Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 65-66 (17.8.1904)
- Date
- 1904-08-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1885 Oberrabbmer Goldberger-B. Hunyad. „ B r o d i - N. Kallo. „ Friedmann - Udvarhely. * Teitelbaum-Tets. „ T annenbaum-Putnok. .. Jungreiß - Gyöngyös. * Rosenberg-Razfcrt. „ Fischer- Gyönk. „ Fischer - Sarvar. * T e i t e l b a u m - Ny. Bator. „ Herzog-Stampfen. » Weiß- Janoshaza. „ Friedmann - T«'th. Wir bemerken, daß hier wieder die Größten unter den Großen gesprochen. Wir haben diesen Aeußerungen nichts hinzuzufügen. Die berufenen Führer der orthodoxen Judenheit haben gesprochen, und an uns ist es, ihnen zu gehorchen. Unsere Weisen lagen uns in Bezug auf das Verbot des r, xS, daß selbst bxzv svrv pc* bv rcx» cx sD' x*ir bxzv bs'. wenn sie auf dasjenige, was uns als rechts erscheint, sagen, daß es links wäre und umgekehrt, wir ihren Worten zu folgen haben. Sie sehen klarer und tiefer als wir. denn Thora schärft den Geist und macht den Blick freier und weiter. Wir geben uns keiner Täuschung hin. daß diese Worte unserer Großen in zionistischen Kreisen etwanützen werden, denn es ist eine Errungenschaft des Zionismus, der ja Alles und Jedes, was sich ihm in den Weg stellt, in unerhörter Weise beschimpft, als wollte er auf diese Art sich seine Legitimation als Vorläuferin der messianischen Zeiten erbringen, der ja bekanntlich xcxn xrrrcxzpzz. Man sehe sich nur die rüden Schimpfereien der „Welt" an. und man wird einen kleinen Begriff davon bekommen, wie man in zionistischen Kreisen mit wirklichen Gdole Jißroel umgeht. Hier einige kleine Stichproben aus dem Artikel „Der Mainzer „Israelit" und seine Gefoppten" aus Nr. 33 der „Welt": „Leute, (damit sind die Oberrabbiner, die den Aufruf erlassen haben, gemeint) mit frechem Stolze und blutiger llnkenntniß alles dessen, was Israel frommt." ..Die Angst für unsere Thora schützen sie vor. diese augenverdrehenden Salbungsvollen und um ihr kleines, schmutziges Wohlergehen handelt cs sich ihnen zumeist." ..Darum sind sie besorgt, daß ihnen ihre Schäfchen entrinnen, daß die Schafschur nicht mehr den gewohnten Profit abtverfen könnte. Nicht die Thora ist in Gefahr, nicht Zion, für das wir wie unser Führer unser Leben;u opfern bereit sind, aber sie selbst sind in Gefahr, ihren verdummenden, irreführenden Einfluß zu verlieren, ihrer Eitelkeit und Anmaßung Grenzen gezogen zu sehen." „Bon solchen Rabbinern wollen wir unser Bott befreien. Sie haben es gewollt, sie sollen eS haben. Hinaus mit ihnen, damit sie uns nicht langer verunehren!" „Sie mögen ruhig sein. ES wird sich nicht um einen Kulturkampf handeln, wie sich die srechfrommen Verleumder unserer Ziele eiubilden, sondern einfach um die Unschädlichmachung giftiger Hasser. Unsere Verleumder aber mögen gewarnt sein. Wir werden ihrer denken, wie wir Amaleks denken müssen." Die Achtung, die wir unseren Großen einerseits und uns selbst andererseits schulden, verbietet es uns. auf diese wüsten Anremplungen auch nur mit einem Worte einzugehen. Was kümmerts den Mond, wenn ihn der Hund anbellt. Dieser Schmutz erreicht uns nicht. — Einen mehr humoristischen Anstrich hat ein Vorschlag, den die „biederen und braven Leiter" eines süddeutschen Lokalblättchens machen. Sic lvollen die Oberrabbmer. die den Aufruf erlassen haben, vor ein Bethdin stellen. Man denke doch, die Oberrabbiner von Brisk. Preßburg. Hußt und W a i tz e n vor einem Tribunal von Misrachigrößen! Wir würden dann Vorschlägen, daß Herr Rabbiner Landau aus B o t o s ch a n zum Präses des Tribunals ernannt werde, derselbe Herr Rabbiner Landau. der den Ausruf des Misrachi unterzeichnet hat. der bei der Misrachikonferenz ein Referat über Jugenderziehung halten wird, und der e i n e Krone zur Errichtung eines Monuments für Herzl gestiftet hat, wir aus dem Spendenverzeichniß der ..Welt" Nr. 33 zu ersehen ist!! — Die Herren von der Misrachigruppe regen sich so sehr darüber auß daß man sie nicht gefragt hat, bevor man den Ausruf gegen sie erlassen hat. Wir erlauben uns nun zu fragen: Haben sie vielleicht einen Menschen gefragt. bevor sie ihren Aufruf erlassen haben und sie wußten doch auch ganz genau, daß viele der angesehensten Männer Israels den Zionismus verdammen? Hat Herr Rabbiner Reines die Größen Rußlands ensp *ipx •rccc ns* gefragt, ob er sich dem Zionismus anschließen dürfe? Hat Herr Oberrabbiner Roth die Größen seines Vaterlandes wro» ns* «cp nwe gefragt. bevor er seine Broschüre veröffentlichte? Und man sehe sich doch den Aufruf an. ob in demselben keine Verurtheilung der Gegner des Zionisnius ausgesprochen ist. bevor man diese gehört hat. Wir loden sie deshalb vor kein Bethdin. Wir wissen, daß Vernunftgründe bei Zionisten nicht verfangen, und die Worte unserer Großen werden bei ihnen nicht fruchten. Das sollen sie auch nicht. Sie sollen nur der gesetzestreue» Judenheit die Augen öffnen, und sie davor zurückhalten, sich dieser unheilvollen Bewegung anzuschließen. Mögen diese Worte unserer Führer ihre Wirkung nicht verfehlen und das Judenthum wird auch diese Krankheit überwinden. Stehen wir. treuen unseren