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Der Israelit · 1904-05-02 · Heft 34 (2.5.1904) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 34 (2.5.1904)
Date
1904-05-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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737 Apolant-Stiftung ermöglicht, über die wir weiter i unten berichten. Wir begrüßen diese Stiftung mit Freuden, weil sie einem offenbaren Bedürfniß entgegenkommt, und danken allen denen, die durch ihre Thätigkcit zu diesem günstigen Erfolge beigetragen haben, ganz besonders aber der hochherzigen Stifterin, die sich durch Gründung der Stiftung ein hervorragende- Verdienst um die jüdischen Lehrer erworben hat. Im Berichtsjahre sind in die Pensionskasse zwei, in die Hilfskasse drei Mitglieder neu ausgenommen worden, so daß die Anzahl derselben in jener zehn, in dieser elf. im Ganzen 21 Mitglieder beträgt. In die Pensionskasse sind je ein Mitglied aus Schlesien und Hannover, in die Hülfskasse je eines aus Sachsen-Weimar, aus Sachsen-Meiningen und aus der Rheinprovinz eingeireten. — Die Summe der von der Kasse an die Viktoria zu leistenden Prämien beträgt gegenwärtig jährlich 2701.50 Mk.. wovon die Mitglieder selbst 708.80 Mk. aufbringen, so daß die Kasse durchschnittlich 74.0 pEt. zu den Prämien zahlt. Die Mitglieder der Hülsskasse, von denen einigen ein Zuschuß aus der Avolant-Stiftung bewilligt ist, zahlen jährlich 788.40 Mark. In Betreff des Vermögensstandes der Kasse sei nur erwähnt, daß Frau Iustizrath Anna Apolant zur ehrenden Erinnerung an ihren verstorbenen Schwiegervater Herrn Dr. Samuel Apolant und ihren gleichfalls verstorbenen Gatten, Herrn Iustizrath Eugen Apolant. mit einem Kapital von 10,000 Mk. eine Stiftung begründet hat zu dem Zwecke, solchen Mitgliedern, denen bei ihren pekuniären Verhältnissen der Eintritt in die Kasse schwer wird, durch Gewährung von Zuschüssen zu den Beiträgen den Beitritt zu erleichtern. Aus Tnddcutschland, 26. April. Schon oft war in diesen Blättern davon die Rede, wie nachlässig das Gebot der Tephilin. Zizis und Mesusaus in manchen Kreisen erfüllt wird. Einerseits werden die Tevhilin nicht an die richtige Stelle des Hauptes, oberhalb der Stirne auf diejenige Stelle des .Kopses gesetzt, die oberhalb des Anfangs des Haarwuchses ist, sondern auf den falschen Ort, auf die Stirne. Andererseits trägt man Tephilin, die schon lange schadhaft und nicht mehr koscher, sondern posul (unbrauchbar und ungiltigs sind. Sei es nun, daß das Bajis zerrieben, zerdrückt, aus der vorgeschriebenen quadratischen Form gekommen ist, oder daß sie ihre schwarze Farbe verloren haben, oder gar die Schrift der Parschiaus, innerhalb der Votim, verlöscht oder schadhaft geworden ist. Dasselbe Elend ist auch oft bei den Mesusaus festzustellen, die von Geschlecht zu Geschlecht, ohne untersucht und erneuert zu werden, an den Thüren der Häuser und Zimmer belassen werden, während doch Vorschrift ist. daß sie alle 3—4 Jahre untersucht und neu angeschlagen werden müssen. Diese Zeilen wollen nun die verehrten Leser darauf aufmerksam machen, auf genannte Mizwaus und deren Gegenstände die gehörige Acht zu geben. Insbesondere wollen sie dazu Anregung geben, daß man Tephilin und Mesusaus einem tüchtigen Sofer übergebe zum Untersuchen und Wiederherrichten, resp. zUr Erneuerung verdorbener Theile. Sofrim sind fast in jeder Nummer dieser Blätter im Annoncentheile ausgeschrieben. Auch in Württemberg befindet sich seit, einiger Zeit wieder ein Sofer, nämlich Lehrer Erlebacher in Nordstetten. Für Siphre Thora gilt ebenfalls das Obengesagte. Denn in gar vielen Seforim ist die Tinte abgesprungen, so daß die Schrift nur schwer, oder gar nicht leserlich ist, welcher Umstand die Seforim posul macht und ungeeignet, darin zu „leinen" und Bröcho darüber zu sagen. Mögen die Vorstände und Lehrer darauf achten und Mißbräuche in ihren Gemeinden abstellen. Stuttgart, 27. April. Das in Eßtin g e n bestehende König!. Schullehrer-Seminar hielt gelegentlich des Schlusses des Winter-Semesters eine Lehrer- und Präparandenprüfung ab, zu welcher auch isri Kandidaten zugegen waren. Die jungen Lehramtskandidaten bestanden nicht nur gut in den profanen Wiffenschaftey, sondern auch vorzüglich in der Prüfung für jüdische Religion und Ausbildung zum Vorsängerfach. in.Anwesenheit. der isr. Prüfungskommission; die jungen Leute zeigten gediegene Kenntnisse in den verschiedensten Fächern der jüdischen Wissenschaft. Die Prüflinge mochten dadurch ihrem Lehrer, dem Herrn Rabbiner Dr. M. Kahn, alle Ehre, so daß Herr Dr. Kahn mit Stolz auf den Erfolg seiner Lehrtätigkeit am Konigl. Lehrer-Seminar blicken kann. England. London, im April. Das englische Unterhaus hat das E i n w a n d e r e r g e s e tz in der zweiten Lesung angenommen, einen dagegen gerichteten Antrag von Sir Charles Dille mit großer Mehrheit verworfen. Dille verlangte, daß man lieber durch Arbeiterschutzgcseize das Schwihsystem abschaffe, anstatt die unter diesem System seufzenden Fremden in Zukunft einfach auszuschließen. Der Kernpunkt des Gesetzes, ist damit bezeichnet, denn nicht gegen die einwandernden Prostituirten, Taschendiebe und Kranken richtet es sich in erster Linie, sondern gegen die armen jüdischen Arbeiter, dir aus Rußland kommen und das Londoner Ostende bevölkern. Es wäre irrig, zu glauben, daß diese M der vornehmen Liberalität des alten englischen Asylgedankens sicherlich im schärfsten Gegensätze stehende Maßregel nur von der Regierung, und nicht auch von weiten Streifen in der liberalen Partei gewünscht würde. Das letztere ist gewiß der Fall, und ebenso begründet war wobl Dilles Andeutung, daß in dem Gesetz .der antisemitische Zug zum Vorschein komme. Es zeigt sich doch in neuester Zeit immer mehr, wie wenig die freiheitlichen Anschauungen, die man für untrennbar vom

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