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Der Israelit · 1904-05-11 · Heft 37 (11.5.1904) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 37 (11.5.1904)
Date
1904-05-11
Page
– (sequence 17)
Language
German
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■ |; i |li ‘ i j. ( r. i ^Tf Ci JS? WHIi für das m ,eh sag Mrlhodoxe Müden. .&büüa [Mr. 13. 11. Mai 1904 » rtw«. gllLTO VS!) Wikolsbarg. In Dr. Blochs „Oesterreichischer Wochenschrift" erzählt Herr Dr. Armin Schnitzer, Oberrabbiner in Komarom, unter dem Titel „Jüdische Kulturbilder" Jugenderinnerungen von seinem Aufenthalt auf der Jeschibah, denen wir folgende interessante Auslassungen über den späteren Frankfurter Rabbiner entnehmen: Ich kam nach Nikolsburg, dem altehrwürdigen Sitz des Landesrabbiners für Mähren und Schlesien. Mit ehrfurchtsvoller Scheu betrat ich den klassischen Boden der Gemeinde, deren Alter bis hinauf in das verflossene Jahrtausend reicht, wo jeder Stein Kunde gibt von der jammervollen, aber auch glorreichen Vergangenheit des jüdischen Stammes. Als ich die „Altschul", diese düstere Gottesstätte, mit ihren altersgrauen Mauern zum ersten Male betrat. da war es mir, als würden all die verklärten Seelen jener Geistesheroen, die dort gelebt und gelehrt, mich umschweben, als würden sie mir die Worte zuflüstern: „Tritt nicht näher, denn der Ort aus dem du stehst, ist ein heiliger Boden." Aber die Zeit dieser Männer war abgelaufen. Der Geist der neuen Zeit war auch in das Ghetto Nikolsburgs gedrungen und hatte dort den Kampf mit den alten überlieferten Anschauungen und dem traditionellen Herkommen siegreich durchgekämpft. Der Beweis dafür war die Wahl des Landesrabbiners S. R. Hirsch im Jahre 1846. (Geb. 1808, gest. 1888.) Nicht mehr als 16 Jahre waren verflossen, seitdem der letzte Epigone der vom Glorienschein der Heiligkeit umflossenen Altrabbiner, Rabbi Mordechai Beneth, die Augen geschloffen. (12. August 1829.) Wie um den „hohen Rabbi Löw" in Prag, so hatte auch um die Person dieses Mannes ein ganzer Kreis von Legenden sich gebildet. Er galt als Adept der Kabbala, von dem man mir noch gar manche Wundermär erzählte. Die vornehmsten Frauen der „Gaffe" hatten Perez. den Diener des Rabbi, reichlich belohnt, wenn er ein schadhaft gewordenes Kleidungsstück dieses „Heiligen" zum Ausbessern, und wäre es auch nur einen abgerissenen Knopf anzunähen, ihnen brachte. Und nun — nach kurzen sechzehn Jahren — inzwischen hatte noch durch mehr als ein Jahrzehnt Rabbi Nuchem Trebitsch, ein Mann derselben Schule, Geist vom selben Geiste, gewirkt — welch ein gewaltiger Sprung ohne jedweden Uebergang! Nun nahm diesen illustren Sitz ein klassisch gebildeter, bei all seinem Conservatismus ein durch und durch moderner Mann in Gla<X'handschuhen ein, der wohl auf dem Gebiete der jüdischen Litteratur sich bereits einen gefeierten Namen erworben, der den „Choreb", „Versuche über Israels Pflichten" geschrieben, der in den „Neunzehn Briefen" den Kampf gegen Geiger, Holdheim, Aub, die Vorkämpfer der Reform auf religiösem Gebiete, ausgenommen, der aber alle seine Schriften in deutscher Sprache und nicht eine einzige hebräische Zeile geschrieben hatte. Die Kluft zwischen diesen beiden Männern war gar zu weit, der Gegensatz unüberbrückbar, was sich schon in den äußeren Formen kundgab. Während es als seltenes Ereigniß galt, wenn die

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