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Der Israelit · 1904-05-05 · Heft 35 (5.5.1904) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 35 (5.5.1904)
Date
1904-05-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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.763 ein bloßes Spielzeug der Preis nicht doch zu theuer ist,; und den Rabbinaten, d. h. bei der Reform, werden die Gehälter bedeutend gekürzt werden. So würden mit der Zeit die Reform-Rabbiner sich selbst ihr Grab gegraben haben! Diese Aussicht ist gar nicht so unwahrscheinlich. Ob es für diesen Tod wohl eine cran mw gibt? Zum Schluß rathen wir Herrn L.. sich lieber nicht in Dinge, die ihn nichts angehen, zu mischen und vor- »züglich sich nicht lächerlich , zu machen. Denn auf den ganzen Artikel läßt sich nur anwenden: pavtnrinnt montea . . . , — 3. Mai. Von anderer Seite schreibt man uns zu demselben Gegenstand: In der „Allgem. Ze'tung des Judenthüms" gefällt sich ein Mitarbeiter im Weinberge des Herrn, einer jener kleinen Füchse aber, die zu den vtro >^re gehören, auf die religiösen Verhältnisse der Hamburger Gemeinde weidlich loszulegen. wobei er einem Falle sein besonderes Wohlwollen widmet, weil dieser ihm wegen der Ethik und Toleranz besonders interessant erscheint. Es handelt sich um die von seiten einer Anzahl moderner Rabbiner und Prediger gewerbsmäßig betriebene Proselytenmacherei und deren Consequenzen, die von dem hiesigen Oberrabbinate und der unter diesem fungirenden Mohelimcorporation schon seit des sel. Bcrnay's Chacham Zeiten energisch bekämpft wurde. Insbesondere galt diese prinzipielle Abweisung denen von den hiesigen Tcmpelpredigern allemal gegen anständige Honorare besorgten „Umtaufungen" und später allen ähnlichen id -cnn sn nran p pmn. Unsere Weisen warnen vor Proselyten legitimer Art mit den Worten nnevv d-u wp um wieviel mehr ist die Ablehnung illigitimer vollends berechtigt und geboten; aber unzweifelhaft führen, die Modernen e'inrv invv spar? zu ihrer Rechtfertigung an. Welchen Dienst sie dem Judcnthum und dem Staate damit erweisen, könnte ein Geschichtsschreiber jener Misch- und Proselytenehen illustriren. Mir fällt bei dieser Gelegenheit der l'23i aus der vergangenen *w:k “hd Cap. 24, Vers 10 zur Stelle nemn p sm ein. Wie bereits oben bemerkt, lehnen es die Hamburger Mohelim, die sich ihre Mizwoh niemals bezahlen lassen, entschieden ab, an Knaben derartiger Proselytinnen, mag der Vater noch so „fromm" sein, die zu vollziehen. Die frommen Verwandten wissen dann einen Lohnmohel von auswärts heranzuzieben, der ohne Rücksicht auf ntzvrtz -naro und nicht selten mit %n die Beschneidung vornimmt, um dann als „tolerant" gefeiert zu werden. Auf der Rückreise aber zählt er dann nach, wie viel ihm das Geschäft eingebracht hat und empfiehlt sich für ähnliche Glücksfölle. Es ehrt uns und unseren Oberrabbiner, von jener Seite angegriffen zu werden, ihre Anerkennung aber könnte uns niemals behagen. H. B. Aus Bayern. Die Redaktion des „Israelit" hat bereits zwei Zuschriften aus Franken, bezw. Berlin, die sich mit der Wühlarbeit gewisser Kreise gegen das Lehrerseminar in Würzburg befassen, Aufnahme gewährt. und üch damit den Dank weiter jüdischer Kreise in Bayern und weit darüber erworben. Es muß als eine betrübende Erscheinung die Thatsache berührt werden. daß das Gift dieser rnrglaublichen Handlungsweise bereits ihre Wirkung gethan und weitere Kreise ergriffen zu haben scheint. Was soll man dazu sagen, daß Männer, die Kraft ihrer bürgerlichen, persönlichen und religiösen Achtbarkeit tadellos dastehen, mit den Leitern der Hetze sympathißren!? Ist es nicht ein Räthsel, daß Männer in Bayern, die durch ihre Stellung berufen sind, derartigen, das Ansehen des Judenthun's destruirenden Bewegungen cntgegenzu-' treten, selbst im Geheimen diese fördern?? Müßte nicht ein Sturm der Entrüstung gehen durch die ganze Gemeinde Würzburgs. müßten nicht alle weit, weit abrücken von diesen unsauberen Elementen, sie isoliren, vor der ganzen Welt blosstellen?! Mögen die besonnenen Männer die ungeheuren Konsequenzen vor Augen halten, wenn sie von solchen dunklen Mächten sich leiten lassen; — sie möchten die Geister, die sie gerufen, nicht wieder loswerden. Ein großes Kesseltreiben ist offen und geheim, gegen das Würzburger Lehrerseminar in Szene gesetzt. Mit Behagen, werden die unglaublichsten Gerüchte, die iminer wieder von derselben Seite ausgehend verbreitet werden, weiter erzählt, geglaubt und gerne geglaubt auch in Kreisen, von denen man erwarten sollte, daß sie Anklagen gegen eine Anstalt, an deren Spitze ein Mann sieht, dem alle die Schmähungen nicht an die Sohlen reichen können, vor allem das sar cyr» ps erfordern. Fünfundzwanzig Jahre sind verflossen, seit dieser, Herr Distrikts-Rabbiner N. Bamberger, an der Spitze des Seminares steht. Er hat die Anstalt geleitet im Sinne des ewig unvergeßlichen Gründers, seines Vaters Rabb. S. B. Bamberger s. A. Er hat sie geleitet — und auch das sei der in diesen Tagen fast zur Mode gewordenen Hetzarbeit gegen das Würzburger Seminar gegenüber aller Welt verkündet — mit einem segensreichen Erfolg, wie ihn kaum eine Schwesteranstalt in Deutschland aufzuweisen hat. Wo zeigt sich zum zweiten Mal ein so einheitlicher, kernfester und überzeugungstreuer Lehrerstand, wie, in Bayern? . In weit höherem Maße, als man bisher betont hak,' waren es die trefflichen, mit dem Geiste des Würzburger Seminars und seines Leiters getränkten Lehrer, die ein Bollwerk gegen das Vordringen religiöser oder besser unreligiöser Neuerer gebildet haben. Sie sind die Pioniere des Judenthums bis in die kleinsten Dorfgemeinden hinein, wo sie allsabbatlich. wie sie es im Seminare gelernt, durch religiöse Vorträge die Zuhörer begeistern. Kaum eine zweite Anstalt kann sich rühmen, einen der-

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