Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 64 (11.8.1904)
- Date
- 1904-08-11
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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1366 bewilligen mir also meinen Urlaub bis Sonntag Früh | zu einen» Besuch von Veßvrim?" j „Bon ganzem Herzen," erwiderte der junge Graf, „und ich rathe Ihnen sogar schon jetzt zu gehen; ich lehre allein heute mit dem Oberförster in's Schloß zurück. Gehen Sie nur sofort zurück und besorgen Sie alles gut! Glückliche Reise und glückliches Wiedersehen!" XIII. Etwa drei Wochen nach jenem Freitag kam der Arendar in das Arbeitsziinmer des Grafen und brachte eine Stange mit bemalten Scheiben wie sie die Geometer bei Vermessungen gebrauchen, mit dein Bernerken, daß diese Scheibe soeben auf Bestellung aus Veßprim hier angekoinmen sei. Der Graf dachte sofort, daß die Scheibe von Ignatius bestellt sei und als derselbe Abends vom Walde nach Hause kam gab sie ih»n der Graf ab. Ignatius warf einen Blick auf die Scheibe und bemerkte ärgerlich: „Seit vierzehn Tagen warte ich auf diese Maß stange und jetzt, »vo sie endlich kommt, ist sie verkehrt gemacht. Ich muß selber nach Veßprim, wenn Du erlaubst. fahre ich noch heute hin. Ich lasse sie sofort richtig Herstellen, um sie »nöglichen Falls sogleich wieder mit zurücknehmen zu können. Wir sind schon vierzehn Tage in der Fortsetzung unserer Arbeiten deßhalb gestört, wenn ich nicht selber gehe, so kann's uns noch einmal vierzehn Tage kosten. ..Du nimmst doch noch Jeinand mit?" fragte der Vater besorgt. „Ich nehme den Arbeiter mit, der die Stange seiner Zeit in Vesivrim bestellt hat, ich will doch einmal sehen ob die Dummheit auf Seiten des Arbeiters liegt, das. er den Auftrag nicht richtig ertheilt, oder an dem Mechaniker in Beßprim, der ihn nicht richtig ausgeführt hat. — Cs wird voraussichtlich etwas spät bis zu »»einer Rückkunft, denn in diese»» Falle-bringe ich die Stange sicher mit." „Willst Du den Mechaniker nicht lieber auf's Schloß koininen lassen?" fragte der Graf. „Dann geht mir zu viel Zeit verloren, da er hier die Werkzeuge und die ganze Einrichtung nicht hat: ich denke, es geht so am schnellsten;" entgegnete Ignatius. Eine halbe Stunde später fuhren der junge Graf, begleitet von Hirsch Pappenheim nach Veßprim. Letzterer hatte mit Tnsmenitz folgendes verabredet: Tusmenitz schickte seinen Sohn zu dem berühinten Kabbalisten Rabbi Eliiuelech (bekannt unter dein Rainen eines von ihm erschienenen Buches „Noam Eli nielech") um dem geleierten Meister den Sachverhalt darzulegen. Sobald der Sohn von der Reise zurück ist, schickt derselbe diese Scheibe als Zeichen, daß Pappenheim kommen und die Entscheidung des Rabbi entgegen nehmen soll. Pappcnhcim und der Graf hatten sich jedoch in den letzten Tagen dahin geeinigt, daß der letztere selber mit nach Veßvrim fahren und die Botschaft entgegen nehmen soll. Pappenheim »rollte ei»»erseits das große Vertrauen, das ihm der Jüngling bis jetzt entgegen gebracht hatte, nicht in nock» größerem Maßüabe in Anspruch nehlnen, andererseits glaubte der Graf sich auch dein an sein Ziminer gefesselttn Tusrnenih verpflichtet, persönlich bei ihn» vorzusprechen und ibin seinen Dank abzustatten. Nu» alle-. Ausfällige zu vermeiden, saß der Graf im Wagen allein, während Vapvenheim »nit der Scheibe neben dein Kutscher Platz genommen hatte. Sie fuhren im eriren Gasthof zu Veßprim vor, lvo der Kutscher ausspannte und die Weisung erhielt, den Grafen hier zu enoarten. Dieser und Pappenhein» brachten dann die Scheibe zu de»n Mechaniker und ersuchten ihn. dieselbe noch heute Abend nach Wunsch umzuändern. Der Mechaniker meinte, daß das mindestens drei Stunden Zeit erfvrdere. und es also Mitternacht »verden könne, bis die Arbeit beendet sei. Der Graf beruhigte ihn. gab ihn» vier St»»nden Zeit und versprach dann selber vorzusprechen, die Arbeit zu besichtigen und in Einpfang zu nehnien. (Fortsetzung folgt.) Der „Israelit" erscheint wJJfheutltch xwelmnl, Slontag« nn<l Donnerstag*, sedeSmal in mindestens zwei Bogen Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Ma,k ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel vrrlrrhrl dnrch V. A S l rin ark rr, Leipzig, Notzplah IS. — Inserate 25 Pfennig die vlergcspaltene Nonpareillezcllc oder deren Rauur. Preis der Zeile im Reclamctheil 75 Pfennig. — Dirccte Francozuscndung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für'4 Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3932. Telephon 1015. Mechernich Hombnr Nachrichten und Corres»wnden.;cn: Deutschland: Berlin. Fürth. Rusrland: War,chau. England: London. — Per,»Uchtes. vrtra-OeUag«: Spenden-Bettelchmste. VernntwartNche Redaction: O«car Lehmann in Main,. — Expedition de« .J«raelit". Schottstratze Nr L Main«. Druck nnd Verlag der F oh. Wtrth'schcn v"tbuchdruckerci Artlen^»esellschnN in Main». Hierzu drei Vellage«.