Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 33 (28.4.1904)
- Date
- 1904-04-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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45, Jahrgang. .*«$33. Ei» IsmM Eenirat-Hrgan für das orthodo-ee Iudentsium Uehrrrrtnr* in X2tat«f. Donnerstag, den 13. Jjar 5364. 28. April 1904. "s°r Smti M§rvk abonnirt man bei allen Postanstalten für die Monate lai & Juni auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Poft-ZeitungSfchalter deS Wohnsitzes deS Bestellers oder bei dem betreffenden LandbrieftrLger aufgegeben werden. Die Briefträger sind berechtigt, den AbonnementS-Vetrag in den ersten 25 Tagen deS Monats gegen Quittung in Empfang zu nehmen. Ausland entsprechend höher. Auf Wunsch Ermäfriguirg auf den Avonrremerrtspreis. -«jpg Me Expedition des «Israelit." Liebe und Furcht. Line Betrachtung zu '£> und “DK 'Esn von Dr. Hermann Klein. Mainz. 27. April. „Da sprach Goit zu Moses: „Sage den Priestern, den Söhnen Aharons und sage ihnen, daß sie sich an keiner Leiche verunreinigen." Zu dieser Stelle bemerken unsere Weisen in M. Nabbah: mno "i r.xr v.in naus nst n*;pn pnx x-,vi:p nxro rb vx xney bz spc nv sVi izrv xS rrrt nrx» r.xn .-.»-er, H nen 'c*t txi Jirnn. „Das ist der Sinn jener Psalmenstelle: „Die reine Gottesfurcht besteht ewig." R. Levi sagt, durch die den Aharon beseelende Gottesfurcht gelangte er zu diesem Thoraabschnitt, die nie von ihm und aus seiner Kinder Mitte weichen wird." Die reine Gottesfurcht besteht ewig! Nur derjenige, dessen Leben in Reinheit und Heiligkeit dem Dienste Gottes geweiht ist,. dessen Streben von der lautersten und innigsten Gottesverehrung getragen wird, der mit allen fasern seines.Herzens und allen Fibern seines Wesens Jude ist, der reinen Herzens und lauteren Sinnes sich um die Fahne der jüdischen Gesetzeslehrc bewegt, der mit keuschem Gemüthe und tiefinnigem Fühlen sich zur Reinheit und Selbstlosigkeit durchringt, der in dem kleben' der von Gott gebotenen Gesetze seines Lebens höchste Sehnsucht und wahrste Befriedigung findet, der kein anderes Streben kennt, als das ihn beseelende Glücks- . gefühl auch Anderen mitzutheilen, mit seinem eigenen Feuer auch Andere zu erwärmen, durch seine eigene . Klarheit das Geistesdunkel Anderer zu erhellen, dessen Gottesfurcht besteht ewig. Wer aber Gott nur fürchtet, weil er in ihm den strengen Richter sieht, den nur der Gedanke an den Tod zu Gott hinführt, dessen Frömmigkeit nichts weiter ist, als das Zittern des Sklaven vor dem Aufseher, dessen Thaten den Stempel des Bebens und Zagens, des Bangens und Fürchtens vor der strafenden Hand eines höheren Wesens an sich tragen, der nur so lange lebt, als er an den Tod denkt, nur so lange stark ist, als er sich schwach fühlt, nur so ' lange fest, als er selbst schwankt, nur so lange treu, als er vor den Folgen der Untreue zurückfchreckt, dessen Gottesfurcht. Treue, Stärke, Festigkeit und Frömmigkeit sind unrein, sie sind auf einem schwachen Unterbau aufgeführt, das Fundament ist zu schwach, als daß ti für die Dauer das ganze Gebäude tragen könnte, die Grundlage zu baufällig, als daß es für längere Zeit' reichen könnte. Gin etwas stärkerer Windhauch stürzt ihn um und entwurzelt ihn aus dem Boden, auf den er sich in seiner Srelenangst gestellt. Denn, wen nur seine Schwäche zu Gott hinführt, der nur aus dem' Gefühle seiner Ohnmacht heraus ein Diener Gottes wird, der wird nur so lange Jehudi bleiben, als dieses Schwächegefühl anhält. Seine Verhältnisse brauchen sich nur etwas zu bessern, seine äußere Lage sich nur etwas günstiger zu gestalten, er muß nur etwas Vertrauen in die eigene Kraft gewinnen, durch die eigene-