Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 92 (21.11.1904)
- Date
- 1904-11-21
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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1987 die eigentliche Familienfeier, beginnend mit Gratulationen der Verwandten, Freunden und Bekannten. Auch wird ein Festessen — ree mvz — genannt, abgehalten. In früberen Jahren fehlte niemals der Lehrer an dieser Tafelrunde; heute glänzt er meistens durch seine Abwesenheit. Der wsa 12 ist heute die Sonne, um welche sich die Trabanten des Festkreises bewegen. In früheren Zeiten mußte bei Tisch oft vom ceine Drascha gehalten werden, um zu zeigen, was er im vt; gelernt; öffentliche amtliche Schulprüfungen kannte man nicht. Die nrn war daher der Prüfstein des Wilsens, und gaben dem Vortragenden nicht selten Beweise seiner 7i:’p2i rann. An Stelle dieser rvn hält heutzutage der 2'2 zwecks Erhöhung der Fkststimmung zuweilen eine Tischrede. Nachdem der Gefeierte das Mesumenbenschen ausgesührt, schließt die häusliche Barmizwoh-Feier, eine der schönsten religiösen Familienfeier, die Hoffnung anknüpfend von Seiten der Eltern, der Barmizwoh.-Sobn, der nun in die Schule des Lebens eintritt, möge in praktischer und sozialer Beziehung den Weg Gottes und der Menschenpflicht stets wandeln und so die weiteren Etappen der Lebenswünsche m Ehre erreichen. Wir kommen nun zum zweiten Theil, dem „wichtigsten" unseres Themas: „Vorbereitung zur Barmihwoh-Feier." Zuerst aber suchen wir Stützpunkte anzufübren, welche motiviren, daß unmittelbar nach dem 13. Jahre der Knabe P'X genannt, als solcher ein rnLL 12 geworden, wenn auch diese Perioden als 'rre N2bn gilt, nnp p'x -re pi' trx ipp rm cnwn ibnri 2'bnx 2V en p*x 2pr"_ — Unsere Weisen berechnen und folgern, damals haben Esaw und Jakob gerade 13 Jahre zurückgelegt, deßhalb wird ihnen das Prädikat v'x. Der pina schließt hieraus die bekannten Worte: 3' irxbi isen ireb c'2bin 2x3p n;r :*’ bz rebx "> icx —*w rab *]bn rm ,isen mb “bn m n:p inxbi 1:2 cy ‘»sab enx e"n n:p y» ny p?cp 12 m bv iP3pe '3iasp *p2 :ic*c Man könnte die Zwischenfrage stellen, wenn mit dem 13. JaKre der 2ian isr seine Herrschaft antritt, so sei es zu wundern, daß Esaw von da an gerade den verfehlten Weg einschlug: das Gegentheil wäre zu erwarten gewesen. Indessen ist festzuhalten, bis zum erwähnten Zeitpunkte, waren die Eltern verpflichtet, unter Anwendung aller zu Gebote stehenden Mittel. Esaw auf den schmalen Weg der Pflicht zu bringen und zu halten, denn sie waren verantwortlich für sein Thun und Lassen. Jsaal wußte es ja. daß seine Erziehungskunst zu keinem günstigen Resultat führt. Vom Mutterleib trug Esaw den schlechten Kern in sich. Aus dem Worte rarwi folgert Raschi: rrw um bs 7112p n*TW2 k*p ms by rrcxe — nah ceieei p epp jap bv nah L2-:so. Das ganze kindliche Benehmen des Esaw war ein Prognostikum einer verfehlten Zukunft. Darin liegen pädagogische iw i23w ibbye2 c:. Winke für den Erzieher: :2m «p x. nbn prctp ppp 32 w upi Unsere Weisen berechnen, zur Zeit jener Familienaffaire zählten Schimon und Lcvi 13 I., deßhalb heißen sie ’&'».• Die M'sora sagt: dreimal finden wir „n 2p" nänllich: nbx3 17 ap v^na wns ■»ee’ nbnnmp iicj — mp 11 sy. Das Wörtchen 17 zählt 13. Hieraus deduziren unsere Weisen, daß die religiöse Mündigkeit mit dem 13. Jahre beginnt, und finden wir auch gleichzeitig eine Andeutung in diesen Sätzchen, der drei Grundpfeiler, für welche der »2 erzogen und vorbereitet werden muß: /rw2pb ,minb .nbsfl aw rnnrerb .mp n cy :nnr.b .enen nSvrn ■pcra ivn; JD'nen e*3\ Der Anspielung von: 271p ra :*,2’>;nzy r,:v nipp geschah schon oben bereits Erwähnung, rreob mtrj? ntpbt? ist allbekannt. Auch vom physiologischen Standpunkte betrachtet, ist der Ue.bergang vom 13. auf das 14. Jahr die Zeit der Mannbarkeit, die der Pubertät, also eine kritische Zeit für den Organismus, wo dem jungen Menschen Kämpfe warten, wo sich kämpfend rüstet der jüdische Knabe zum einstigen Manne. Daher setzte man diese llebergangszeit für religiöse Mündigkeit fest. Nach diesen Argumentationen gehe ich auf die Varmizwoh-Feier-Borbereitungen über: Die 0 2 -Vorbereitung ist: 1) eine allgemeine, 2) eine rekapitulirende, 3) eine prakisch anschauende. Wir sind von der Wiege bis zum Grab immer in Vorbereitung begriffen;; wo wir uns niederlasten, sind es nur Absteigequartiere, die wir in der Absicht beziehen, sie wieder zu verlassen: irwsb lasi?;pm . mtrsb nein n:n ebipn u. s. w. Kindesalter ist Vorbereitung für's Jüngling- und Junasrauenalter: diese für den Beruf als Mann und Weib. Die personifizirte Vorbereitung ist der Lehrer, insbesondere der Religionslehrer. Keine, Unterrichtsstunde ohne Vorbereitung, keine nbsn ohne naotn u. s. w. '31 TiTK nytp D*n*p vn cpnsn;* keine 71212 ohne nren. Das Grundvrinzip der Barmiztooh-(Feier)- Vorbereitung ist in dem bekannten Satze enthalten: neco ne' xb ppr ’D C3 12m s bp iwb -pjn Rüste, bereite den Zlnaben nach Maßgabe feines einzigen Lebensweges vor, im Alter wird er dann davon nicht weichen. Ter religiös mündig gewordene Sohn heißt .ree *2 nicht *o p weil er nicht nur ein Sohn der Pflicht in Bezug des inneren Kreises, des spezifisch und religiösen Lebens, sondern auch nach „außen" "m2„ — sozial und staatsbürgerliche Pflichten in gleicher Weise als 12-nre — in lauterer Gesinnung zu bestätigen hat. König David sagt: sjjx'.p 12 iptpj, auch nach dieser Richtung muß er gerüstet sein, damit er keine krummen Wege einschlägt. mbei px *pm min bip nbp b2pb -p;n heißt die Jugend vorbereiten, rüsten für den ganzen Ernst ihres Lebens, um den Kämpfen und Versuchungen,