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Der Israelit · 1904-05-19 · Heft 39-40 (19.5.1904) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 39-40 (19.5.1904)
Date
1904-05-19
Page
– (sequence 10)
Language
German
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838 einer so. wichtigen Frage, wie es die aufgeworfene ist, im „Israelit" nicht mitsprechen. gerade das Interesse der Erhaltung der jüdischen Orthodoxie fordert es meiner Ueberzeugung nach dringend, daß wir bei der in unserern Tagen stattfindenden jüdisch-nationalen Bewegung, keine oppositionelle Stellung gegen dieselbe einnehmen; nicht außerhalb, sondern innerhalb derselben, haben wir unsere uns zufallende hohe Aufgabe ganz und voll zur Geltung zu bringen. Ich bitte meine Brochure zu lesen! Anmerkung der Redaktion. Um auch den Schein der Illoyalität zu vermeiden, geben wir die Ausführungen des ehrwürdigen Herrn Oberrabbiners von Papa unverlürzt wieder. Die Beantwortung überlassen wir dem Referenten, und bemerken, daß mehrere wahrhaft rührende Beifallskundgebungen von nnn ’bra des In- und Auslandesbesonders aber Ungarns, demselben zugegangen sind, so daß der Herr Oberrabbiner betreffs des Zeugnisses, das sich unjer Herr Mitarbeiter mit dieser Arbeit ausgestellt hat, immerhin beruhigt sein kann. Roch zwei Dinge müssen wir zur Wahrung unseres Standpunktes bemerken. Erstens müssen wir dem geehrten Herry Oberrabbiner bemerken, daß wir schon seit dem Entstehen des Zionismus unzähligemale Gelegenheit genommen haben, den Zionismus vom Standpunkte der Orthodoxie aus zu beleuchten. Auf Grund ehrlicher Prüfung und Abwägung aller Einzelheiten find wir zu unserem ablehnenden Standpunkt gelangt, der von der weitaus größeren Mehrheit des orthodoxen Judenthums gebilligt und getheilt wird, wie dies aus den unzähligen Zuschriften, die wir gerade in der letzten Zeit erhalten haben, hervorgeht. Wenn also der Herr Oberrabbiner klagt, daß wir mit Borurtheilen an. die Beurtheilung der zionistischen Fragen herangetreten sind, so hat diese Klage keine Berechtigung. Daß uns die Broschüre des Herrn Oberrabbiners nicht überzeugen konnte, wird wohl ein Jeder einsehen, wenn wir ihm sagen, daß in der ganzen Broschüre kein einziges Argument, kein einziger neuer Gesichtspunkt gebracht wird, die nicht schon unzähligemal in diesen Blattern widerlegt worden wären. Unsere Leser mögen die Artikel des „Israelit" in den letzten sechs Jahren durchgehen, und sie werden dies bestätigt finden. Was nun zweitens unsere angebliche Zionsseindschaft anbelanat; so überlassen wir es der ganzen ' Welt zu beurtherlen. wer mehr für Zion geleistet hat. dle drtsodoxen Juden, oder die Zionisten. — j-! 9*n derselben. Frage ist uns . eine Zuschrift eines. WdcÄn img.>W. Rabbiners! zügekommen, die wir hier veröffentlichen^ üriü zu zeigen, daß G. s. D' doch Viele die Ansicht unseres Mitarbeiters theilen. Sarvar (Ungarn), 16. Mai. In der nächsten Rahe von Papa wohnhaft, erfahre ich erst heute aus den an leitender Stelle der jüngsten Nummer des „Israelit" gedruckten Zeilen den exceptionellen Standpunkt des Papaer Oberrabbiners bezüglich der seit Jahren von Dr. Herzl und seinen Gewährsmännern inscenirten Bewegung des Zionismus, der sich bis heute die meisten — nein alle Rabbiner des orthodoxen Judenthums fern gehalten und theils eine gegnerische, theils nur eine passive Haltung beobachtet haben. Da in der Regel jede Exaltation die Kritik herausfordert, wird es mir Se. Ehrw. Herr Rabbiner Roth nicht verargen, wenn ich mir einige Bemerkungen erlaube. Wie und was die'ungarischen orthodoxen Rabbiner über den Zionismus denken, bleibe dahingestellt, daß aber alle sammt und sonders mit Leib und Seele für das Gemeinwohl arbeiten und es bei jeder Gelegenheit befördern, oder wenigstens zu befördern suchen, wird wohl keiner zu bezweifeln wagen. Ist es demnach denkbar, daß keiner der rabbinischen Kapazitäten ad hoc aus der Reserve getreten wäre, um seine Stimme für den Anschluß an den Zionismus zu erheben, wenn die Tendenzen des Vereins mit echt jüdischer Gesinnung und Ueberzeugung zu vereinen wären? Wäre eine solche Gleichgültigkeit von solchen Männern zu begreifen? Aber wenn die leitenden Organe des Zionismus in religiöser Beziehung kein Vertrauen verdienen, dann heißt es: 5p? mwn dm av Wenn Herr Rabb. Roth an dem vorjährigen Kongreß in Basel theilgenommen hat, so muß er ja von dem religiösen Jndifferentismus, um einen gelinden Ausdruck zu gebrauchen, der eifrigsten Anhänger des Zionismus durchdrungen sein; denn der überwiegende Theil. darunter die angesehensten und maßgebenden Faktoren, hat ja gleich nach Beendigung und Auflösung des Kongresses noch am rzv die Stadt verlassen und die Heimreise angetreten. Oder entspricht der seiner Zeit im „Israelit" erschienene Bericht nicht der Wahrheit? Dann wäre es aber empfehlenswerth gewesen, von verläßlicher Seite, und hierzu wäre Herr Rabb. Roth, der sich selbst im Kreise der Chasidim voller Hochachtung erfreut, die geeignetste Person gewesen, den Bericht zu dementiren. Das Vorgehen des Herrn Rabbiners ist geradezu unbegreiflich. Unbegreiflich, weil ich ihn als um- und vorsichtigen v-n -vc^n kennen gelernt habe, und da hätte er nicht vergessen dürfen, daß die Gemeinschaftlichkeit selbst mit nur indifferenten Juden nicht rathsam sei. . Darum hat auch ^a» qtox seine näheren Beziehungen und den häufigeren Verkehr mit Loth abgebrochen, und ihm nicht nur nm'rn brriLVN c* sondern auch nd'rwvm pon tM zugerufen. Und warum es gleich nachher heißt vian 5» *nü iff sa Ehrw. sehr gut bekannt. '' .

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