Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 30 (18.4.1904)
- Date
- 1904-04-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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' €52 der Pensionskaffe, Joseph Simonsohn-Konigsberg. | Die Versamlung nahm mit freudigem Interesse von der gedeihlichen Entwicklung dieses jungen Kasseninstituts, das in drei Jahren ein Vermögen von rund 24,000 Mk. gewonnen und bereits eine segensreiche Wirksamkeit in der Provinz ausübt, Kenntniß. . Den Bericht über die Religionsschulen der Provinz gab in Behinderung des zeitigen Vorsitzenden der Schulinspektion Rabbiner Dr. Beermann -Insterburg. Die Religionsschul-Verhältnisse der Provinz wurden dabei in ausführlicher Weise besprochen und mannigfache Anregungen zu einer Besserung der Verhältnisse gegeben. Die Einrichtung von Bezirksrabbinaten wurde schon in der vorangegangenen Ausschußsitzung wegen der vorläufig noch ungefestigten Stellung der Kultusbeamten als zeitig nicht opportun erachtet. Waisenhaus-Inspektor Perrtz - Königsberg referirte darauf über den von der Schulkommiffion des Verbandes ausgearbeiteten und auch von der Lehrerschaft Ostpreußens bereits im wesentlichen angenommenen Normalkontrakt für die jüdischen Religionslehrer und Kultusbeamten Ostpreußens. Der Entwurf wurde unter Berücksichtigung einiger Wünsche der Lehrerschaft und mit sonstigen kleinen Abänderungen einstimmig angenommen und soll nunmehr bei den Gemeinden Ostpreußens zur Einführung gelangen. Als wesentlichste Bestimmungen dieses neuen Kontraktes sind anzusehen die Einrichtung einer Disziplinarordnung mit Entscheidung durch das Schiedsgericht des Synagogenverbandes; die Festsetzung eines Mindestgehaltes für die Kultusbeamten Ostpreußens, die Sicherung des Ruhegehalts und der Reliktenversorgung der ostpr. Beamten durch die ostpreußische Pensionskasse! bei einer Mindestleistung von 300 Mark für die Relikten und 800 Mark für die Emeriten. Die Ordnung der Anstellungsfristen mit folgenden 3. 3, 6, 6 Jahren und dann dauernd, sofern nicht ein Entlassungsgrund eintritt, entweder aus einem Disziplinarverfahren oder durch eine wesentliche Verringerung der Leistungsfähigkeit der Gemeinde, die die Aufrechterhaltung der Kontraktsbedingungen seitens der Gemeinde nach Urtheil des Schiedsgerichts fortan unmöglich erscheinen läßt. Den nächsten Punkt der Tagesordnung bildete der Bericht der Kommission betr. Errichtung eines Provinzial-Siechenhauses durch den Verband. Der Re-, ferent W o y t h a le r - Allenstein legte den gegenwärtigen Stand der Angelegenheit dar. Nachdem von einer Seite berichtet worden, daß die Gewinnung eines Stiftungsfonds für den Zweck in sichere Aussicht gestellt wurde und der Referent selbst die Mittel für die erste Einrichtung einer kleinen Haushaltung für Sieche als - gesichert bezeichnte. beschloß die Versammlung der bestehenden Kommission die weitere Bearbeitung der Angelegenheit zu belassen und ihr das Recht der Cooptative zu gewähren. Der vom Ausschuß vorgelegte Etat pro 1904/8 wurde bewilligt und einige allgemeine Angelegenheiten erledigt, sodann folgte die Wahl des Ausschusses. Derselbe setzt sich pro 1904/5 zusammen aus: Rechtsanwalt Schey-Allenstein, Verbandsvorsteher, Stadtrath S. Magnus und Dr. med. Kamnitzer-Allenstein, stellvertr. Vorsitzende, Amtsgerichtsrath Blumenfeld; H. Clößer und B. Holz-Insterburg. Jul. Lazar-Königsberg, S. Jacoby-Osterode, E. Rastenburg. N. Lublinsky-Johannisburg. Jakob. Silberstein-Allenstein und M. Jakobsberg-Zinten. Als Stellvertreter wurden gewählt Prof. Dr. Laßar-Cohn-Königsberg, Otto Eichelbaum-Jnstcrburg und I. Sebba-Tilsit. Ferner - gehört als zweiter Vorsitzender der Schulinspektion an Rabb. Dr. Vogelstein-Königsberg. Nach Schluß der Versammlung vereinigten sich alle Betheiligten und viele Mitglieder der Gemeinde Insterburg noch zu einem gemeinsamen Mittagsmahle. Liegnitz, 15. April. Sein fünfundzwanzigjähriges Amtsjubiläum beging am 9. d, Mts. der Vorsitzende der hiesigen Synagogengemeinde, Stadtverordneten- Dorsteher Heinrich Cohn Hierselbst. Um 11V2 erschienen die beiden Körperschaften der Synagogengemeinde in der Wohnung des Jubilars, und es sprach zunächst der stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes. Kaufmann Ludwig Danziger, Namens dieser' Körperschaften die herzlichsten Glückwünsche aus, während der Vorsitzende der Repräsentanten-Versammlung, Kaufmann Jakob E l k u s ch, dem Jubilar eine kunstvoll ausgestattete Ehrenurkunde überreichte, inhaltlich deren die bereits bestehende „Heinrich Cohn- Stiftung* um einen namhaften Betrag erhöht wird. Es gratulirten ferner Rabbiner Dr. P a r i tz von hier, weiter Oberbürgermeister Q e r t e l Namens des Magistrats, vom Bureau der Stadtverordneten-Dersammlung die Herren Peikert und Meyenburg Namens der Stadtverordneten-Versammlung. deren erster Vorsteher bekanntlich der Jubilar ist; fernerhin gratulirten Frau Aug. Danziger als Vorsitzende des Israelitischen Frauen-Vereins und Kaufmann Deutsch als Vorsitzender des Beerdigungsvereins, deren Ehrenmitglied der Jubilar ist. Herr Cohn dankte mit bewegten Worten jedem Einzelnen für die Beweise treuer Liebe und Anhänglichkeit. Auch sonst waren dem Jubilar aus der Bürgerschaft viele Blumenspenden und schriftliche Glückwünsche zugegangen, und ebenso hatten es sich mehrere Vereine, denen der Jubilar näher steht, nicht nehmen lassen, ihm Beweise der Anhänglichkeit zukommen zu lassen. Zu Ehren des Jubilars fand Abends ein Bankett im Schießhause statt. Hamburg, im April. Der „Verein zur Speisung hilfsbedürftiger israelitischer Kinder* hielt hier vor einigen Tagen seine diesjährige Generalversammlung im Bureau der Herren Maihiason & Trier, Alterwall, unter Vorsitz des Herrn L. Maihiason ab. Der Vorsitzende erstattete den Jahresbericht und theilte mit, daß