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Der Israelit · 1904-11-21 · Heft 92 (21.11.1904) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 92 (21.11.1904)
Date
1904-11-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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18*1 SSotltVmgungen cinfr zweckenlsprechenden Auswandrtunet, föhne übet die besten Reisewege aufzuklaren und den Transport der Auswanderer alsdann bis zur Landesgrenze zu überwachen. Die Aufgabe der Uebcrwachung - nebst der Vorsorge für möglichst billigen Transport liegt allen Landeskomitees ob. Die Aufgabe, für bic Ausgewanderten möglichst schnell Arbeitsgelegenheit zu schaffen, fallt den Landesorganisationen jener Länder zu, die das Reiseziel der Auswanderer sind. Die Landesorganisationen, denen es vielfach obliegen wird, mit der Regierung und den Behörden ihres Landes zu verhandeln, müssen sich eine derartige Form geben, wie sie den Verhältnissen des einzelnen Landes am besten entspri-Lt und zur Erreichung der vorgesteckten Ziele am zweckdienlichsten ist. Um das Zusammenarbeiten der einzelnen selbstständigen Landesorganisationen zu verbürgen, ist 2. ein Internationales Komitee zu bilden, dessen Aufgabe es wäre a) in Fällen, wo die Landesorganisationen versagen, einzugreifen; b) in Fällen, wo die Größe der Auswanderung ganz besondere Maßnahmen erfordert, die gegebene Vorsorge zu treffen. Das Internationale Komitee wäre zu bilden aus je einem Deleairten der großen, auf der Konferenz vertretenen jüdischen Wohlfahrtsinstitutionen und aus solchen Einzelpersonen, die für die Sache nützlich sein können. Dieses «Internationale Komitee für die jüdische Auswanderung aus dem östlichen Europa" gibt sich eine Geschäftsordnung selbst. Endlich wäre 3. ein «Internationales Zentralbüreau für die jüdische Auswanderung aus dem östlichen Europa" zu bilden. Diesem Bureau läge es ob, alle auf die Auswanderung bezüglichen werthvollen Informationen zu sammeln: Eisenbahntarife, Schifffahrtstarife, die Nachrichten über die Lage des Arbeitsmarktes in den Auswanderungsländern, Nachrichten über die Vorbildung der Auswanderer in ihren Heimathländern u. s. w., um alsdann durch eine zweckentsprechende Derwertbung und einen zweckentsprechenden Austausch dieser Nachrichten den Auswanderern für ihr Fortkommen möglichste Erleichterung und den Landeskomitees für ihre Maßnahmen die nöthigen Unterlagen zu schaffen. Dieses Bureau müßte seinen Sitz in möglichst zentraler Lage haben, zwischen den Herkunftsländern der Auswanderer und den Landern, in die sie sich begeben. Resolutionen: Es wird beantragt: Die Versammlung beschließt gemäß obigen Theten. 1. daß die einzelnen Lander Vorsorge treffen, damit die osteuropäische Auswanderung von Land zu Land überwacht werde. 2. daß ein «Internationales Komitee für die jüdische Auswanderung aus dem östlichen Europa", sowie 3. daß ein «Internationales Zentralbureau für die jüdischen Auswanderer aus dem östlichen Europa" \ gebildet »verde. Brief an-.Ungar». Mit dem Hinscheiden des orthodoxen Landes- Präses Lipschitz s. A. sind verschiedene hochwichtige Fragen in den Vordergrund getreten, deren entsprechende Erledigung von größter Tragweite ist, und die gegenwärtig die orthodoxen Kreise Ungarns eingehend beschäftigen. In erster Reihe handelt es sich um die Person des künftigen Präses, nämlich diejenige Persönlichkeit ausfindig zu machen, welcher die Leitung der orthodoxen Landesangelegenheiten anvertraut werden kann, ferner anläßlich der Präses-Neuwahl die Modalitäten des Wahlaktes selbst zu bestimmen; schließlich dem gewählten Präses eine angemessene Machtsphare einzuräumen resp. dessen Pflichten genau zu umschreiben. Daß es zu den großen Schwierigkeiten zählt, auf diesen verantwortungsvollen Posten den geeigneten Mann zu berufen, wird niemand in Abrede stellen. Zumal cs nicht nur zu den Aufgaben des Präses zählt, die verbrieften Rechte der Orthodoxie gewissenhaft zu schützen, sondern er muß auch produktiv thatig sein. Er muß vom Schaffensdrange beseelt, fiir die weitere Wohlfahrt, für das Gedeihen der orthodoxen Interessen Sorge tragen, das Prestige der Orthodoxie nach Außen und Innen hin heben, und was die Hauptsache ist, den Re cht»en der Orthodoxie in jeder Beziehung Geltung verschaffen. Nun, so schwir-. rig es auch erscheint, unter solchen Bedingungen die Präsesstelle in entsprechender Weise zu besetzen, zu den unlösbaren Problemen kann diese Frage durchaus nicht gerechnet werden. Ja, sogar im Verhältnisse zu den übrigen schwebenden Fragen kann sie einigermaßen als leicht durchführbar hingestellt werden. Denn unter den B'uv in Ungarn finden sich noch. Persönlichkeiten, welche die Qualifikation, Klugheit, Gewandtheit und Charakter besitzen, um als würdige Repräsentanten an die Spitze der Orthodoxie gestellt werden zu können. Die Schwierigkeit liegt daher nur in der Auswahl. Es bedarf nur der Einsicht und der nüchternen Urteilskraft der hierzu Berufenen, zwischen tat vorhandenen Kandidaten den «Richtigen" herauszufinden. Viel schwieriger gestaltet sich jedoch die Durchführung der übrigen obenerwähnten Fragen. Diese Fragen verlangen eine Entscheidung über Dinge, die bisher, gar nicht vorhanden waren. Das orthodoxe Landesorganisations-Statut enthält nämlich gar keine Verfügung betreffs der Wahl und Rechte des Präses erwähnt überhaupt nicht den Gegenstand einer LandeSvertretung, oder in welcher Form die administrative Erledigung der Landesangelegenheiten' gehandhabt werde. Wenn daher von einer Schwierigkeit die Rede ist. so obwaltet diese nur betreffs dieser Fragen. Worin diese Schwierigkeiten eigentlich bestehen, wird jeder objektiv Denkende leicht herausfinden. Sprechen wir über den Wahlakt selbst. Ein Wahlakt, dem leine'

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