Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 35 (5.5.1904)
- Date
- 1904-05-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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754 artigen Segen verbreitet zu haben. Mit Liebe und Verehrung blickt darum die Lehrerschaft Bayerns zu diesem ihrem Lehrer und Meister empor, — mit Einmüthigkeit wird sie sich schaaren um ihn. um ihn und sein Werk zu vertheidigen gegen die im Finstern arbeitenden Machte. Sie weiß, was sie ihm zu danken hat, wir alle wissen, was wir und das ganze Judenthum ihm zu danken haben, ihm. der mit unermüdlichem Eifer arbeitet an der Ehre und Erhaltung des Judenthums, mit beispielloser Hingebung an der Linderung des Elends, der Armuth und Roth der Glaubensbrüder in allen Ländern, wie ja' die Spendenlisten des ^Israelit" zur Genüge beweisen. — wissen, wie von seiner Anstalt alljährlich eine Phalanx religionstreuer Lehrer in das Leben entlassen wird. Was besagen gegen, dieses Alles die kleinlichen Ausstellungen, die man erheben zu dürfen glaubt? Der Geist und das Wirken der Anstalt ist es. das ihr den Werth verleiht. Die Vorwürfe konnten für das Seminar fast einen Trost bedeuten, indem sie beweisen, dass man an eine Musteranstalt höhere Anforderungen stellt, als an andere. Ein Vieteljahrhundert blüht die Anstalt, wir rufen für das Kommende dem Leiter zu bv 221 nbs mt ist. An alle aber, an die Lehrerschaft Bayerns und an alle, die dem Seminare wohlgesinnt sind, vor allem aber auch an die. die beweisen wollen, daß sie nicht aus niederer Gesinnung der Gegenbewegnng sich angeschlossen haben, sondern weil sie es für „verbesserungswürdig" halten, ergeht der Ruf: Tretet dem Anstaltsleiter zur Seite, helfet ihm. die durchaus unzureichenden Mittel durch Ausbringen von Spenden vergrößern — gründet Lokalkomitees zu diesem Zwecke, damit auch die letzten Wünsche zu befriedigen Gelegenheit ist. Bedauerlich ist es, daß man es tvagt, gegen eine solche Anstalt Arm in Arm mit Personen vorzugehen, die zu charakterisiren die Feder sich schämt. Wahrlich, wenn irgendwann, so hat Rabb. S. B. Bamberger damals seinen weit ausschauenden Blick gezeigt, als er zur rechten Zeit diese Anstalt gegründet, und wenn irgendwo, so hat hier schon über ein viertel Jahrhundert sein Wirken köstliche Früchte gezeitigt. Fünfundzwanzig Jahre steht nun Rabbiner R. Bamberger, sein Sohn, an der Spitze des Seminars. Allein.'ohne irgend welche nennenswerthe Unterstützung, widmet er, der doch ohnedies eine Berufslast wie wenig andere tragt, jeden freien Augenblick der Anstalt; jede Fiber seines Herzens ist auf ihr Wohl und Gedeihen gerichtet. Ist sie ihm doch das theuerste Vermächtniß seines Vaters. Die ganze materielle Sorge für ihr Fortbestehen ruht auf seinen Schultern. In völlig uneigennütziger Weise sucht er, oft weite Reisen nicht scheuend, jeden freien Augenblick seiner mit Berufspflichten ausgefüllten Zeit benützend, die Mittel hierzu auf dem Wege der Wohlthätigkeit zu beschaffen. Dabei hat er ein Herz voller Liebe aber auch gegen alle, die an der Anstalt wirken, vom Ersten bis zum Letzten. Mer. der einen Einblick in das Wesen der Anstalt zu thun Gelegenheit hatte, dürfte das leugnen? Fürth i. Bayern. Von 86 Bewerbern erhielt einstimmig Herr Lehrer Michael N e u b e r g e r, feit 22 Jahren Lehrer der isr. Gemeinde Baden (Schweiz), die Stelle des Direktors am hiesigen isr. Bürgerspital. Wir wünschen dem Spitale Glück zu dieser vorzüglichen Acquisition. Nördlingen (Bayern). Wieder hat einer der Besten seine irdische Laufbahn, aber leider viel zu früh, sei es für seine Angehörigen, sei es für das ganze Judenthum. nach Gottes unerforschlichem Rathschluffe beenden müssen. Benno Ascher aus Nördlingen ist nicht mehr! a'p'wt ttbk npb '2 Am Dienstag, den 26. April, hauchte er, 55 Jahre alt, seine reine Seele, umgeben von allen seinen Lieben, aus. Wer seine Herzensgute und tiefe Religiösttät, die Liebe zu den Seinen und die Friedfertigkeit, in und außer seinem Wirkungskreise kannte, weiß den Schmerz ob seines Hinscheidens zu würdigen. Wohnhaft an einem Platze, wo wahre Religiösität leider zu den Seltenheiten gehört, war er zu jeder Zeit ein mncnan -b» pan -nw, so daß das Gesammtjudenthum an ihm einen seiner feurigen Kämpfer im wahren Sinne des Wortes verliert. 122» brnv ira bat n spp *w\s na-ipn jik. Er war der kluge Mann mit dem klaren Blicke, auch in socialen Dingen, so daß viele seinen Rath erhielten, der ihnen zu jeder Zeit bereitwilligst ward. Die Genauigkeit, mit der er auch die kleinste pm nnv ausübte, war rührend und staunenerregend. Rabbiner Hirsch s. A. war sein Ideal, und in demselben Sinne erzog er auch seine Kinder, sein Gesicht leuchtete, wenn er im Stillen zu bemerken glaubte, daß eines derselben durch irgend eine That bekundete, daß es ein würdiger Sprößling der frommen Gesinnungen seines Vaters sei. Und was könnte nicht erst über sein avmt rwart gesagt werden. Arme Durchreisende, die nach Nördlingen kamen, speisten bei ihm; ohne des Geldgeschenkes zu gedenken, das niemals spärlich floß. Herr Rabbiner Dr. K 0 h n aus Ansbach. der den theueren Verblichenen von Jugend an kannte, gab der allgemeinen Trauer in tiefergreifenden Worten Ausdruck. Auch Herr Lehrer Weiler sprach Worte, die ihren Weg zum Herzen fanden. Der Verblichene war ein überall gern gesehener und beliebter Mann nnu op«i nn rtian nnu wen nw ta». Gewiß wird er den Lohn, für seine guten Thaten, im ewigen Leben finden, denn an ihm bewahrheitete sich poir "i -RS2i pns “peS ■j’pfot *k qy rrcw trcn*