Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 33 (28.4.1904)
- Date
- 1904-04-28
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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724 wie der inneren Verwaltung der Gemeinden ist nur insoweit statthaft, als es sich um die Abwehr von Angriffen handelt." Zahlreiche Amendements zu dielen Paragraphen wurden abgelehnt. Bei 8 4, der die Zusammensetzung der Hauptversammlung betrifft, wurde auf Antrag Dr. Ehrenberg - Stettin die Berufung von Delegierten aus Gemeinden, welche mindestens tausend Seelen umfassen, statt, wie es im Statutenentwurf heisst 2000 Seelen, beschlossen. Ein Antrag des Stadtverordneten-Vorsteher Cohn- Liegnitz, diese Ziffer auf 000 herabzusehen, wurde abgelehnt. Ebenso wurde ein Antrag von Prof. M a y b a u m abgelehnt, den: Rabbinerverbaude fünf Vertreter statt zwei zuzugestehen. Dagegen wurden die Anträge Blument h a l - Cassel und Landrabbiner Gronemann- Hannover angenommen, je zwei Vertreter der Vorämter im ehemaligen Kurhessen und der staatlich organisirten Rabbinatsbezirle in Hannover, Hessen-Nassau und anderen Provinzen zu wählen. Verschiedene Anträge von 'Sonderverbänden wurden dagegen abgelehnt, u. a. a u ch die von D r. m e d. Adler-Lübeck, eine besondere Vertretung des orthodoxen Rabbinerverbandes und d e r F r e i e n V e r e i n i g u u g zur Wahrung der orthodoxen Interessen desJudent h u m s z u z u l a s s e n. D i e Befürchtung, das; die orthodoxen Interessen im V e r t) n n b e nicht genügend berücksichtigt werden könnten, w u r d e von Ben - i a m i n H i r s ch - H a l b e r st a d t u n d Hermann G u m p e r tz - H a m b u r g entschieden zurückgewiese n. Auch der Antrag Adler, über die Fragen der Apolegetik einen Beschluss von dem Entscheid der drei Rabbinerseminare abhängig zu machen, wurde abgelehnt. Die Paragraphen 5—7, welche sich im wesentlichen mit der Zusammenberusung der Hauptversammlung und dem entsprechenden Modus beschäftigen, wurden ohne längere Debatte angenommen. Der Antrag, alljährlich eine Hauptversammlung einzuberufen, wurde abgelehnt; dessgleichen der Antrag Flörsheim - Dortmund. die Hauptversammlung stets in Berlin abzuhalten. 8 8 über die Zusammensetzung des Ausschusses wurde mit dem Antrag M a y b a u m . auch zwei Vertreter des Nabbinerverbandes hineinzuwählen, angenommen. Auf Antrag des Redakteurs Klausner- Berlin wurde Abs. 2 dieses Paragraphen dahin geändert. dass jede Gemeinde mit über 10,000 Seelen das Recht habe, für den Ausschuss je einen Delegiereien zu benennen, statt vorzuschlagen, wie es im Statutenentwurf heisst. Auf Antrag des Landgerichtsrath Wallst ein- Breslau, die Zuwahl von Einzelpersonen in den Ausschuss bis zur Zahl von acht zu beschränken, wurde abgelehnt. Rechtsanwalt Auerbach- Frankfurt a. M. erwarb sich den Dank der Versammlung durch seinen Vorschlag, die Debatte über die §§ 9—12 und 13—16 zu verbinden. Zu 8 14 erklärt Rechtsanw. H o r w i tz auf Anfrage, dass die finanziellen Aufwendungen nur geringe sein werden und die Einkünfte sich im wesentlichen aus freiwilligen Beiträgen der Großgemeinden und Einzelner sich zusammensetzen werden. Der Antrag Dr. V o g e l st e i n - Stettin zu § 16. die Statutenänderung betreffend, die Zustimmung zu einer solchen nicht von einer Zweidrittelmehrheit, sondern! nur von der Mehrheit des Ausschusses, sowie nicht von i einer Dreiviertelmehrheit, sondern nur von einer Zwei-! drittelmehrheit der Hauptversammlung abhängig zu! machen, wird auf das Bedeuten Prof. Philippsons, j das grosse Werk nicht einer Zufallsmajorität auszu * setzen, abgelebnt. Die Generalabstimmung ergab die j einmüthige Annahme des Satzungsentwurfs.! Nach einigen Worten des Dankes und der Genugthuung! über die vollendete Arbeit, wurde die Absendung eines ‘ Huldigungstelegramms an den deutschen Kaiser, als den Schirmherrn und den Bewahrer aller religiösen j Güter, einstimmig beschlossen. Es erfolgten schliesslich! noch die Wahlen für den Ausschuss. Nach dem Bor-; schlage von Justizrath L i l i e n t h a l - Berlin die | Liste, wie folgt, angenommen. Zunächst die fünf Mit-! glieder des bisherigen engeren Ausschusses: Rechtsan-! walt Dr. Hör w i tz , Justizrath Dr. Fuchs, Prof, j Philippson. Justizrath Breslauer, Justiz- , rath Friede mann, fämmtlich in Berlin: alsdann i Rechtsanwalt Blau- Frankfurt a. M., Rechtsanwalt; Dr. Cohn- Dessau, Landgerichtsrath Wöllstein- Breslau, Stadtrath M a g n u s - Königsberg. Geb. i Negierungsrath Prof. Aron- Berlin. Rechtsanwalt! Dr. Samson- Hamburg, Benjamin Hirsch-! Halberstadt, James Simon- Berlin, Dr. F i e g e l - | Berlin, Stadtrath Hamburger - Karlsruhe, . G o l d s ch m i d t - Posen, S i m s o n - Danzig. Dr.! Apfel- Köln, Justizrath Geige r-Frankfurt a. M., Geheimrath Professor P i n n e r - Berlin und Martin I Simon- Berlin. Alsdann folgen die üblichen! Schlussreden. Cohn- Liegnitz dankt dem Borsitknden j für die mustergiltige Leitung. Dr. Eppstein- Briesen hebt die Verdienste Prof. Philippsons um das Zustandekommen des Werkes hervor. Benjamin Hirsch dankt der Berliner Gemeinde für ibre Gastfreundschaft und dem engeren Ausschuß für seine unermüdliche Arbeit. Einen wahrhaft ergreifenden Abschluß bildeten die rührenden Worte, mit denen der berühmte Talmudforscher Seminardozent Dr. I. Lewy - Breslau seine freudige Genugthuung über den wohlthuenden Eindruck aussprach, den die Bersamm- . lung auf ihn gemacht habe, und die innige Bitte hinzufügte. auch in trüben Tagen das Vertrauen auf die Vorsehung nicht schwinden zu lassen, die Israel jederzeit beschützt und beschirmt habe. Mit einem begeistert eufgenommenen Hoch auf das deutsche Vaterland und das deutsche Judenthum schloß der Vorsitzende gegen 6 Uhr die Sitzung. Verantwartlicbe Medacrian: OScar L cd mann in Mainz. — Ervedition bo3 »Israelit" SLotti'tcaße Nr. 2. Mainz. Truk und Verlag der Jod. Wirrh'lären Hosbuchdruckcrei Actien-Geielllchasl in Mainz. J