Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 39-40 (19.5.1904)
- Date
- 1904-05-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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839 Unbegreiflich auch aus dem Grunde, weil die heterogenen Elemente darunter, die ruiex im Schoße der Orthodoxie vor einem Problem stehen und nicht wissen, was nun zu thun sei. Sollen sie die Passivität ihres Rabbiners verurtheilen, oder sollen sie über die Begeisterung des Papaer Rabbiners den Stab brechen? Daß es in der unteren Volksschicht auch an sarkastischem Scherz nicht fehlt, ist selbstverständlich, und daß solcher Scherz der jüdischen Sache nickt zuträglich ist, muß nicht erst erörtert werden. Sapienti sat. Wer den Charakter des Herrn Rabb. Roth kennt, wird zugeben, daß er bona fide gehandelt hat, daß er aber einen Fehler begangen, indem er die Rabbiner der umliegenden Gemeinden nicht zur Berathung eingeladen. wird auch keiner bestreiten wollen, denn abgesehen davon, daß eine solch' wichtige Entscheidung Solidarität bedingt, verweise ich aus "Ni zur Stelle mx hkn Unsere Weisen sagen: px *m tcxp D2n imx fTrjTD darum wäre es meines Erachtens jetzt nöthig. wenn tonangebende Rabbiner die Sache einer genauen Prüfung unterziehen und sie. pro oder kontra, zur öffentlichen Kenntniß bringen möchten. Sollten sie sich dann für das erstere erklären, möchte ich dem ehrw. Rabbi Roth zurufen: « ib »w mpo. Rabbiner Tobias Fischer. Anmerkung der Redaktion. Die bedeutendsten Rabbiner Ungarns und Rußlands haben bereits ihre Stimmen gegen den Zionismus erhoben. Wir verweisen auf die Erörterung der zionistischen Frage im „Tel Talpios". Daselbst erklärten sich die Herren Oberrabbiner von Preßburg. Waitzen br.zbi Paks cntsckieden gegen den Zionismus. Ebenso liegen ablehnende Erklärungen von russischen Autoritäten vor. Es ist also keine offene Frage mehr. Ein jeder orthodoxe Jude weiß, woran er sich zu halten hat. .">21 fp •non xb Zeitungsnachrichten und Earresparrdenien. Deutschland. Memel. Tie Anzahl der.im verflossenen Jahre im hiesigen jüdischen Krankenhause aufgenommenen Kranken hat sich wiederum gegen das Vorjahr nicht unerheblich vermehrt. Sie betrug 140 Personen (gegen 128 im Jahre 1902) und umfaßte 60 männliche und 80 weibliche Individuen. Wie immer entstammten die Kranken, mit verschwindenden Ausnahmen, dem benachbarten Rußland oder waren Rückwanderer dorthin, die auf der Durchreise erkrankt waren. Die Kosten der re.inen Verpflegung.beliefen sich einschließlich des gesammten Personals auf 86.6 Pfennig pro Tag und Kopf, wobei zu erwägen ist, daß die.rituelle Küche theurkr zu stehen kommt, als die gewöhnliche "der anderen Krankenhäuser und daß wir genöthigt {mb; manchen Eigentümlichkeiten in den Gewohnheiten unserer Kranken nachzugeben, was eine weitere Ver» bilUgung unmöglich macht. Rußland. >. , f Petersburg. (Großfürst S e r g i u s und der jüngste Judenerlaß PlehweS.) Durch den jüngsten Judenerlaß des russischen Ministers v. Plehwe wurden bekanntlich die Gouverneure und Polizeichefs im Reiche angewiesen, mit Rücksicht auf den Krieg in Ostasien die angeordnete Ausweisung der Juden aus jenen Ortschaften, in denen ihnen der Aufenthalt nicht gestattet ist, bis auf Weiteres einzustellen. Großfürst Sergius, der Generalaouverneur von Moskau, richtete hierauf an Minister v. Plehwe die schriftliche Anfrage, ob die von ihm verfügte Einstellung der Judenausweisungen sich auch auf Moskau beziehe, wo der Aufenthalt von Juden von Alexander Hl. nicht geduldet wurde. Auf diese Anfrage ist nun, wie die „Oßwoboschdenje" meldet, folgendcharakteristische Antwort des Ministers v. Plehwe, Zahl 935, eingetroffen: „In der Frage der temporären Sistirung der Judenausweisungen beehre ich mich, Eurer kaiserlichen Hoheit zu melden, daß diese Verfügung in den Grenzen des Moskauer Generalgouvernements bloß in dem Umfange durchgeführt werden darf, in welchem es auf Grund der Weisungen zulässig erscheint, welche Eure Hoheit dem GouoLrneur und dem Oberpolizeimeister von Moskau zukommen lassen." Die Judenausweisungen aus Moskau haben nun auch begonnen. > Kischinelv, 18. Mai. (Der Prozeß tn K i s ch i n e w.) In dem Prozeß wegen der Ausschreitungen gegen die Juden im April 1903 wurde heute das Urtheil gefällt. Zwei Angeklagte wurden rvegen Straßenunruben zu acht Monaten Gefängniß mit Verlust einiger Rechte, zwei wegen schwerer Verletzungen an Juden zu einem Jahr schwerer Haft, zwei wegen Mordes zu vier Jahren' Zwangsarbeit verürtheilt. Sechs des Mordes Angeklagte wurden freigefprochettt Die Civilforderungen wurden als unbegründet zurückgewiesen. " vermischtes. Frankfurt a. M. Der Verein für jüdische, Kranken? Pflegerinnen übte 1903 hie'selbst 115. äusnärts 8 Pflegtri ohne Unterschied der Konfession aus bei 2811 Pfleoetage« und 230 vollständigen Nachtwachen. Tie Armenschwestern' wurden von 200 Kranken in AnspruchIgenommen.^ Die Einnahmen der Hauprkosse Miefen'sich auf Tka'k.2062l, .die Ausgaben ani Mo» k 11316, für ncrirnrrilen der Schwestertj gingen £?atf 2500 ein. der Pensionsfonds erhielt Mark 10049 an Geschenken und betrügt jetzt Mark 21260-/ V