Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 36 (9.5.1904)
- Date
- 1904-05-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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774 / ihn vor dem Verdachte jüdischer Orthodoxie genügend , Orthodoxie genügend schützen, Leigetragen haben, daß schützen, haben nicht wenig zum Durchbruche und zum j der Zionismus demnach als ein in Sunde geborenes Siege seiner Ideen beigetragen. Wir wollen also lieber! Kind von Rechtswegen in jüdischen, gesetzestreuen nicht zu viel klügeln, nicht zu weit in die Wege der Vor-! Kreisen niemals Wurzel schlagen darf. Daß der Herr sehung eindringen wollen, die es wohl versteht, sich! Oberrabbiner aus seinen eigenen Prämissen die Konsezwischen den Menschen die zu ihren Zwecken geeignetsten qucnzen, oder, wie er zu sagen pflegt, die Conclusionen Werkzeuge auszuwählen." zu ziehen vergißt, ist di? größte Unbegreiflichkeit seiner Es ist wohl gewiß schon seit langer Zeit nichts Agitationsschrift. geschrieben und gesprochen worden, das also, wie die soeben citirten Sätze, geeignet wäre, den Ruf des gesetzestreuen Judenthums, das Ansehen der geistigen Oberhäupter gesehestreuer Gemeinden in weitesten Kreisen mit ernstlicher Gefahr zu bedrohen. Wir Nichtzionisten können uns mit den Sätzen im zweiten Abschnitt vollkommen einverstanden erklären, unsere Ueberzeugüng ist es in der That, daß eine geistige Bewegung zu nationalen Zwecken, wie es der Zionismus ist, von wahrhaft frommen Kreisen nicht zu erhoffen war, daß der wahrhaft fromme Jude, und wäre er mit den Fähigkeiten und Geistesgaben eines Dr. Herzl ausgestattet, in den Kreisen der „Gebildeten und Aufgeklärten" diesen Zionismus in seiner Herrlichkeit und Nothwendigkeit niemals hätte plausibel machen können, ohne daß seine geistreichen Ausführungen als schwärmerische Ausflüsse der in der öffentlichen Meinung leider so sehr in Ansehen gesunkenen jüdischen Frömmigkeit mitleidig belächelt worden wären. W i r sind in der That überzeugt, daß der gesetzestreue Jude nicht zum zionistischen Agitator geboren ist, freilich nicht deßwegen, weil der Zionismus zu gut ist für ihn. sondern weil er zu gut ist für den Zionismus. Uns hat der Verfasser aus der Seele gesprochen. Hat er sich aber selber aus der Seele gesprochen, hat er es thun dürfen, ohne sich der größten Ungeheuerlichkeit schuldig gemacht zu haben? E r glaubt doch, im Gegensatz zu uns, im Zionismus die einzig mögliche Rettung der abgefallenen Glieder des' jüdischen Volkskörpers zu erblicken, für i h n blüht ja der Heilesbaum der jüdischen Zukunft in zionistischer Erde und er wagt es dennoch, den großen jüdischen Kreis, dem er selber entsprossen, zur Vollbringung dieser Heilesthat mit apodiktischer Gewißheit für impotent zu erklären, und die Feder hat ihm den Dienst nicht.versagt, als er diese beispiellose Ungeheuerlichkeit zu Papier zu bringen für gut befand? Hat er so wenig Zutrauen zur orthodoxen Sache, daß er ihr die ^Möglichkeit abspricht, im Siegeszug. die Welt sich zu erobern, in. .den Kreisen der „Gebildeten und. Aufgeklärten", jene Erfolge zu. erreichen, wie sie Dr. Herzl zu verzeichnenchat? >a;C gerade, der P d e su ß.,' f"bet".. hier zum. ersten Male in der '. Hroschur.e^..'.7znm' .Vorschein kommft . Der. Herr^Ob^rraMn^t, weiß, es-- ebenso gut j chie. wsr, daß-züin^Dutlhör'üch'e der. Herzlichen Ideen'.stickst,nur „nicht wenig," sondern hauptsächlich die freisinnigen Anschauungen, die ihn vor dem Verdachte jüdischer Der Herr Oberrnbbiner weiß sich eben mit den Thatsachen glänzend abzufinden. Im ersten Abschnitt der zitirten Sätze erstattet er den Führern des Zionismus als orm nn rcto den schuldigen Tribut seiner Anerkennung, doch kann er sich noch eines tiefen Bedauerns über ihren unreligiösen Lebenswandel nicht entschlagen. Im zweiten Abschnitt geht der Herr Oberrabbiner einen Schritt weiter und erstattet Herrn Dr. Herzl in Anerkennung seines der großen Mischen Gesammtheit zu Gute kommenden, unreligiösen Lebenswandels sein herzlichstes 7*0 •ttsru Wenn der Herr Oberrabbiner es seinerzeit. als Herr Dr. Nordau mit einem christlichen Ebegemahl den Bund sür's Leben schloß und sich auf diese Weise, so gründlich wie nur denkbar, von dem Verdachte jüdischer Orthodoxie für alle Zeiten schützte, es unterlassen, dem zionistischen Paraderedner im Namen des gesetzestreuen Judenthums ein Glückwunschtelegramm zu übersenden, dann würde ich ihm ergebenst rathen, es doch nachträglich zu besorgen. Das dürfte vielleicht für den orthodoxen Juden der einzig mögliche Weg sein, auf welchem er mittelbar nrnn rx 712m sein könnte. Die Liebe, die der Oberrabbiner für seine gesetzüberiretendcn zionistischen Brüder empfindet, ist von wahrhaft rührender Innigkeit. Wie er sich auf S. 48 ff. in aufrichtigem Streben bemüht, die in antizionistischen Kreisen verbreiteien Gerüchte von demonstrativen „Religionsübertretungen" mancher Zionistenführer als grundlos hinzustellen oder diese Uebertretungen zum mindesten auf die Erziehung,-die jene Führer genossen, den Gedankenkreis, in welchem sie sich bewegen, zurückzuführen u. s. w. — wahrlich, der Papaer Oberrabbiner ist das Muster eines zionistischen Apologeten! Das Beste kommt zuletzt. Den Haupttrumpf hat sich der Verfasser für den Schluß aufbewahrt. Hier wendet er sich gegen diejenigen, die ein Mißlingen des zionistischen Vorhabens aus dem Grunde Vorhersagen, weil nach ihrer „religiösen Vorstellung" die Rückkehr Israels in's heilige Land nur nach vorhergegangener rch'bV nrpn stattsinden könne und die vom Zionismus, 'bewirkte Rückkehr zum Judenthum dieser Voraussetzung nicht entspricht. Demgegenüber konstatirt der .Verfasser „zur frohen Botschaft aller Freunde des Zionismus," daß in unserer heiligen. Schrift..,.«-'^.Lyn x*b *o „das Gelin g e n des V 0 rh a b ens b Zionismus ausdrücklich vsrherge-