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Der Israelit · 1904-05-11 · Heft 37 (11.5.1904) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 37 (11.5.1904)
Date
1904-05-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
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796 Müller fast immer ihr Gast, oft kamen auch noch andere ältere und jüngere Bekannte, denn Grünwald liebte Geselligkeit, aber es waren seltsamerweise fast ausschließlich religiöse Leute, denn Grünwald galt in seinem neuen Bekanntenkreise für streng-religiös, und sein Denken und sein Sinnen nahm in Wirklichkeit eine vollständig andere Richtung als früher. Max pflegte seiner Schülerin, als welche er Frieda noch immer betrachtete. öfters religiös-anregende Bücher zu bringen, die zur großen Freude seiner Tochter auch ihr Vater mit Interesse zu lesen pflegte. Nahezu vier Jahre hatte dieses friedlich glückliche Leben bereits gewährt. Von seinen Söhnen hatte Erllnmald selten gehört und dann nie Gutes. Für ihn waren sie längst verloren, ihm fehlte sowohl die gesetzliche Machte als die sittliche Kraft, die Andersgläubigen auf den richtigen Weg zu leiten. Von seiner Frau erhielt er einige Zeilen, wenn sie eine besondere Ausgabe machen zu. müssen glaubte, für die sie das Erforderliche von ihm erbetteln mutzte. Er hatte ihr zwar ein höchst anständiges Jahreseinkommen gewährt, aber sie kam selten damit aus und mutzte dann ihren Stolz überwinden, dem ehedem Verachteten, jetzt geradezu Verhaßten, zu schmeicheln. Griinwalds Freunde, nachdem sie Näheres über seine Verhältnisse erfahren, hatten ihn schon wiederholt aufgefordert, sich von seiner Frau scheiden zu lassen und eine neue eheliche Verbindung mit einer ernst frommen Israelitin einzugehen. Er war ja noch verhältnitzmätzig jung, hatte die Mitte der Vierziger noch nicht erreicht. Er hatte diesen wohlgemeinten Rath auch nicht abgelehnt, er wollte nur mit Ausführung desselben noch einige Jahre warten, bis er seine Tochter einem wackeren Manne vermählt haben würde.^ Frieda, die jetzt ihr siebzehntes Jahr^erreicht hatte, war zu einer blühend schönen Jungfrau herangereift. Sie war allerdings noch immer etwas zart, wetzhalb ihr Vater sie auch nicht allzujung verheirathen wollte, und außerdem fühlte er sich in ihrem gegenwärtigen Zusammenleben zu behaglich, als daß er in demselben allzufrüh eine Aenderung.hätte herbeiführen mögen. Unangenehm war es ihm. selbst für kurze Zeit dieses behagliche Stillleben zu unterbrechen, deßhalb hatte er schon seit mehreren Monaten eine größere geschäftliche Reise von Woche zu Woche verschoben. Schließlich war sie aber doch unerläßlich geworden. (Fortsetzung folgt.) Zähle. Sieben volle Wochen sollst du zählen. Von da ab dir die Stunde wählen. Wo der Sichel scharfe Schneide Mäht das stehende Getreide. Zähle diese Wochen, ihre Tage, Nimm alsdann von deinem Feldertrage, Gott ein Speiseopfer darzubringen, Der gesegnet deiner „Hand" Gelingen.- Mensch, du gleichst dem stehenden Getreide, Stets verfallen scharfer Todesschneide: Dein Beginnen. Werden und Vergehen, Sieben Jahreszehnt' nur dein Besteh'». Drum auf deinem Lebenspfade, Folg' des Schöpfers weisem Rathe: Zähle, messe, wäge, wiege Deine Zeit, das führt zum Siege. Bei des Todes raschem Mähen, Deiner Tugenden Trophäen, Die du gesammelt, darfst sie bringen. Als P r i e st e r deinem Gotte schwingen. F. Höxter-Jesberg. Der „Israelit" erscheint wSchentlich zweimal, Montag;» und Donnerstag», jedesmal in mindestens zwei Dogen Preis pro Vierteljahr bei der Vost 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend hoher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Dev Buchhandel verkehr! durch V. Z?. Sk einackrr, Leipzig, Notzplatz Jß. — Inserate 25 Pfennig die viergcspaltene Nonparcillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 7o Pfennig. — Dirccte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich U Reichs-Mark oder 16 Kronen osterr., für's Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3932. Telephon 1015. Stellesuchende und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine Ausgabe des JSraelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indctz ausschließlich bei der Post auf dieselbe unter Nr. 3933 abonniren Auf Wunsch stunde« wir die Zahlung deS JnfertionSbetragS a« außer Stelle Befindliche bis «ach Erlangung einer solche«. surt koio Türkei: Lkonstantinopel. — Vermischte«. „ . „ . VellelrwUL,» Q«Uec*: S. R. Hirsch als Landrabbiner von Nikolsburg. — Jüdische Studenten in der modernen Lltteratur. errtra-VeUag«: Svenden-Verzeichniste. Verantwortliche Redaktion: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition des ^JSraelit*. Schottktraße Nr- L Mainz. Druck und Deüaa der I oh. Wtrth'schen vosbuchdruckerei Actlen-Gesellschaft 1» M-ivL Hierzu drei Beilagen.

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