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Der Israelit · 1904-08-11 · Heft 64 (11.8.1904) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 64 (11.8.1904)
Date
1904-08-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1363 ausscrung kirchlicher Alterthümer. Die Zuschrift schließt: Der l^rzherzog sei stets sehr unangenebm be rührt, wenn er bei Juden und ausländischen Antiquitätenhändlern aus .Kirchen stammende Kunstgegcn stände finde. ^ssegg. Die Esseager kroatischen Akademiker mosaischer Konfession, die sich mit allen politischen und kulturellen Bestrebungen der kroatischen Nation identifizieren. verurtheilen auf das schärfste die Agitation einiger ihrer Kollegen gleicher Konfession, die unter der Jlagge „Zionismus und jüdischer Nationalismus" eine dem kroatischen Geist gegnerische politische Strömung propagiren. und so die Mitglieder der mosaischen Konfession unseres Vaterlandes völlig der kroatischen Sache zu entfernen streben. Dergleichen protcstircn die Versammelten gegen das Vorgehen des Vrö ssdiums der israelitischen Kultusgemeinde in Essegg, das die Gemeinderäumlichkeiten den Verbreitern der zionistischen Strömung zum Zwecke von Agitations- Versammlungen zur Verfügung stellte. Frankreich Pari««. Ang. In Jolge des gegenwärtigen Konfliktes zwischen dem Vatikan und der französischen Negierung wird die alte Frage der Trennung von Kirche und Staat i inner brennender. Es unterliegt ' keinem Zweifel, dass der Bruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Nom und Paris zu dieser von den Ncpublikanern längst geforderten Reform führen wird. Auch für uns ist diese Frage sehr interessant. Bisher tvurden die Geistlichen der vom Staat anerkannten Konfession vom Staate besoldet, nach Annahme dieser Reform werden die Geistlichen ausschliesslich auf ihre Getreuen angewiesen sein. Bor ciniaer Zeit hat Herr ^adoc Kabn einem Redakteur der hier erscheinenden Zeitung. Gil Blas, erklärt, dass die indischen Knktusanaelegenbeitcn keineswegs unter dieser Reform leiden werden. die französischen Juden werden mit Leichtigkeit die .zur Erhaltung des Rabbinerseminars und zur Besoldung der Geistlichen erforderliche Suinme aus bringen. Abgesehen von diesem rein materiellen Standr-unkt darf man noch bin.zufüaen. dass unser Interesse sich stets mit dem der Revublik deckt. Der vom Staate unabhängige Rabbiner ist in seinem ganzen öffentlichen und privaten Wirken viel freier und ungebundener. Wir dürfen also wohl die Formel der französischen Revu blikaner adoptiren: PEirlise lihn*. dans l’Etat, libre. eine unabhängige Religionsgemeinschaft in einem freien Staate! Pi. Paris, 10. Aug. Waldeck-Rousfeau ist um v.F. Nbr gestorben. Die dritte Republik hat mit dem Hinscheiden dieses Mannes einen ihrer bedeutendsten und einflussreichsten Staatsmänner verloren. Im Jahre 1881 wurde Waldeck-Rousseau in die Kammer gewählt, in der er durch die Reichhaltigkeit seiner Kenntnisse, die Schärfe seiner Dialektik und die Grösse seiner Gesichtspunkte bald die Aufmerksamkeit Gambettas auf sich zog. Im Jahre 1894 hatte die Affäre Dreyfus begonnen; sie wuchs sich unter der Präsidentschaft Fanres. wegen der zunehmenden Kühnheit und Skrupellosigkeit der Generalstabspartei und ihrer klerikal-reaktionären Hintermänner, zu einer ernsten Gefahr für die Republik aus. Loubet wa»dte sich behufs Bildung des neuen Kabinetts an Waldeck-Rousseau. Es ist das unbestreitbare Verdienst Waldcck- Rousscaus. dass er die Republik aus dieser grossen Gefahr gerettet und wieder neu und fest gegründet hat. Er erreichte dieses Ziel dadurch, dass er die Affäre Drevfus beendigte, die Vorherrschaft der bürgerlichen Gewalt stärkte und den Kampf geaen die Kongregationen eröffnete. Allerdings brachte er keine ganzen, sondern nur halbe Lösungen, und darum ist heute, zwei Jahre nach dem Rücktritt Waldeck Ronss>aus weder die Affäre Drevfus erledigt, noch steht das Ende des Kampfes gegen die Kongregationen in naher Aussicht. Der Kassationshof hatte das erste Urtbeil gegen Drevfus kassirt und die Sache zur nochmaligen Verhandlung au das Kriegsaericht zu Rennes verwiesen. Obgleich allgemein bekannt war, dass die Generalstabs< Partei alles aufbot. um eine zweite Verurtbeilung herbei zusühren. traf die Reaieruna keine Geaenmassreaeln, und so geschah das Unaehcuerliche. dass Drevfvs zum zweiten Male verurtheilt wurde, allerdings mit der merkwürdigen Zubilligung mildernder Umstände. Jetzt fasste die Negierung einen auffallenden Beschluss: ne begnadigte Dreyfns und lieh sich vom Parlament eine Amnestie genehmiacn. die nicht nnr die Unschuldigen, sondern auch die Schuldiaen. die Mercier. Boisdeffre, Gonse. Patv de Clam u. f. w. ausser Verfolaunq sesste. Das konnte änsserlich genügen, entsprach aber nicht den Forderungen der Gcrechtiakeit. Darum ist es nicht zu verwundern, dass es heute immer noch, trotz'Beanadigrmg und Amnestie, eine Affäre Drevfus aibt, wenn auch anzuerkennen ist. dass die Affäre ihren hochpolitischen Charakter verloren hat und auf dem Wege ist. rein iuristifch aereaelt zu werden. Der Flecken. dass dir Schuldiaen. die Fälscher und Meineidigen. straflos ousgeben wird freilich ni-n>als ausa-tilat w-^den. Doch für d i e Reinigung, die Waldeck-Rousseau im Drevfus.Cindel vollzogen, ist ihm ein ehrendes Andenken bei allen freunden der Gerechtigkeit gekichert. Sprechfaul. Für diese Rubrik ist die Redaction dem ketcrkreise gegenüber nicht verontmortlich. Zur Berichtigung u n d K l a r st e l k u n g. In der Erwiderung des Herrn Seminarlehrers G u t auf den Vortrag des Herrn ProvinzialrabblnerS' *

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