Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 38 (16.5.1904)
- Date
- 1904-05-16
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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822 Im Lichte der prophetischen Verheißung erscheint die Arbeit der Woche als Rüstuyg zur- Feier des Sabbat. Noch mehr aber verleiht die Seelenstimmung am Sabbat die Rüstung zum edlen menschlichen Werke am Werktage. Es gehört nun Stärke, Seelenstärke dazu, den am Sabbat errungenen großen Gewinn in die Woche hinüber zu retten und ihn beim Ansturm des merktägigen Interesses zu sichern, die Sabbatseele und den hohen Sabbatgcist im niederwärts ziehenden Wirken und Streben der Woche sich ausleben zu lassen. Gott verleiht diese rüstende Kraft. Indem dich Gott am Sabbat in Feierkleider hüllt nix^no imrr ('3 rnm), gürtet er dich mit Kraft p»b rt' imoxs. So werden die Gotteslieblinge gerüstet und gerettet, wenn Lieblosigkeit sie zu Boden drücken will — t i x b n * jyoS "tt. — Daran wollten die Weisen die ihren Sabbat feiernden Gottbegnadeten erinnern, die nach genossenem Mahle mit dankerfülltem Herzen rufen: *x *n xj cm io? brriL" br und dabei mit König David klagen: m pnnzijn rpco cmi bv nvt». O. die dich lieben und dein Erbarmen anflehen, sie irren umher, und die Unterdrückten schwelgen in gemächlicher Ruhe — daran wollten die Weisen dieses dankende, feiernde, und klagende Israel erinnern, daß rzv Feier und Rüstung bedeutet, tqv gibt dem Geiste die Sammlung und verleiht Körper und Seele die nachwirkende Ruhe, die außer Israel keiner kennt und um die es innig zu seinem Gotte fleht: rin m&n cva x *n vartrcn nn! : VI. ('X TI 2 t>XWS>) DWB^ß TO .TBKTT 3DO NX TI NPN 2 U'XI NX1 1VXN tUV N'->2 Cv PNL' m2V 'L^> N0X N12 PND .NVA N0 NA nbx X3 Wl 20X31 *]öy 7t TI .TN2V uns anb jrui yhy 22n tib> nwn.n3nco nnx NA NA12VN '3P0 bl2'. Tt xbl OW^D pX*> xcb NLN TN 3N0 NX TN npn 'X3V PNL' NA12V N'N2 NIX CN0 (,bxDV v1pb'^,XT wNVbv TO .N0XN David nahm Meihog haamma (die Zügelschnur) aus der Hand der Philister (2. Sam. 8. 1). Jizchat hatte mit den Philistern einen Bund geschlossen, wie es heißt: Er (Abimelech) sprach: Wir haben gesehen, daß Gott mir dir sei, da dachten wir. möge doch ein Eidschwur zwischen uns bestehen u. s. w. — Was that nun Jizchak? Er schnitt ein ellenlanges Stück ab von der Zügelschnur des Esels, auf dem er ritt, und gab es ihnen als Zeichen der Eidgenossenschaft. Als nun David regierte und in das.Philisterland eindringen wollte, da konnte, er's picht.wegen jenes Schwures...bis er den Philistern, ihr von Jizchak erhaltenes Eideszeichen ab-, genommen -hatte..?llso heißt ,es: David nahm „Methok. haamma" aus der Hapd der Philister.. (Pirke R.: Elie-. ser und. Kalkül , zir 2. Sam. 8 147.) . ... Erklärung. 'Aus I..Lhron.''18,. 1...ist..erficht-.. lich. daß mst?«!St 200 die Hauptstadt der Philister,' nr , gemeint ist. Die Metropole beherrscht das Land, wie.die Zügelschnur das Reitthier. (Vergl. 32*»t und »VT. O, dieser Philisterkönig war gegen prr sehr gnädig gewesen. Da, wie ich gestehen muß. Gott mit dir ist, so findest du ja auch außerhalb meines Landes Raum und Nahrung und ein Heim und was dem Menschen zu seiner Wohlfahrt sonst nöthig. Die ganze Welt steht dir offen, denn Gottes ist die Welt, und mit dir ist Gott. Drum ziehe aus meinem Lande hinaus — in die Welt. Und ich will dich in Gnaden entlassen, ohne — dich todtzuschlagen. Auf Grund so großer Gnade wollen wir einen Eidesbund schließen, der dich stets daran erinnern soll, daß du mein Schuldner bist für all die Gnade. Bon nun an ist Jizchak heimathslos. In der großen, freien Welt besitzt er ein Heim, so breit, wie der Rücken seines Reitthieres. Jizchak darf seinen Schritt hinaus in die weite Welt lenken. Darum gibt er dem gütigen Abimelech als Zeichen seines Bündnisses ein Stück von der Zügelschnur, mit der er sein Thier lenkt — hinaus in die weite Welt, die ihm Abimelech so gnädig als Heimath überläßt. Abimelech ahnte es nicht, daß einst ein Enkel Jizchaks. David, sich dieses Bündnisses und seines Zeichens. das einen Hohn auf die erheuchelte Freundschaft bedeutet, erinnern, und den Philistern eine andere „Zügelschnur" abnehmen werde. Das that aber David. indem er die Metropole Gath eroberte. Hiermit sollte der Gnade Abimelechs wie der Raublust seiner Enkel ein Zügel angelegt werden. Wie oft hat sich seitdem in der Geschichte dieser Vorgang wiederholt! Bald im Süden und bald im Norden vermaß und vermißt sich der zügellose Haß der Judenfeinde, den Nachkommen Vater Jizchaks ihr Heimathland zu verschließen und zu verwehren. „Gott hat Euch gesegnet" und diele von Euch haben den Segen im Lande mehren geholfen. Gut. den Segen dürft ihr im Lande lassen; doch ihr ziehet von dannen, ihr, mit eurem Elend, und nennet die Hand gnädig, die euch nicht erschlagen hat. Den in die weite Welt Hinausgestoßenen wird hiermit eine Heimath angewiesen, die so breit ist. wie die Schiffsplanke eines Seefahrers. Sollte nicht den ziigellosen Hassern ein Stuck „Zügelschnur" oder ein Stück Segel zum Pfand gegeben werden, mit dem Abschiedsworte: „Es kommt der Tag. an dem die ewige Gerechtigkeit das Pfand einlöst?!" (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspoudenzen. « Deutschland./, Posen. (Verein Leschaun Limudim Pos e n.) Dem 16. und 17. Rechenschaftsbericht entnehmen wir: Unserem Zwecke entsprechend haben wir auch in den letzten zwei Semestern, so weit es in unseren Kräften stand, dahin gewirkt, daß die Heranwachsende