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Der Israelit · 1904-05-19 · Heft 39-40 (19.5.1904) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 39-40 (19.5.1904)
Date
1904-05-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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aus unseren Reihen sich seine Opfer sucht, ungerecht die Feindschaft, unter der wir leiden, empörend der Hohn, mit dem man uns verhöhnt, schmerzlich die Verachtung, unter der wir dahinleben, verletzend der Spott, der mit unseren heiligsten und edelsten Gefühlen getrieben wird, aber die- Alles verwundet nur und tödtet nicht, es verletzt, aber vernichtet nicht, man i» tepn ex wenn wir nur die Thora als Richtschnur in unserem Leben gelten lassen, die uns getragen und die uns weiter tragen wird. Wir bestehen durch die Kraft des göttlichen Geistes vom Sinai und wenn wir am Feste der Gesetzgebung im Geiste wieder den Berg umstehen werden, von dem wir vor mehr als drei Jahrtausenden auszogen., um den Geist, der auf ihm offenbart worden ist. in die Welt zu tragen, so werden wir wieder die belebende und hoffnungerweckende Stimme hören: ex swd man nx tfopn. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlur. (Aus der Sitzung des Central -Comitös der Alliance vom 4. Mai d. I.) 1. Eine neue Summe von 6000 Frs. wurde für die Israeliten von Stat (Marocco). die sich in Folge der Dezember-Unruhen nach Casablanca geflüchtet haben, bewilligt. 2. Zur Gründung einer Darlehenskasse in der Gemeinde Bakau (Rumänien). die sich ihrerseits zu dem gleichen Beitrag verpflichtet hat. wurden 2000 Frs. bewilligt. 3. Das Comrtö beschloß, die Domäne La Reghaia, 30 Kilometer von Algier entfernt, zu erwerben, um dort Zöglinge der Ackerbauschulen der AMance, namentlich aus der Ackerbauschule von Djödeida, ansässig zu machen. Die Domäne umfaßt 1780 Hecta. Berlin. Generaloberst v. Loö hatte in einer Rede bei dem 25-jährigen Papstjubiläum Leos XIII. einen Israeliten als einen der tapfersten Husaren des Feldzuges gefeiert und hinzugefügt, daß der Israelit für seine Tapferkeit mit dem Eisernen Kreuze geschmückt worden sei; er drücke ihm bei jeder Begegnung die Hand, weil er ihn hochachte. Wie nachträglich bekannt wurde, hatte General von Loö damit den Handelsmann Moses Bier in Bonn gemeint, nur hatte er sich insofern geirrt, als Bier nicht das Eiserne Kreuz besaß. Antisemitische Blätter und Redner hatten den Jrrthum des Generals v. Loö damit erklärt, daß Bier sich schwindelhafter Weise für einen Ritter des Eisernen Kreuzes ausgegeben habe. Der Abgeordnete Lieber. mann v. Sonnenberg war in der Reichsiagssitzung vom 7/März d. I. nochmals auf diese Angelegenheit zuriickgekommen. Wie in der letzten Sitzung deS Bonner Kriegervereins, dem Bier angehört, mitgetheilt wurve, hat sich Generaloberst v. Loö. nachdem ihm die Aeutzerungen Liebermanns v. Sonnenberg bekannt wurden, von Bordighera in Italien aus an den Reichstagspräsidenten gewendet, um eine Richtigstellung zu veranlassen, die sämmtlichen Abgeordneten mitgetheilt werden soll. In der dem Verein vorgelegten Richtigstellung heißt es der »Köln. Ztg. zufolge: »General v. Loö hat sich allerdings, als er in seiner Rede am 29. Juni 1902 in Bonn die Dekorirung des p. Bier erwähnte, in einem Jrrthum befunden. Dieser Jrrthum ist aber einzig und allein seine, des Generals Schuld. Bier war für das Eiserne Kreuz vorgeschlagen, inzwischen erhielt der damalige Kommandeur des Königshusarenregiments, General v. Los das Kommando der Brigade und glaubte nachher, die Dekorirung sei auch erfolgt. Was den-p. Bier betrifft, so hat dieser weder vor der Rede von seiner Dekoration gesprochen, noch nachträglich die fälschliche Darstellung unterstützt. Vielmehr ist er nachher sofort zum General v. Loö gekommen und hat persönlich den Jrrthum aufgeklärt.* Frankfurt a. M., 13. Mai. Gestern fand dahier im Hotel Neuhof die erste Mitgliederversammlung der Jüdisch-Litttrarischen Gesellschaft statt. Die zahlreich erschienenen Mitglieder nahmen mit großer Befriedigung den vom Vorsitzenden, Herrn Direktor Lange, erstatteten Geschäftsbericht entgegen, aus dem wir in Erwartung der demnächst erfolgenden Veröffentlichung des Rechenschaftsberichtes einstweilen folgendes hervorheben: Die Gesellschaft wurde im Januar 1902 konstituirt und hat alsbald eine vielseitige Thätigkeit begonnen. Sie hat namhafte Subventionen an Gelehrte vertheilt, um dieselben in den Stand zu setzen, ungestört ihren wissenschaftlichen Arbeiten leben zu können, anderen durch Gewährung von Beihilfen die Drucklegung ihrer Werke, die eine Förderung der jüdischen Wissenschaft bedeuten, ermöglicht bezw. erleichtert. Das anfangs dieses Jahres erschienene Jahrbuch hat in der inländischen und ausländischen Presse zustimmende und anerkennende Veurtheilung erfahren. Die als Lösung der Preisaufgaben eingereichten Arbeiten konnten leider nicht als befriedigend anerkannt und preisgekrönt werden; der Vorstand hat vielmehr eine Verlängerung der Einlieferungsfrist beschlossen und wird demnächst Näheres darüber veröffentlichen. — Im vergangenen Winter hat vor einer zahlreichen Versammlung. zu der die JLd.-Lit.-Gesell. ihre Mtglieder in Frankfurt a. M. und dessen Umgebung eingeladen hotte und zu der sich auch viele andere eingefunden hatten, Herr Prof. B a r t h aus Berlin einen mit ungetheiltem Beifall aufgenommenen Vortrag gehalten, desftn Veranstaltung dem Vorstände allseitige Anerkennung brachte.

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