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Der Israelit · 1904-04-14 · Heft 29 (14.4.1904) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 29 (14.4.1904)
Date
1904-04-14
Page
– (sequence 8)
Language
German
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624 daß meine Eltern damals recht hatten, als sie behaupteten, Deine leidenschaftliche Liebe habe weniger meiner Persönlichkeit gegolten, als meinem Gelbe." '„Steffi!" fuhr er auf. »Ich bitte Dich, ereifere Dich nicht. Wir werden weit leichter zum Ziele kommen, wenn wir die Dinge beim rechten Namen nennen, als wenn wir mit uns selbst täuschenden Phrasen die Runde machen." »Ich begreife noch immer nicht, auf was Du hinaus willst." »Du sollst es sogleich erfahren. Du behauptest zwar, mich heute noch ebenso zu lieben, wie vor sieben Jahren — ich kann jedoch das Gleiche nicht von mir behaupten. Ich habe Dich geliebt mit aller Gluth der ersten Liebe — aber diese Gluth ist erloschen. — Ich betrachte Dich noch heute als lieben guten freund, aber Liebe ist es nicht mehr, was ich für Dich empfinde." Er preßte die Lippen aufeinander und athmete tief auf. »W a s Du mir da sagst, überrascht mich nicht, es überrascht mich nur, d a ß Du es mir sagst. — Dergleichen kommt sicherlich in den meisten Ehen vor, aber ich glaube nicht, daß die Gatten sich darüber unterhalten. Was hätte das auch für einen Zweck?" «Ich verbinde allerdings einen Zweck damit. Mir erscheint eine Ehe ohne Liebe unmoralisch, und darum habe ich Dich bitten wollen — stimme mir zu — lösen wir unsere Ehe." „Steffi!" rief er aufspringend, „wie kannst Du mir das zumuthen!" „Ruhig, ruhig lieber Freund! — Du solltest mich kennen und wissen, daß ich Dir nichts Unbilliges Vorschlägen will." „Nichts Unbilliges nennst Du das und sprichst von Ehescheidung! — Aber Du irrst, irrst nach jeder Richtung hin, nie und nimmer werde ich darein willigen, und selbst wenn ich darein willigen würde. Du würdest Dein Ziel dennoch nicht erreichen." Sie wechselte die Farbe.' »Ich verstehe Dich mihi, ich weiß nicht, was Du mein Ziel nennst, das ich Deiner Ansicht nach nicht erreichen werde." »Du verstehst mich nicht? nun, meinethalben, ich kann auch deutlicher reden. Du liebst es ja, die Dinge beim rechten Namen zu nennen. Dann darfst Du Dich aber auch nicht beschweren, wenn diese rechten Namen Dir nicht gefallen. Also höre mich an. Steffi, ich weiß sehr wohl, daß Du das. was Du dereinst für mich empfunden hast, nun für einen andern empfindest, daß Du unsere Ehe gelöst haben möchtest, um den Doktor Keßler zu heirathen." Sie war glühend roth geworden, aber sie senkte den Blick nicht, blickte vielmehr stolz zu ihm hinüber. „Und wenn dem so wäre?" „Du wirst Dein Ziel nicht erreichen, mache Dir keine Illusionen, Keßler liebt Dich nicht." Wiederum stieg und schwand die Farbe in ihrem sonst so bleichen Angesicht in jähem Wechsel. (Fortsetzung folgt.) Will ks SckmOls in Sir. 25 & 26. —Freiheit. m Ö — bitteres Kraut. Unter den Einsendern der richtigen Losungen wurde ge. loost und erhielt der Gewinner Herr Hermann Strauß, Lehrer . in Adelsheim (Baden), et» Werk aus unserem Verlage zugesandt. Weitere richtige Lösungen sandten ein: S. M. Bachrach— Elmshorn, Sara Benjamin—Frankfurts M.,EGodlewsky— Amberg, Isidor Marx—z. Zt. Bödi heim, Harry P.ssen— Königsberg, Jsaac Stamm—Hamm.Samuel Tauber—Sered S. Wcinschcnk—Uchlfeld. Der „Israelit" erscheint rröeÄentlre!» zwelma 1, Montags und Donnerstags, jedeSmal ln mindestens zwei Bogen- Preis pro Viertcljabr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, balbjäbrlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Oer Duchhaudel verkehr! durch S. ASlrinacker, Deip?itz,Rossplatz )S. — Inserate25 Pfrnnigdie viergespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zelle im Rcclamctheil 7o Pfennig. — Tirecle Francozusendung unter Streifband oro ^abraang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen Ssterr., für's Ausland 16 Mark, an die Expedition frcnco einsendcn. Postzeitungsliste 3932. Telephon 1015. . Stellesuchcnde und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende »Kleine AuSgaöe deS JSsaettt" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr indcß ausschließlich bei der Post auf dieselbe unter Nr.8933 abonnlrcn Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deS ZnserttonöbetragS an außer Stelle Befindliche bis uack» Erlangung einer solche». L-NLI (fr.tr.- : Die Religiosität im indischen Familienleben. — Zeitungsnachrichten un^Correspondcuzen: Deutschland : reibrüüen. Dresden. München. Aus Franken. Frankreich: Paris. Rumänien: Bukarest. Rußland: PeterSbrug. _ _ Klonische Sabbat. — Zeitungsnachrichten und Carrespondenzen: Deutschland: Berlin. Hannover. Roshoim (Elsah). Dänemark: Ko^cntzagcn. Rußland: Kiew. England: Belfast. Amerika: New-Iork. — Mittheilungen aus den . •-^ - -- Schenllengsfeld. — Vermischtes. und Correspondenzen: Deutschland: Köln..Stuttgart. Oesterreich: Wien. Süd» „ .. - _ Talmudische Litteratur. — Jüdische Geschichte. — Pädagogisches. — Musikalisches. — DsrMedc:rc3.^Sprechsaal. — Neu eingegcmgene Bücher. _. - VeranLworLiäe Cäactlcn: OOcar Lehmann in Mainz. — Expedition des ^JSraellt*. EchottstraßeLlr. L Mainz. Druck und DZrteg der J oh. Oirth'küen HofbuQdruckerei ftcHen-OefeBföaft in Stein» drei DeSüseets*

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