Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 64 (11.8.1904)
- Date
- 1904-08-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2449986-2450046--61222-2521377- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1360 Fragen, die man sich nirfii aus dem Kopfe schlagen kann, besonders da durch das Eingreifen der Rabbinen erst die Flamme hell aufgelodert. Die Fragen bedeuten aber zugleich die Betrachtung des ganzen Verhältnisses zwischen dem Rabbiner und Lehrerstandc. das in der Fortbildungssrage, bezw. deren Erörterung eine große Rolle spielt. (Fortsetzung folgt.'! ZsttungSnachriHtc» und Correspondenzen. Deutschland. Berlin. Durch die Neuorganisation, die der deutsche Zionismus im Juni d. I. auf dem Hamburger Delegirtentag empfangen hat. ist die gesammte zionistische Agitation in einem Berliner Centralbureau vereinigt, anderseits sind aber in den neugegriindeten Gruppenverbänden Stützpunkte geschaffen worden, von denen aus der Zionismus allmählich alle deutschen Ge- * meinden ergreifen kann. Das Centralbureau der Zionistischen Vereinigung für Deutschland ist in Berlin, Fricdrichstr. 58 I!., Ecke der Leipziaerstr.. also im Mittelpunkt des Verkehrs vor einigen Wochen eröffnet worden. Cs hat Telcphonanschluß (Amt l. 2604.) und ist wochentäglich von 2—8-Uhr geöffnet. Mit dem Bureau ist ein- Lesehalle verbunden, die den ganzen Tag über (auch am Samstag) geöffnet ist und nicht nur zionistische Zeitungen enthält. Lesehalle und Centralbureau sind mit dem Restaurant Beumann, das sich in demselben Hause befindet, verbunden. Das Restaurant Baumann steht unter der Aufsicht des Rabbinats der jüdischen Gemeinde zu Berlin (Rabbiner Dr. Ioscf Eschelbacher.) So wird das Restaurant Baumann mit der Lesehalle der Zionistischen Bereinigung für Deutschland der Mittelpunkt des zionistischen Leben in Berlin. Durchreisende Zionisten und Freunde jüdischen Lebens werden dort stets Anregung und Aufschluß über jüdische Verhältnisse erhalten. Homburg. In Folge des van Zweibrückcn ausgehenden Antrages auf Amtsenthebung des Bezirksrabbiners Dr. Master wurde amh hier und in Waldmohr seitens der Mitglieder der israelitischen Kultusqemeinde Stellung zu dieser Frage genommen. Eine bei sämmtlichen Mitgliedern zirlulirende Schrift ergab 17 Stimmen die sich für Verbleiben des Herrn Bezirksrabbiners im Amte aussprachen. während 8 dagegen waren. Als Vertrauensmann der Majorität wurde August Hirsch von hier geivahlt, welchr beauftragt wurde, dem Rabbiner Dr. Mayer die Zufriedenheit der Mitglieder mit deffen Amtsführung zum Ausdruck zu bringen. Oesterreich. Wien. Wie der „Alldeutschen Korrespondenz" gemeldet wird, richteten die Abgeordneten Schönerer. Bärnreither und Jro als Vorstand dieser Vereinigung des Abgeordnetenhauses an die Mitglieder derselben ein Schreiben, in welchem sie die Auflösung der Bereinigung beantragen. Der Antrag fand die Zustimmung oller Mitglieder. In dieser Vereinigung wurde neben staatsfreundlicher Politik der wüsteste Antisemitismus getrieben. Schweiz. Basel. Eine wackere und vortreffliche Frau haben wir am Montag <:x rr) zur letzten Ruhestätte geleitet. Frau Serrette Schmoll gab in ihrem Leben und Wirken ein ideales Beispiel, wie non geübt wird. Ihr Gesicht, das Güte und Freundlichkeit ausstrablte, war der Spiegel ihrer edlen Seele. Selbstlos und bescheiden, lebte sie nur für ihre Nebenmenschen. Bald eilte sie da-, bald dorthin: zu den Fröhlichen, um ihnen ihre aufrichtige Theilnahme an ihrer Freude zu bezeugen, zu den Dürftigen, um ihre Noth zu lindern, zu den Kranken, um ihnen Muth zuzusprechen, zu den Trauernden, um zu trösten und überall hin. wo es zu rathen und zu helfen gab. Als Mitglied des Frauenvereins behielt sie es sich vor. den Sterbenden den letzten Liebesdienst zu erweisen. Sehr häufig wurde sie mitten in der Nacht zu einer Sterbenden gerufen, und nie zeigte sie Unmuth darüber; sie versah den traurigen Dienst mit Liebe und Hingebung. Den vielfachen Anstrengungen und der rastlosen Thätigkcit war jedoch ihr schwacher Körper nicht gewachsen und so schied sie aus dem Leben, erst 56 Jahre alt. ein Opfer ihrer Nächstenliebe. Sie ließ eine gramgebeugte Familie und eine trauernde Gemeinde zurück. Herr Rabb. Dr. Cohn brach seinen Badeaufenthalt ab und eilte aus weiter Ferne herbei, um der edlen Frau einen würdigen Nachruf zu halten. Cs waren Worte, die dem Herzen entströmten und sie fanden einen lebhaften Widerhall bei den zahlreich erschienenen Trauergästen, denn wegen ihres Seelenadels und ihrer Herzensgute erfreute ste sich einer allgemeinen Beliebtheit und Verehrung in der ganzen Stadt, aucb in Kreisen von Andersgläubigen. Ihre zahlreichen Freunde und Verehrer werden ihr gewiß auch ein treue? Andenken bewahren. n'SJtin — Fr. Wir werden vom Verlag der Zeitschrift „Ost und West" um Veröffentlichung nachstehender Zeilen ersucht: Das A u g u st h e f t der illustrirten Monatsschrift für modernes Andcnthum „Oft nnv West" (Verlag von „Ost und West" G. m. b. H. Berlin Ä.-W. 28. Altonaerstr. 86). ist ganz dem Andenk.'N des verewigten Führers der Zionisten. Dr. Theodor Herzl, gewidmet. Das mehr als das Doppelte des gewöhn-