Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 33 (28.4.1904)
- Date
- 1904-04-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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706 Starke nur etwas erreicht haben, dann verliert sich schon dieses Gefühl der Schwäche und macht einem Gefühle der Selbstsichcrheit, des Selbstvertrauens und der Eigenliebe Platz. Aber selbst angenommen, daß es für! den Menschen genug ist, wenn Furcht. Angst. Schrecken. ' Kleinmuth und Verzagtheit die Motive seiner Treue zu . Gott sind, daß ein solches Angstgefühl ein volles Menschenleben hindurch ausreicht, daß sie bei ihm nie die! Wirkungskraft verlieren, so ist es ganz sicher, daß sie nicht ausreichen, auch die Kinder treu zu erhalten. Angstgefühle lassen sich schwer vererben. Wenn das Kind sieht und fühlt, daß die Beweggründe für die Treue und Anhänglichkeit der Eltern an Gott nur solche des Kleinmuthes sind, so wird dieses Kind, in dessen Adern noch junges und frisches Vlut rollt, das mit dem! kühnen Wagemuth der Jugend aller Gefahren spottet, j das im stolzen Vertrauen auf die jugendliche Kraft das Gefühl der Angst nicht kennt, mit Allem brechen. Es ist ein tiefes und wahres Wort unserer Weisen ^pn bx mdyxö xbx np-re, daß man die Thora nicht vererben kann, wenn sie einem nicht das Theuerste ist. Wenn der Jüngling sieht, daß es den Eltern nicht heiliger Ernst um die Erfüllung der Mizwa ist, wenn er sieht, daß die Ellern nicht mit dem Gefühle inniger Freude und freudiger Gebobenheit eine Mizwa begehen, wenn er sieht, daß die Eltern mit Kälte und Lässigkeit, mit Mißmnth und Verdrießlichkeit ein Gebot Gottes erfüllen, wenn er sieht, daß nicht jeder Nerv vor freudiger Erregung zuckt, wenn man das Glück hat. sich als Diener Gottes ru bethätigen, wenn er merkt, daß die Tbora nicht lebenaestaltend bei seinen Eltern gewirkt, daß sie nicht ein Theil ihres Lebens geworden, wenn er endlich wabrnimmt, daß es nur ein Gefühl der Schwäche und der Mutblosigkeit gewesen, das seine Eltern gehindert, mit dem Alten zu brechen, so wird er diesen Schritt thun und das vollenden, was seine Eltern aus Feigheit unvollendet gelassen staben, er wird ernten, was sie gesät. Sage den Söbnen Abaraons. den jeweiligen Vriestern, daß ihnen die Berührung einer Leiche untersagt ist. Nicht der Gedanke an den Tod. an die eiaene Ohnmacht soll sie in das Heiligtbum bealeiien. denn ein solcher Gedanke verunreiniat sie und ihren Dienst, ivb rmp n-.wv "n nxw *vrci Denn nur reine Gottesfurcht bat Bestand, nur sie kann für die späteste Zukunft Seaen und Heil stiften. Nun saat N. Levi. nur eine solche Gottesfurcht, wie sie Abaron statte, will Gott haben. Er stand mit auf der höchsten Stufe der sozialen Gliederung im jüdischen Volke, er war kein Schiffbrüchiger, der im Dienste Gottes seine letzte Zuflucht gesehen hätte, ferne Gottesfurcht war von den reinsten und heiligsten Gefühlen' getragen, diesem konnte Gott sagen, daß der Gedanke an den Tod aus dem Heiligtstum verbannt sei. denn seine nrnwar eine solche .mm bs r/c -v vjiö uh um xb nn nnrrv Auch seine Kinder werden das nen v genau einhalten. auch sie werden es nicht nöthig haben, mit dem Gedanken an den Tod in's Hciligthum zu treten. Sie werden die Träger der reinen twt werden, sie werden stets die Fahne der Treue Hochhalten, sie werden ihre Gesinnung nie nach der gerade herrschenden Zeitrichtung ändern, nie nach der gerade herrschenden Zeitrichtung ändern. Sie werden zu jeder Zeit und in allen Lagen, ob das Volk das goldene Kalb umtanzt, oder in feiernder Menge den Altar umringt. Gottesstreiter sein. Fest und ohne Schwanken wird ihr Standpunkt sein, sie werden die ihnen aufgetragene Hut des Heiligthums hüten, sie werden ewne Wächter sein, die Rufer im Streite der hin und her wogenden Wellen der Leidenschaften, die unermüdlichen Mahner und Wegweiser, sie werden das ihnen aufgetragene Gebot der iro nptoi des Leuchtend und Erleuchtens so erfüllen £*.»3 nrc rhy xnn» . daß das Licht der Wahrheit dem Winde, der gerade in der Welt weht, standhallen könne, sie werden das Licht vor dem Erlöschen bewahren. Wenden wir uns nun zu unserer Haftorah. so finden wir gleich in dem ersten Satze den Gedanken ausgesprochen, den wir entwickelt haben. „Die Priester, die Leviten, die Söhne Zadoks. die auf der Wacht für mein Heiligihum ausharrien. als Israels Söhne von Mir abirrten, die sollen Mir nahen. Mir zu dienen, die sollen vor Mir stehen. Mir Fett und Blut näher zu bringen, spricht Haschem." nenpo me»0 rat ns? -»x ,'bj?e brr-isr» '33 mna. Nur solche Priester sind würdig dem Altar zu nahen, die mit unbeugsamer, keine Rücksicht kennender Entschiedenheit für das Gottesgesetz eintreten, die der Verirrung des Volkes mit Muth und Ausdauer, der Verblendung des Volkes mit eiserner Kraft und Energie entgegenzutreten wagen, die felsenfest allem Leichtsinn und Unsinn ihre gewichtige Autorität entgegenzusehen den Muth haben, die allen nwn wenn sie auch noch so zeitgemäß und modern sind, mit der ganzen Kraft ihrer Ueberzeugung entgegentreten, die weit entfernt davon, dem sog. Zeitgeiste Konzessionen zu machen, die Thora als über Zeit und Raum stehend erklären, die mit ihrem Herzblute die Ganzheit des Gesetzes vertheidigen, die sollen vor Gott hintreten, um die Opfer näher zu bringen. Denn nur diesen kann es heiliger Ernst um die Darbringung dieser Opfer sein, nur sie allein wollen und erstreben die Hebung der irdischsten Zwecke in den Kreis des Geistigen, nur sie wünschen, daß das Zeitliche emporgehoben werde in den Kreis des Ewigen, das rein Menschliche in den Bereich des Göttlichen. So fest und unerbittlich sie aber auch sein sollen, so sollen sie das Volk durch Liebe für die gleiche Festigkeit erziehen, bx *ntrn brr crxxa Cmj33 cyn rx X*n 131 ETTJ3 NX IS»D' OST» „Wenn sie in den äußeren Vorhof hinausgehen, der zum Volke führt, sollen sie ihre Kleider ausziehen, denn nicht nrit ihren Kleidern heiligen sie das Volk. Nur so