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Der Israelit · 1904-04-14 · Heft 29 (14.4.1904) · page 29

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 29 (14.4.1904)
Date
1904-04-14
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Freuden zu begrüßen ist. Der Verfasser gibt in 27 Gedichten recht treffliche Geschichtsbilder wieder, die im Stande find, den im jüdischen Geschichtsunterrichte behandelten Stoff im Kinde zu beleben und zum dauernden geistigen Eigenthume desselben zu machen. Das uns vorliegende Buch eignet sich daher recht gut für die Hand des Lehrers, wie auch als Lektüre für den etwas erwachsenen Schüler. Vorzügliche Schilderungen enthalten Nr. 6. 26, 27 etc. Wenn ich im Folgenden einige. Aussetzungen mache, soll damit das dem Buche im Ganzen geziemende Lob keineswegs irgendwelche Schmälerung erfahren, vielmehr sei dasselbe allen jüdischen Kreisen warmstens empfohlen. Die ersten Gedichte Noah, Abraham etc., sollten in einer einem sechs- oder siebenjährigen Kinde leichter verständlichen Sprache abgefaßt sein, damit diese auch schon auf der untersten Stufe Verwendung finden könnten. Im Gedichte Nr. 16 Gideon läßt der Verfasser jene Krieger Gideons, welche das Wasser liegend — richtig „kniend — schlürfen, heimkehren, weil sich diese „der Ruhe Hingaben," die übrigen 300 Mann dürfen in den Krieg ziehen, weil sie nicht die Rühe pflegen und mit der Hand das Wasser schöpfen. Eine jede biblische Mittheilung an die Kinder muß „wahr" sein und müssen daher die Kinder erfahren, daß jene Krieger umkehren mußten, weil sie sich knieten, von dem Götzendienste her noch an das Knien gewöhnt waren Mainz, 3. Adar 6664. S. E. Wilhelm Geseuius* „Hebräische Grammatik". Völlig umgearbeitet von Professor E. Kautzsch. 27. vielfach verbesserte und vermehrte Auflage. Leipzig, F. C. W. Vogel 1902. (692 S.) Preis 6 M. Wieder eine neue Auflage der hebräischen Grammatik vom großen Empiriker Wilhelm Gesemus. Dieser berühmte Verfasser war der erste deutsche Semitist, der das Studium der hebräischen Sprache und des alten Testaments ganz von den Fesseln der Theologie befreite. Die neue Auflage des großen Werkes bedarf keiner weiteren Empfehlungen mehr, ich möchte blos auf die wertbvollen Neuerungen und Zusätze dieser Auflage aufmerksam machen. Die Grammatik zerfällt in zwei Theile: die eigentliche Grammatik und ein Beiheft, welches die Paradigmen sämmtlicher Register, Faksimiles, die Umschrift der Siloah-Jnschrist und die Schrifttafel enthält. Diese Trennung ermöglicht, Paradigmen und Register neben den Text der Grammatik zu legen, und so weit bequemer zu benützen, als es bisher der Fall war. Die Paginazahlen sind jetzt auf die Innenseite des Bandes verwiesen, an ihrer Stelle stehen die Zahlen der Paragraphen mit den zugehörigen Buchstaben. Die Auffindung der beiden letzter» wird dadurch nicht wenig erleichtert. Die Kolumnentitel der Unken Seite enthalten nicht mehr wie früher eine beständig wiederholte Generalübersicht, sondern verweisen' gleichfalls auf den Inhalt der betreffenden Seite. Unter den zahlreichen Zuthaten zu dieser Auflage sind hervorzuheben: das alphabetische Verzeichniß der Kunstausdrücke und Abkürzungen in der Massora mar« ginalis und finalis etc. Herrn Professor Kautzsch, der obiges Werk völlig umgearöeitet hat, ist man zu Dank vervflichtet. Mit seltener Genauigkeit und bewunderungswürdiger Sachverstandigkeit, hat er allegenau abgewogen und untersucht. Kautzsch, der durch und durch Fachmann ist, versteht Gesenius' bis in seine inUmstrn Intentionen nackzugehen und zu empfinden. Das Werk verdient erneut die beste Empfehlung. Trebusafejörpatak. Kähan Miksa. Musikalisches. Kcduschah in vier Abtheilungen, für eine Smgstimme, mit Begleitung der Orgel, komp. von Emil Dell o r z a n, Kantor, und Reinhold S p a e t e r, Organist an der Synagoge zu Laupheim. Preis 2 Mk. Eigenthum des Verlegers für alle Länder. August Klaeber, Laupheim (Württemb.), Müsikverlag. Das uns vorliegende Werk läßt auf ein gediegenemusikalisches Können der Komponisten schließen. Die gefälligen Melodien sind in einer gut singbaren Stimmcnlage (für Bariton) gehalten und werden durch die schön durchgeführte, obligate Orgelbegleitung zur vollsten Wirkung gebracht. Freilich gewinnt es hierdurch für den orthodoxen Synagogengesang nicht an Werth, trotzdem können wir das Opus den Herren Kontoren bestens empfehlen. Verschiedenes. Nachmau Krochmal. „Ein Hegelianer." Von Dr. I. L. Landau. Berlin 2904. S. Calvary L Co. 69 S. - Die Erinnerung an einen der bedeutendsten jüdischen Gelehrten aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts weckt dievorliegende Schrift. Ein eigenartiges Schicksal hat es gefügt, daß N. Krochmal, zu Lebzeiten von den hervorragendsten Männern jüdischer Wissenschaft hoch geehrt und als der eigentliche Begründer der neueren jüdischen Literaturgeschichte und der litterarischen Kritil fast einstimmig anerkannt, schon wenige Jahrzehnte nach seinem 2840 erfolgten Tode einer fast an Vergessenheit grenzenden geringen Beachtung anheimgefallen ist. Wie gar oft nicht diejenigen den Dank ernten, Ruhm und Anerkennung sich erwerben, die das Edelmetall aus Bergesschacht in mühseliger Arbeit ausgegraben, sondern die es zu Münzen geprägt und"in Umlauf gefetzt haben, so ist es auch theilweise Krochmal

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