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Der Israelit · 1904-05-05 · Heft 35 (5.5.1904) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 35 (5.5.1904)
Date
1904-05-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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751 habe ich diesen Gottgedanken eingepflanzt, der so himmelweit entfernt von den Vorstellungen der anderen Völker war, daß sie euch gar nicht begriffen und Verfolgungen über euch verhängten. vy2 nara rmm rmvn dwwctd xnrpto 02*7 nH by npnn iw pDX2 bra »Die Sunde Judas ist mit eisernem Griffel, mit Schamirnagel verzeichnet, eingegraben auf die Tafel ihres Herzens und auf die Erken euerer Altäre." Die nichtjüdischen Völker haben in ihrer Ueberhebung spezifisch jüdische Sünden konstruirt, sie sprechen von jüdischer Unverschämtheit, jüdischer Geldgier, von jüdischem Schwindel, während sie all diese Fehler und Verbrechen in ungleich höherem Maße in ihren eigenen Reihen antreffen konnten. Die mw nxrn die sog. jüdischen Sünden sind eingeschrieben und ein gegraben auf den Tafeln ihrer Herzen und dennoch weisen sie auf euere Altäre, als ob ihr allein diesen Lastern opfern würdet, als ob ihr allein der Sünde Altäre errichtet hättet. „Mögen sich doch ihre Söhne ihrer Altäre erinnern, ihrer Bäume bei dem blühenden Baume und auf den hohen Hügeln." Mögen sie doch in ihren Kreisen Umschau halten, wie es bei ihnen aussieht, welch' niedrige Laster sich bei ihnen breit machen und dann sich fragen, ob sie so tugendstolz auf euch herabsehen können, ob sich nicht das jüdische Volk verhältnismäßig reiner gehalten hat als sie, ob nicht das jüdische Volk noch immer von einer ganz beträchtlichen Höhe auf sie hinabblicken durfte: rvusc n*in. Im Vergleich zu den Anderen bist du noch immer ein Bergbewohner, aber leider nur n*W2 im Vergleich .zu der Niedrigkeit der Anderen aber für dich allein betrachtet, bist auch du gesunken. viro --px ybnso *pi nnecBn npin cby ny ’BX2 enmp vx o ',21. „Du fällst und in dir auch etwas von deinem Erbe, das ich dir gegeben und ich lasse deinen Feinden dienen in einem Lande, das du nicht kennst, denn das Feuer, das ihr in meinem Zorne angezündet, es wird bis in die Ewigkeit lodern." Wenn das jüdische Volk fällt, wenn es trotz der hohen und heiligen Aufgabe, die es zu erfüllen hat, fällt, so bringt es auch diese seine Mission in Mißkredit, die Völker verdächtigen die Lehre, die das jüdische Volk trägt, wenn es selbst nicht auf der Höhe seiner Bestimmung bleibt. Wenn du fällst, so fällt in und mit dir etwas von deinem Erbe, das Ich dir gegeben, darum brennt die Flamme Meines Zornes lichterloh. Und wie konnte es wirklich geschehen, daß'du trotz der schützenden Kraft deiner rm, gefallen? Weil du die Lehre, die der erste Vers unserer Sidra uns bringt, nicht beherzigtest, weil du'nicht in den Gesetzen Gottes gewandelt, weil du nicht in Gott allein die Quelle deines Heils erkanntest. „Denn so spricht Gott: Fluch dem Manne, der auf Menschen vertraut und den sterblichen Muskel zu seinem Arme macht und dessen Herz sich von Gott entfernt. Der wird sein wie ein Vereinsamter in der Oede, er wird nicht schauen, daß Gutes kommt, er wohnt auf verkohltem Boden in der Wüste, der Salzsteppe, die nie bewohnt wird. Dagegen gesegnet ist der Mann, der auf Gott vertraut und dem Gott der Quell seiner Zuversicht bleibt. Er wird sein wie ein Baum am Wasser gepflanzt, an Wasseradern entsendet er seine Wurzeln und er schaut es nie, daß Dürre kommt und sein Blatt ist immer grün, selbst im Hungersjahr hat er nicht zu sorgen und hört nimmer auf, Früchte zu tragen." Und nun kommt zum Schlüsse ein herrliches Bild. Wie der Kuckuck ruft, der nicht geboren, so ist der, der sich Reichthum schafft und nicht mit Recht. In der Hälfte seiner Tage verläßt er ihn und an seinem Ende steht er als Nichtswürdiger da. Ter Kuckuck, so erklären unsere Weisen diesen Satz, brütet die Eier anderer Vögel aus. Wenn die Küchlein dann flügge werden, rupfen sie der falschen Vogelmutter die Flügel aus. daß sie sich zur Zeit der Gefahr nicht retten kann. Wenn also der Mensch Reichthum erwirbt ohne Recht, so wächst ihm dieser Reichthum über den Kopf; er hat nicht das Geld, sondern das Geld hat ihn. vpv ptyxio ono M22 xvs Merspo. Ein Thron der Herrlichkeit, höher als der erste, ist die Stätte unseres Heiligthums. Die falsche Aewerthung und Einschätzung der irdischen Güter, vornehmlich aber der Umstand, daß wir sie als Gaben des Zufalls empfingen, haben unsere-HeiligthÜmer zerstört. Aber trara w*rr diese zwei Geschickestage, die zwei Tage, in denen die beiden Tempel eingeäschert wurden, haben uns zum Leben und zur Gesundheit erweckt und uns gelehrt, daß wir unseren Blick in die Höhe richten müssen, in die Höhe hinauf zu dem Throne der Urherrlichkeit, zu dem auch die beiden Tempel ihre Besucher hinführen sollten. Und nun wenn auch geschwunden ist das Heiligthum, so doch nicht der Ort, dem das Heiligthum diente. Der Thron der Herrlichkeit Gottes besteht und wenn früher unser Heiligthunr die Pforte des Himmels war, so ist heute der -1122 km zugleich an Stelle unseres Heiligthums und der üttnpo wpo König, der da thront ^kto' rrpo die Hoffnungsquelle Israels, die Jißroöl reinigt und heilt. kb*m n 'Mvi Zeitungsnachrichten und Corresporrderrzen. Deutschland. Berlin, 1. Mai. (Interpellation' des Herrn Aron Hirsch.) Der Vorstand.der jüdischen Gemeinde hatte der Generalversammlung zur Constituirung des Verbandes der deutschen Juden, auf Antrag der Repräsentanten, den Sitzungssaal zur Berathung überlassen. Obwohl der Berliner Gemeinde 20 Stimmen eingeräumt waren, hatte der Vorstand nur 5 Gemeindemitglieder deputirt. Herr Hirsch

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