Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 30 (18.4.1904)
- Date
- 1904-04-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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6f>i heit gänzlich aus dir schwinden lassen. Du wirst in die Fremde ziehen, um dort deiner Ohnmacht inne zu werden, dort wirst du es wieder lernen, deinen Blick in die Höhe zu richten, dort wirst du von dem Wahne der Selbstherrlichkeit genesen und deine innere Unreinheit los werden."! nr '2 rarm vir *p j£na Du wirst wieder Besitz ergreifen von dir vor den Böllern und erkennen, daß Ich Gott bin. Hast du die Wünsche deines Herzens zu Gottheiten gemacht, daß du in den Banden deiner eigenen Leidenschaft gefesselt warst, so wirst du wieder Besitz ergreifen von dir, du wirst frei werden vor den Augen der Völler, die dich verlacht und beschimpft haben. Du wirst in der Leidensschule geläutert und gereinigt werden, du wirst durch die physische Unfreiheit zur geistigen Freiheit gelangen und in Sklavenketten freier sein als deine Unterdrücker, du wirst deiner Fesseln nicht achten, denn du wirst Gott erkennen, der in Liebe und väterlicher Fürsorge dich züchtigen mußte, weil du Sein Kind bist, weil du Ihm nahe stehst vnp« 'nnps und Er durch die Ihm Nahen vor der Welt geheiligt werden will. Und ist es dir gelungen, von dir Besitz zu ergreifen, so wirst du auch von deinem Lande Besitz ergreifen dürfen evnr» pp 'jj-j E’tew pn du, dann bringe Ich euch in Jeruscholajims Mitte zusammen, spricht Haschern, der in Liebe Sein Volk leitet und dessen liebende Vaterhand in allen Fügungen und Schicksalen sichtbar wird. Zeitungsnachrichten und Correfporrdenzen. Deutschland. Berlin, 13. April. Der Rentier M. D. Feilch e n f e l d hatte am 8. d. Mts. das 70. Lebensjahr überschritten und aus diesem Anlaß von seinen Angehörigen. Verwandten und Freunden zahlreiche Glückwünsche und Ehrungen erhalten. Aus seiner gemeinnützigen Thätigkeit ragt eine unermüdliche Fürsorge und Förderung des jüdischen Lehrlingsheims in Pankow hervor. Das Kuratorium dieser Anstalt widmete einen prächtigen Blumenkorb und ließ durch die Herren Bodenstein. Frenkel. Direktor Dr. Justrosinski und Dr. Strelitz herzliche Glückwünsche überbringen. Die früheren Zöglinge überreichten durch eine Abordnung eine künstlerisch ausgeführte Adresse, die in Entwurf und Ausführung eine hervorragende Leistung eines früheren Zöglings der Anstalt, Maler Rothschild, Ihervorgegangen aus dem Atelier Bodensteins war. Sonntag Abend vereinigte Herr Feilchenfeld die früheren und jetzigen Zöglinge in den Räumen des Lehrlingsheims, um sich und seine Familie. Frohe Stunden verstrichen bei ernsten und heileren Tischreden, Tischliedern und Vorträge» der Zöglinge. Berlin, 14. April. Am Sonntag, 28. Marz, fand im Bureau des „D.-J. G.-V." die zweite ordentliche Mitgliederversammlung des „Vereins jüd. Arbeiterkolonie und Asyl in Weißensee bei Berlin" statt. Auf die Vorlesung des gedruckt vorliegenden Geschäftsberichtes wurde verzichtet, wohl aber dessen Verbreitung als Propagandaschrift vielseitig gewünscht, da es gilt, die noch immer unzureichenden Einnahmen des im - übrigen sehr populären Instituts zu erhöhen. Freudig stimmte die Generalversammlung der durch den Vorstand erfolgten Ernennung des um den Verein hochverdienten Herrn Adler zum immerwährend den Ehren nlitgliede des Vereins zu. Königsberg, 16. April. (Verband der Synagogen-GemeindenOstpreußens.) Am 11. d. M. hielt der Verband der Synagogen-Gemeinden Ostpreußens seine 20. ordentliche Generalversammlung in Insterburg ab. Am Vorabend dieses Tages fand der Empfang der Gäste und ein gemüthliches Beisammensein statt. Gegen 8 Uhr Abends begannen die Vorberathungen des Verbandsausschuffes. Montag, Vorm. 91/» Uhr, wurde die öffentliche Verbandsversammlung durch den Senior des Verbandsausschusses. H. E l ö ß e r - Insterburg eröffnet, der die Versammlung auch Namens der Jnsterburger Gemeinde begrüßte und dem im vergangenen Jahre verstorbenen, langjährigen und viel verdienten Verbandsvorsitzenden Isaac Eichelbaum -Insterburg einen ehrenden Nachruf widmete. Die Versammlung erhob sich zu Ehren des Verstorbenen von ihren Plätzen. Es folgte die Vureauwahl, welche ergab: Rechtsanwalt S ch e y - Allenstein, Vorsitzender, Amtsgerichtsrath Blumenfeld -Insterburg, stellvertretender Vorsitzender, Prof. Dr. Laßar-Cohn-Königsberg, Joseph Simonsohn -Königsberg, H. Elößer- Insterburg, S. I a c o b y - Osterode und Waisenhaus- Inspektor P e r i tz - Königsberg. Den nächsten Punkt der Tagesordnung bildete die Wahl eines neuen Verbandsvorstehers an Stelle des verstorbenen I. Eichelbaum-Jnsterburg. Es wurde einstimmig dafür Rechtsanwalt Schey-Allenstein gewählt, der auch die Wahl ' mit Worten des Dankes und mit dem Gelöbniß treuer Hingabe an die Interessen des Verbandes, wie einer versöhnlichen und allezeit sachlichen Leitung der Verbandsgeschäfte annahm. Der Sitz des Verbandes geht damit auf die Gemeinde Allenstein über. Der Kaffenkurator des Verbandes. B. Holz-Insterburg, erstattete darauf den Kassenbericht, der in Einnahme und Ausgabe mit ca. 2000 Mk. balancirte und ein Stammvermögen von rund 11,600 Mk. aufwies. Auf Antrag der Kassenrevisoren M. Barezinsky-Allenstein und M. Jacobsberg-Zinten, wurde dem Kassenkurator spater die Decharge ertheilt. lieber den Stand und die Entwicklung der ostpreußischen Pensionskaffe berichtete der Schatzmeister