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Der Israelit · 1904-04-14 · Heft 29 (14.4.1904) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 29 (14.4.1904)
Date
1904-04-14
Page
– (sequence 27)
Language
German
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643 Noten jede Unklarheit, die sich bei Uebertragung solch schwieriger Materie nothgedrungen ergeben muß, behoben werde. Der Verfasser ist nicht nur Gelehrter, er ist auch Systematiker. Er hat die Gabe, seine,, Stoff derart zu behandeln, daß er allen sich dafür interessirenden Theilen es verständlich zu machen weiß, wenn auch ihnen die Kenntnisse des Arabischen resp. Hebräischen abgeht. Er weiß aber auch sein Thema systematisch zu bearbeiten. Die Besprechung des Werthes der Arbeit in linguistischer Hinsicht gehört nach unserer Ansicht in ein Fachblatt. Wir müssen es nur bedauern, diese Partien ausschalten zu müssen. Talmudgelehrten möchten wir dringendst empfehlen Anm. 26 S. 16 zu lesen. Der Verfasser zeigt uns, daß hebr. in Könige I, 1. 43 mit „im Geoentheil. mit Nichten, nicht doch" wiederzugeben fei. In treffender Weise erklärt er solchergestalten die sonst unverständliche Stelle in Keth. Pag. 13b, wo eine Divergenz zwischen R. Josua einerseits und R. Gamliel und N. Elieser andererseits besteht. Indem R. Iosna sie für sich zu überzeugen sucht, entgegnen sie ihm mit dem Worte bvn beginnend. Wer die Stelle im Urtexte nachliest. kann zur Ueberzeugung gelangen, daß der Verfasser die richtige Deutung der Stelle zu geben wußte. Ueberdies gewinnt man durch diese Erklärung die Ueberzeugung, daß die Tosifta nicht im Gegensätze zu unserer Stelle ist, sondern sich geradezu mit ihr deckt. Mit welchem Fleiße der Verfasser gearbeitet hat. beweist Anm. 31. Diese Anm. ist zwar linguistischer Natur. Wir mußten unserem Prinzipe gemäß diese Anm. ganz übergehen. Weil zu den Lesern dieses Blattes auch Arabisten gehören, möchte ich diese darauf hingewiescn haben. Zudem zeigt sich auch in dieser Anm., daß der Verfasser nicht erst seit gestern mit dem Talmud Bekanntschaft gemacht hat. Anm. 62 ist ein klassisches Beispiel, wie leicht durch falsche Abschrift Unverständlichkeiten in unsere Texte sich eingeschlichrn haben. Es wäre uns Vedürfnitz des Mehreren ans der Arbeit wiederzugeben. Wir müssen uns aber mit dem uns zu Verfügung stehenden Raume begnügen. Der Verfasser hat sich seiner Aufgabe gewachsen gezeigt. Wir hoffen, daß die jüd. Wissenschaft durch ihn um so manches bereichert werden wird. Die Arbeit ist im Verlage der rührigen Buchhandlung Nathansen & Lamm in Berlin erschienen. Frankfurter Moriz, Dr. Phil. Mose ben Maimüni's Mischna-Kommentar zum Traktat Ketuboth (Abschnitt NI, IV, V) etc. etc. Nathansen & Lamm, Berlin. Diese Arbeit ist eine Fortsetzung der von uns vorher besprochenen Arbeit des Dr. Salamon Frankfurter. Die beiden Verfasser sind nicht nur Namensvettern, sie sind auch in ihrer Arbeitsweise gleicharitger Natur. Auch Dr. Frankfurter hat die größte Sorgfalt aufgewandt, hat keine Mühe gescheut, einen vollständig korrekten Text festzustellen. Seine Arbeit ist die erste Maimuni Edition, die das Lexikon von I. Friedlauder, arab. deutsches Lexikon zum Sprachgebrauche des Maimonides zu Rathe ziehen konnte. Der Verfasser hat, ohne es deutlich auszusprechen, den Beweis erbracht, daß die Abfassung eines Lexikons zu Maimüni zumindest verfrüht ist. Auch diese Arbeit zeichnet sich durch ihre Eintheilung. klare und faßliche Sprache aus. Tie Uebersetzung ist tadellos. Die Anmerkungen zeigen eine genaue Kenntniß der einschlägigen Litteratur und einen kritischen Blick. So wollen wir Anm. 68u der Beachtung der Leser empfehlen. Anmerkungen 81, 83 sind besonders lesenswerth. Wir wollen aber auch nicht verhehlen, daß wenige Anmerkungen ganz gut wegbleiben könnten. Der Verfasser ist ein wenig zu weit gegangen in seinem Bestreben, den Lesern alles gar zu leicht zu machen. Jedoch würden wir uns von ganzem Herzen freuen, wenn die restlichen Abschnitte von ebenso bewährten Händen edirt werden sollten. Wir glauben nicht fehl zu gehen, wenn wir hoffen, daß der Traktat Ketuboth baldigst in seiner Ganzheit dem Publikum vorliegen wird. Wir sprechen dem Verfasser den besten Dank aus. daß er die Maimuni-Litteratur bereichert hat und bitten ihn, sich weiter in den Dienst der jüdischen Wissenschaft zu stellen. Der Druck ist ein vortrefflicher, kaum eine abgesprungene Stelle in den arabischen Typen. Der Druck wurde von der Druckerei Jtzkowsky besorgt. Jüdische Geschichte. Die hebräischen Druckereien in Sulzbach. (1668 bis 1851). Dr. M. Weinberg, Sulzbürg. (Ihre Geschichte; ihre Drucke; ihr Personal.) 1904. Kommissionsverlag von A. I. Hofmann, Frankfurt a. M. Nur wenige Materien der jüd. Kulturgeschichte dürften ein so getreues und interessantes Bild ihrer Zeitverhältnisse wiederspiegeln, als die Geschichte einer umfangreichen, gut eingeführten hebräischen Druckerei. In den Offizinen sammelten sich die Geistesarbeiten der großen führenden Personen der Zeit, um alsdann befruchtend und belehrend in die weiten Volkskreise einzudringen, um in dem Palaste des Reichen, in der Hütte des Armen Licht und Wissenschaft und religiöser Einsicht zu verbreiten, oder bei Männern und Frauen,, im privaten Heim und Gotteshause als liebgewonncne Andachts- und Erbauungsbücher das religiöse Gemüth zu heben und zu festigen. In die erste Reihe derartiger Offizinen tritt die Culzbacher Druckerei ein. Etwa 180 Jahre, mit nur kurzen Unterbrechungen. hielt sie sich in der Gunst der Volksmassen, wohl die populärste ihrer Zeit in Deutsch-

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