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Der Israelit · 1904-08-11 · Heft 64 (11.8.1904) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 64 (11.8.1904)
Date
1904-08-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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45. Jichrgasg. eikage zu 64 dss raekit". IsWe Wtt — ifa Von A. Mannheimer—Dettelbach. «Fortsetzung.) Herr I. Feiner- Hamburg stellte dann das Korreferat eines orthodoxen Kollegen (gegenüber der Expos«' Dr. G.'s) in Aussicht. (Nr. 30 Ihra. 1903.) Was ist aber geschehen? Wie hat man den „taktischen Fehler" der Veröffentlichung des Exposes (Nr. 30) wieder gut zu machen gesucht? Was hat man gethan, um den nun einmal entbrannten Kampf der Geister in der Presse wie in den Vereinen zum Stillstände zu bringen? Wie hat man feine Friedensliebe, feine Unparteilichkeit gezeigt? Einfach derart, datz man rücksichtslos und ohne Verständnitz für die in dem Streitfälle mitsprechenden Motive den eingeschlagenen Weg weiter verfolgte und zwar in solch' plumper Form, das jeder Denkende sagen mutz: Nein.' hier liegen nicht mehr „taktische Fehler" vor. sondern offenbar Symptome. gegen die man offen seine Ansicht aussprechen muh! Herr Gut- Köln erklärte Nr. 52 d. Vl. f Erz. «. ltnt. bezügl. eines Korreferates z. Expos,- Dr. G.'s Folgendes: „Ich habe den Antrag gestellt, folgende Nesolution zu veröffentlichen: Die Kommission erklärt, dass mit der Veröffentlichung des Gutmann'schen Exposes keine religiös-parteiliche Tendenz verbunden war. Da die in genannter Arbeit aufgezähltcn Werke nicht allen Kollegen empfohlen werden können, wird die Kommission durch einen orthodoxen Lehrer ein zweites Expos«- betreffs der Fortbildung ausarbeiten lassen, um alsdann die beiden Arbeiten der Lehrerschaft zur Besprechung vorznlegen." Herr Gut sagt dann noch, dass nach Annahme seines Antrages der von Dr. Königsberger-Pleschen erlassene Schreckensruf ...\miibal ante zwi ta.-." gegenstandslos würde. „Sollte jedoch mein Antrag abgelehnt werden, dann wären die erbobenen Dedenlen gerechtfertigt. Ich habe aber zu der Verbandsleitung das Vertrauen, dass, sic sich von dem Bestreben leiten lassen wird, der g a n z e n Lehrer, sehaft zu dienen." Wir gestehen offen, dah wir mit Herrn Kollegen Gut die gleiche Hoffnung qethcilt und dies einem be freundeten Kollegen auch schriftlich offen ausgesprochen. Vom menschlichen Standpunkte mutzte man ja an nehmen, datz die „Lehrerbildungskommiffion" die goldene Brücke gern benützen würde zum bestens geordneten Rückzug. gedeckt selbst von orthodoxer Seite. Die leidige Angelegenheit war hier in das Stadium der friedlich.schiedlichen Lösung des Knotens getreten. Da wurde das Expos,- Gut's „über die Ausbildung im Seminare" von der Lehrerbildungskommission abgelehnt! (Und die Vorbildung im Seminar steht doch wahrlich in innigem Konnex mit der Fortbildungsfrage!!) Es entspann sich im Verbandsorgan eine ziemlich scharfe Polemik zwischen Gut-Köln und Fciner-Hamburg, nachdem Gut nunmehr seinen Austritt aus der Lehrerbildungskommission erklärt hatte. (Nr. 17 jen. Vl.) Feiner-Hamburg sagte hierauf in Nr. ZK d. Verb.-Srg., datz Gut hoffentlich über die inneren Gründe seines Rücktritts auf dem Verbandstage zu Eassel „Rede und Antwort stehen werde". Als äußerer Grund sei die Meinungsverschiedenheit anzusehen, die zwischen Gut und den andern Seminarlehrern bezüglich der Vorbildung entstanden war. Den Ausführungen trat wieder Gut entgegen, dahingehend, datz er von der Kommission zunächst die Begründung ihres ablehnenden Votums verlangt habe, und datz über das Plus des künftigen Pensums man sich wohl geeinigt hätte. (Nr. 20 d. Vl. f. Erz. u. 11.). Er schließt wie folgt: Nach dieser Berichtigung wird die Lehrerschaft mir wohl zugstehen, datz nicht ich es bin, der in Eässel Rede und Antwort zu stehen hat, sondern Ne Lehrerbildungskommission. Ward es je erhört, dass nian einem Kommissionsmitgliede offiziell den Auftrag ertheilt, über die künftige höhere Ausbildung ein Gutachten auszuarbeiten und nach Einreichung dieses Gutachtens einfach erklärt, unter den obwaltenden Verhältnissen ist an ein Plus nicht zu denken? Warum hat man die Arbeit des Herrn Dr. Gutmann ohne Befragen der .Kommissionsmitglieder veröffentlicht, und als der Vorsitzende die Mitglieder fragte: „Soll die Arbeit des Herrn Gut veröffentlicht werden?" die Antwort verweigert? Die Kommission hat doch iiberchauvt leine Besttgnitz, meine Arbeit tot zu schweigen, einerseits, da ich sie mit meinem Namen decke und andererseits nicht die Kommission, sondern die Lehrervireine und die Lehrerschaft das letzte Wort zu sprechen haben. Ueber die inneren und äutzeren Motive dieses Gebarens will ich nicht urtheilen. Ich habe meine Arbeit bereits an anderer Stelle veröffentlicht und das erste Wort das mir über dieselbe zukam, lautete: . ,Ich kann diesen Forderungen nur dann zustimmen, wenn sie das Mindestmatz dessen darstellen sollen, was künftig im Seminare erreicht iverden soll." Was sagt die Kommissionsmajorität dazu? Seminarlehrer Elias Gut. — Hierauf erwiderte Realkehrer Feiner wie folgt: Was ist geschehen? Herr Gut hat ein Expose geliefert, das nicht die Zustimmung der Majorität fand, auch die Veröffentlichung wurde nicht beliebt. Herr Gut erklärte seinen Austritt, ich schlug eine Konferenz vor. Herr Gut machte seine Teilnahme von Bedingungen

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