" - „Hole Frieda! —" Max erhob sich und trat zum Fenster. „Frieda, der Papa läßt bitten —" Er wollte ihr den Arm reichen, sie eilte an ihm vorüber zu dem T^ette. „Papa, lieber Papa, — Du bist müde, das Sprechen strengt Dich an Er schüttelte verneinend den Kopf. „Nicht, nicht." „Kann ich etwas für Dich thun, Papa?" Ein Augenwink, ein mattes Lächeln des Kranken. Sie streichelte ihm die bleichen, abgezehrten Wangen. „Sage nnr's Papa, was kann ich für Dich thun?" Ein Lächeln umspielte die Lippen des Kranken. „Max bat mir gesagt," sprach er leise, „daß er Dich lieb hat — mehr als sein Leben — willst Du ihm die Hand reichen? — jetzt gleich? —* Sie neigte sich über ihn. berührte mit ihren Lippen seine bleiche Stirn, während sie seiner Aufforderung entsprach. „Max! Mein Sohn! — Umarme Deine Braut." Max legte den Arm um das bebende Mädchen und zog sie leise an sich, während er ihre Hand an seine Lippen drückte. Glücklich lächelnd, blickte der Vater zu