Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 43 (30.5.1904)
- Date
- 1904-05-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2449986-2450025--60734-2521756- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
896 Weilchen zu Deiner Freundin gehen, und mir Max herschicken?" „Papa!" flüsterte sie erschreckt, „Du wirst ihm doch nicht sagen, was ich Dir gesagt habe?" „Gewiß nicht, Kind, sei unbesorgt. — Aber bitte, schicke ihn mir heri" Sie durfte nicht langer zögern, stand auf und begab sich zu den Geschwistern. „Max," sagte sie, ohne den Blick zu ihm zu heben, „der Papa läßt Sie Sitten, sich zu ihm bemühen zu wollen." Er war sofort an des Kranken Seite: „Sie wünschen, Herr Grünwald?" „Setzen Sie sich — bitte — möglichst nahe — daß Sie mich hören." De* junge Mann entsprach seinem Wunsche. „Strengen Sie sich mit dem Lautsprechen nur nicht an, Herr Grünwald, ich höre Sie, auch wenn Sie flüstern." . Vor allem, verzeihen Sie — Herr Doktor — daß ich Sie gerufen habe. —" „Aber ich bitte sehr — ich wäre gekommen, auch wenn Sie mich nicht gerufen hätten." „Das habe ich mir gedacht — und darum — doch — ick muß eilen — meine Stunden sind gezählt — vielleicht sind es nicht einmal mehr Stunden —* „Um's Himmelswillen. Herr Grünwald, machen Sie sich doch keine Sorgen, der Arzt versicherte mich noch so eben, daß er das Beste hoffe." (Fortsetz, folgt.) „Mein lieber, lieber Papa. — Aber Papa, Max und Selma sind auch da." Er grüßte beide mit einem Augenwink. „Dank. Herr Doktor, daß Sie gekommen sind, Tank auch Ihnen, liebe Selma." Er hob mühsam die Hand. Max nahm sie und drückte sie leise, dann zog er sich mit seiner Schwester bis zum Fenster zurück, während der Kranke unablässig in das ihm zugewandte Antlitz seiner Tochter blickte. „Frieda, liebes Kind, willst Du mir eine Freude machen?" „Papa, welche Frage!" „Du hast recht, das ist keine Frage. Du hast mir doch immer und immer nur Freuden bereitet." „Und ich werde mich immer bemühen, Dir Freuden zu bereiten. Aber nun sage. Papa, was könnte ick jetzt für Dich thun?" „Neige Dich zu mir, Kind — und sage mir aufrichtig — hast Du Max lieb?" Eine Blutwelle färbte im Nu ihre vorhin so bleichen Wangen. „So lieb wie Dich habe ich keinen Menschen." flüsterte sie, indem sie seine Hand an ihre Lippen zog. Er blickte ihr lächelnd in das erglühende Angesicht. „Aber so lieb wie Max hast Du auch keinen Menschen." sagte er leise. „Woher weißt Du das?" „Das glaube ich gesehen zu haben, Liebling. Aber Du sollst mir jetzt aufrichtig saaen, ob ich recht gesehen habe?" Da neigte sie sich noch tiefer über ihn und ein leise? kaum gebauchtes „Ja" drang in sein Ohr. Ueber und über erglühend saß sie da und schien außerstande den Blick zu ihm zu erheben, dessen Blicke in unanssprechlicher Zärtlichkeit an ihr hingen. Einige Minuten vergingen unter allseitigem Schweigen, dann begann der Kranke von Neuem. „Frieda, liebes Kind, willst Du nicht auf ein Wochm-Kalenöer. Freitag, 3. Juni. 20. Siwan. . Sabbat-Anfang in Mainz ii. Frankfurt n. M. 7 Uhr 45 Min. Samstag. 4. Juni. 21. Juli, .'i *3 pis -n'jp.Ts. Sabbat-Ausgang in Mainz u. Frankfurt a. M. 9 Uhr 20 Min. — Berlin 9 Ubr 19 Min. — München 8 Uhr 58 Min. — Stuttgart 9 Ubr 12 Min. — Stcafchurg 9 Uhr 20 Min. — Bosen 9 Ubr 03 Min. — Stettin 9 Uhr 25 Min. — Breslau 8 Uhr 51 Min. — Nürnberg 9 Uhr 08 Min. — Wien 8 Uhr 44 Min. — Daris 9 Uhr 00 Min. — Drag 9 Uhr 00 Mn. Der „Israelit" erscheint wocheotllch zweimal, Slonlag» and Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Pierteljabr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend hoher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Oer Buchhandel vrrkrhrk durch V. Zf. Sl rinacker, Lripxig, Nohplah )S. — Inserate 25 Pfennig die vicrgcspaltene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclamctheil 7a Pfennig— Directe Francozusendung unter Streifband vro ^abraana kür Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für's Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsenden. Post«eitungsliste 3932. Telephon 1015. Stcllcsuchende und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine AuSgate deS JSeaeltt" vier Wochen lang gratis und franco erhallen. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indcß ausschließlich bei der Post aus dieselbe unter Nr.LSSS abonatren Auf Wunsch stunden wir die Zahlung des ZnferttonSbetragS an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solche». berg Das bürgerliche Gesetzbuch-— Zeitungsnachrichten und Correfpondcnzen: Deutschland: Hamburg. Königs- Dr. Siu-5 Baden. Nutzland: Petcrüdura. — Feuilleton: Wahrheit und Dichtung (Fortsetzung). der Ciizsrt: 4. Gesangöfest des oberbadncken Srinagogenchor-VerbandeS. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen lainz. Berlin. Leipzig. Gailingen. — Svrechsaal: Fulda. — Vermischtes. rrUa^e: Sprüche der Väter. Verantwortliche Ncdaetlon: Oscar Lehmann ln Mainz. — Expedition deS ^Israelit". Schottstraße Nr- 3. Mainz. - Druck und Verlag der Job. LDirth'schen Hofbuchdruckerei Aetien-Gesellschaft in Mainz. Deutschland Hierzu zwei Geilageu.