Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 32 (25.4.1904)
- Date
- 1904-04-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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691 in alle Schlupfwinkel ihrer Beweisführung verfolgt werden. Die gegnerische Behauptung mußte vorgeführt, widerlegt und alle Einwände, die gegen diese Widerlegung sich erheben könnten, berücksichtigt werden. Aber wie das Buch mit Hoffmann'schem Scharfsinn, so ist es auch mit Hoffmann'scher Klarheit geschrieben. Wer nur im Chummesch Bescheid weiß, der wird es auch ohne Kenntniß der Vibelkritik mit Nutzen lesen und in ihm Schirm und Schütz gegen jedweden Angriff der Gegner besitzen. Es ist hier nicht der Ort, eine Besprechung im Einzelnen zu geben, und ergänzende oder kritische Bemerkungen an die Ausführungen des Verfassers zu knüpfen. Es sollte nur der Dank, den Schreiber dieser Zeilen für die unschätzbare Gabe dem Verfasser gegenüber empfindet, öffentlich ausgesprochen werden. Es war und ist kein Vergnügen für Hoffmann, sich mit den v-L-.-in und rer: der Bibelkritiker herumzuschlagen und es ist kein Vergnügen für den Leser, diesen auf allen ihren Jrrgängen zu folgen. Wer aber, wie wir, in einer Umgebung lebt, die durchseucht ist von den Baccillen dieses gefährlichsten woi'p'Lrr, lver den Gymnasiasten gegenüber immer Rede stehen muß auf das, was diese von glaubens- und taktlosen Lehrern hören, wer beobachtet hat, wie die jüdische akademische Jugend ihrem Glauben abgetödtet wird zumeist durch bibelkritische Lektüre '2 rririn te n^cn c'bbr, o'2*i, wer Zeuge ist, wie durch Vorträge in jüdischen Geschichts- und Litteraturvereinen das Gift in immer weitere Kreise getragen wird, wer Jahrzehnte hindurch sehnsüchtig nach dem Buch ausschaute, das in klarer Darstellung, in übersichtlicher Gruppirung und möglichst gedrängter Kürze die wesentlichen Momente für eine Apologetik zusammenfasse. der muß die Größe und Bedeutung und vor allem die Wichtigkeit dieser Arbeit würdigen, der möchte diesem Werke überall Eingang verschaffen, wo immer nur unserer Jugend gefahrvolle Einflüsse drohen, der sieht in ihm eine 2-2:22 n">o unserer Zeit, einen Führer der Irrenden. Möge es uns beschieden sein, recht bald noch fernere Gaben der Pentateuchexegese Hoffmanns zu empfangen, möge die Fortsetzung des vorliegenden Werkes und das Erscheinen des Kommentares nicht lange auf sich warten lassen, denn sicher: nvn mrrs: n:x Schirm und Schutz ist die Wahrheit, die er uns gibt. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin. In eindrucksvoller Feier wurde dieser Tage der Neubau der jüdischen Gemeindemädchenschule in der Kaiserstratze 29/30 eingeweiht. Zu diesem feierlichen Akte hatten die städtischen Behörden Herrn. Schulrath Dr. Michaelis, der in Amtstracht erschienen war, und Herrn Stadtschulinspektor Dr. Fischer entsandt. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde wie die Repräsentanz war zahlreich vertreten, das Rabbinat hatte sich fast vollzählig eingefunden; von bekannteren Persönlichkeiten bemerkten wir noch den greisen, allzeit rüstigen Stadtverordneten Sanitätsrath Dr. Neumann, Dr. Jutrosinski,. Direktor Grunwald vom Waisenhaus in Pankow, Direktor Dr. Holzmann und andere. Berlin. Der Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands macht beim Abschluß des Schuljahres diejenigen jüdischen Eltern, die noch keinen bestimmten Beruf für ihre schulentlassenen Söhne gewählt haben, darauf aufmerksam, daß auf dem der Bodenkulturgesellschaft m. b. H. gehörigen Gute Neuhof bei Posen noch einige Zöglinge zur Ausbildung in der Landwirthschaft angenommen werden können. Diese müssen das 16. Lebensjahr überschritten haben und körperlich gesund sein. Sie haben einen praktischen Kursus von drei Jahren durchzumachen und werden in dieser Zeit mit allen landwirthschaftlichen Verrichtungen vertraut gemacht. Die Verpflegung ist rituell. Alle näheren Einzelheiten sind von dem Geschäftsführer Herrn Mühlenbesitzer J.Rosent h a l, Posen, Wilhelmstr. 25, zu erfahren. Hamburg. Der Israelitische Mietheverein von 1828 hielt seine diesjährige Generalversammlung unter Vorsitz des Herrn Hermann S. M e y e r ab. Der Vorsitzende begrüßte die Anwesenden und theilte mit, daß der Verein auch im verflossenen Jahre einer großen Anzahl von bedürftigen Familien eine Unterstützung zur Miethezahlung angcdeihen lassen konnte. An Mitgliedsbeiträgen wurden im Jahre 1903 2674.30 M. (gegen 3027.70 M. im Jahre 1902) und an Zinsen 3079.32 M. vereinnahmt. Unter die Mitglieder wurden verloost 65 Portionen ü 60 M. gegen 68 Portionen im Jahre 1902 und vertheilt 40 Portionen n 30 M. gegen 24 Portionen im Jahre 1902. Der Vorsitzende wies darauf hin, daß der Verein seit seinem 75jährigen Bestehen über 300,000 M. für seine Zwecke verausgabt hat. Es sei iedoch unbedingt nothwendig, dem Verein neue Mitglieder zuzuführen oder seiner bei festlichen Gelegenheiten durch einmalige größere Beiträge zu gedenken, damit der Verein auch ferner in der Lage ist, seine segensreiche Wirksamkeit auszullben. Der Vorstand hat seit einigen Jahren nicht nur Verloosungen von Mietheunterstützungen, sondern auch Vertheilungen solcher an bedürftige Mitglieder eingeführt, die sich sehr gut bewährt haben. Als ein weiterer Fortschritt darf es ferner wohl bezeichnet werden, daß in Zukunft diejenigen. welche dem Verein als Mitglieder angehören, ohne dessen Wohlthaten zu beanspruchen, diese an Bedürftige durch den Vorstand ausüben lassen könnest, indem sie demselben ihre Gewinne zur Verfügung stellen. Auf solche Mitglieder rechnet der Vorstand ganz besonders. Der Vorstand hat sich ferner noch ein