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Der Israelit · 1904-04-28 · Heft 33 (28.4.1904) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 33 (28.4.1904)
Date
1904-04-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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710 bindend ist. so scheint, kraft der angeführten Stelle, die letztere Auffassung des geehrten Herrn, wonach "Pan zum Nachsätze gelesen werden soll, gerechtfertigt. N. K. Zu der in der zweiten Beilage des „Israelit" Nr. 29 angeregten Frage über die Leseweise des Satzes ■fa'» njn oSu6 u'bv t6c» Tan rwasi sei gestattet. Folgendes zu bemerken: Das Wort nn soll sowohl zum ersten Theil, als auch zum zweiten gelesen werden, als ob es zweimal im Satze angeführt sei. (!? Die Red.) Parallelstellen dazu finden sich: Cap. 31, V. 49: hier soll das Wort rexcrn nach der Deutung nbapm ansn-'a nach oben und unten gelesen werden. Derselbe Autor führt in nwia Cap. 36, V. 12 noch einige analoge Fälle an. In ähnlichem Sinne ist wohl auch eine Midraschstelle m *d va zu deuten, die auch in den „Lernstücken" des o'T, 'o zu finden ist: nwia Cap. 24, B. 1: spi amoxi. Der Midrasch erzählt: rrapn spricht zu arnox: Weil Du meine Arbeit gethan hast cn^aix n-rn» so hülle Dich auch in mein Gewand. Das Wort spi soll sich sowohl auf amnx, als auch auf -po m beziehen, wie ja n-op.n in bx'.'i Cap. 9: f'av p’ny genannt ist. R. B. in S. Der Lehrer, der über Tan nnaa iba.1 anfragt, kann sich über diese, wie alle ähnlichen liturgischen Fragen Rath erholen in bnp nn von R. Sal. Geiger. Die obige Frage ist ausführlich auf S. 452 unten, 463 und 464 behandelt. In Frankfurt wird Tan hcruntergezogen und demgemäß im nmnach naaa ein Absatz gemacht. Alfred Geiger, Frankfurt a. M. Cydtkuhnen, 21. April. Zu der Frage des Herrn Lehrer E. L. in der zweiten Beilage Nr. 29 des „Israelit" ob ma» ■jf’on Ton oder ir'dv -.-an zu beten sei, wollen Sie Unterfertigtem eine unmaßgebliche Meinung gestatten. Wenn man den verschiedenen Quellen nachgeht, hat ja sowohl die eine, als auch die andere Lesart etwas für sich (vergl. emax ps zu vVi fO'O im o«n niix und dprn n^na zur Stelle) und hört man oft auch von n'jm beide Lesarten zugleich anwenden, indem dieselben das Wort Ten zweimal sagen?! Doch dürfte für die alleinige Lesart Tan imaa -jbcn folgende Begründung. wenn auch nicht entscheidend, aber nicht leicht widerlegbar sein. Bei den rp n'aia und allen anderen no*c mit n‘3^01 er nrnn bezieht sich die-Schlußberächah immer auf den Hauptinhalt des vorangegangenen Gebetstückes. hier also offenbar auf den Satz: ."tyi abwb U'by ^ai ,Tcn ^rraba cpi ivr -irv iZ'pdx So wenig also sich in diesem Satze Tan und *pai verbinden lassen, sollen auch meines Erachtens in der Schlußberachah die Worte T^a' Ton nur mit einem kleinen pcodazwischen gebetet werden. M. I a f f £, Kantor. * Feuilleton r?ti% ahrheit und Dichtung. Lon Friedrich Rott. Als sie ihm jedoch nach einigen Tagen eine ihr zugegangene Zuschrift zeigte, in der sie aufgefordert wurde, ihren Verlobten zu veranlassen, seinen Taufschein einzusenden, dann werde ihm sofort die betreffende Professur übertragen werden, da lehnte er zuerst entschieden ab. nie und nimmer werde er sich taufen lassen, wenn er nicht als Jude Professor werden könne, so verzichte er darauf. Da aber verlegte sie sich auf's Bitten und auf's Schmeicheln und wußte so lange zu schmeicheln und zu bitten, bis er sich zu allem bereit erklärte. Doch mit dieser Zusage war sein Frohsinn geschwunden. Er litt sichtlich. Bleich und trübe saß er oft an ihrer Seite und starrte auf den dünnen Goldreifen an seiner Hand, auf das verhaßte Konfirmationsgeschenk, wie sie es im Stillen nannte, und gewahrte die Zärtlichkeiten kaum, die sie im Uebermaß an ihm verschwendete. „Otto, lieber guter Freund, was ist Dir? — fühlst Du Dich nicht wohl?" Sie hatte den lveichen Arm um seinen Hals geschlungen und ihre seit ihrer Verlobung stets rosige Wange an sein Gesicht geschmiegt. Trotzdem mußte sie ihre Frage wiederholen, bevor er antwortete. „Dank Dir, Geliebte, mir ist nichts, ich fühle mich ganz wohl." «Otto. Otto, darf man lügen?" sie drohte ihm lächelnd mit dem Finger. „Sehen die Menschen, die nicht leiden, so aus wie Du? und glaubst Du wirklich, ich wüßte nicht, was Dir ist?" „Nun. wenn Du es weißt, weßhalb fragst Du?" versetzte er mit einem Anflug von Ungeduld. „Du siehst, wie sehr ich leide, indem ich daran denke, müßte ich viel darüber sprechen, so würde ich vollends zu Grunde gehen." Sie schüttelte mißbilligend den Kopf. „Du bist im Jrrthum, wenn Du Dich aussprechen würdest, würde es Dir leichter um's Herz werden." „Habe ich vielleicht nicht oft genug mich darüber ausgesprochen? weißt Du vielleicht nicht —" " „Verzeih', Du hast recht, ich habe eine Dummheit gesprochen, wenn Du Dich nicht darüber ausgesprochen

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