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Der Israelit · 1904-08-11 · Heft 64 (11.8.1904) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 64 (11.8.1904)
Date
1904-08-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1361 daran denken wollt, die äußere zu heilen. Erst wenn mein Volk meinen Namen kennt, und wie dieses r? ja heißt, es meinen Namen liebt, dann will ich einschreiten. und alle Hindernisse schwinden, denn Ich, Ich bin es. der sein ruft. Dann erscheint der irsc n*m bt und kündet Gutes, ruft heim die Kinder, kündet Zion, daß Zions Gott nun Herr der Welt ist. Deine Seher erheben jubelnd ihre Stimmen, denn Gott kehrt nach Zion zurück. Die Trümmer Jerusalems stimmen Hymnen an. denn Gott hat Jerusalem erlöst. Aber damit dies Alles Wirklichkeit werde rcn werdet rein und lauter vor allen Dingen ihr, " ^3 W3 die Träger der göttlichen Lehre. Lasset euch nicht beirren, denn euer Jrrthum rächt sich bitter. Begreifet ihr wenigstens prtns *6 >3, daß eure Eile nichts nutzt, denn "t v3'wtz 'sinn Gott niuß euch vorangehen, ihr müßt Gott die Alleinherrschaft gesichert haben, wenn ihr heimkehren wollt tor** csbcxw euch kann und wird nur Gott sammeln. Darum vergeblich alle andere Mühe, vergeblich jedes Beginnen, dir äußere Erlösung zu erzwingen. Aufrichtige Rückkehr zu den alten Idealen unseres Volles, sie allein kann uns retten; und diese alten Ideale sie können noch heute wirksam werden, wenn diejenigen, die sic kennen, sich zu ihnen frei bekennen. Neuer Wein berauscht nur. aber alter Wein kräftigt. Wehe, wehe, wenn wir uns verleiten ließen, die alten Ideale in die Rumpelkammer zu werfen und uns neuen in die Arme zu werfen, die wohl berauschen, aber nicht kräftigen. Entsetzliche Ernüchterung lväre unser Loos. Die alten Ideale, die haben uns erhalten und sie sind noch immer nicht veraltet. Wir müssen sie nur wieder der Judenheit zum Bewußtsein bringen, sie müssen ein Gemeingut des jüdischen Volkes werden, dann und nur dann hört Zions Klage auf und die Trostesworte unseres Gottes sind verwirklicht. Zeitungsnachrichten und Corresporrdenzev. Deutschland. Berlin. Unter dem Titel „Heimathlos" veröffentlicht das von dem Abgeordneten Eduard B e r n - st e i n hcrausgegebcne ..Neue Montagsblatt" folgendes ergreifende Erlebniß eines seiner Leser: „Am frühen Morgen eines Junitages dieses Jahres erblickte ich auf der westfälischen Umsteigcstation Löhne auf dem Bahnsteig eine größere Ansammlung von Männern. Frauen und Kindern, welche trotz der warmen Witterung in dicke Schafspelze und Wintermäntel gehüllt waren. Es waren Auswanderer, welche in ihrem Geburtsland« nicht bleiben konnten, weil sie dort ihre Existenz verloren hatten, und nun den weiten Weg über den Ozean nicht scheuten, sich eine neue Heimath zu gründen. Dek ganze Eindruck der sich eng zusammenhaltenden Leute war ein jämmerlicher und bemitleidenstverther. Angehörige der besitzenden Klaffen reisen bequemer und auch schneller. Meine Neugierde trieb mich, in Erfahrung zu bringen, welcher Nation diese nach Amerika Auswandernden angehörten. Das Dahnpersonal zuckte mit den Achseln, aus Unwissenheit oder aus Bequemlichkeit, also ging ich selbst hin, um zu hören, woher diese Leute kämen. Auf meine bezügliche Frage antivortete mir ein junges Mädchen in gutem-, fließenden Deutsch: „Wir sind aus Ungarn, aber die anderen dort sind Juden aus Rumänien und reisen nach Amerikas „Darf ich vielleicht wissen, was Sie zum Auswandern nach Amerika treibt," kragte ich einen älteren Monn, und nachdem er sich überzeugt hatte, daß mir die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zustände Rumäniens bekannt seien, erzählte er mir in gebrochenem Deutsch seine Lebens- und Leidensgeschichte. „Fast 26 volle Jahre habe ich auf einem Gute in der Provinz Piatra unter Anspannung aller meiner Kräfte als Arbeiter in der Landwirthschaft meine volle Pflicht zur besten Zufriedenheit meines Arbeitsherrn erfüllt, worüber mir die besten Zeugnisse zur Seite stehen. Bolle 25 Jahre habe ich mit meiner Familie im Frohndienst hart arbeiten müssen. Reichthümer haben wir bei dieser Arbeit naturgemäß nicht sammeln können, aber wir lebten innerhalb unserer Familie glücklich und zufrieden. Neun gesunde Kinder, wovon fünf Knaben und vier Mädchen, haben wir während dieser Zeit zu arbeitsamen Menschen groß gezogen, welche später auch mitverdienten. und es wäre alles gut. wenn nicht der rumänische Staat — unser Vaterland — uns als Fremde — als Schutzlose behandelt und uns das Wohnen und somit auch das Arbeiten auf dem Lande einfach verboten hätte. .Wir, die wir in Rumänien geboren und seit Generationen in diesem Lande ansässig sind und unserer Militärpflicht, wie jeder andere vollwerthige Rumäne in vollstem Maße Genüge geleistet haben — hier stelle ich Ihnen — auf einen neben uns stehenden, knochigen und festgebauten Menschen zeigend — einen perfekten, ausgedienten, rumänischen Soldaten vor — dürfen nicht, wie 'jeder andere rumänische Arbeiter und Bauer, durch Landarbeit unser Dasein fristen. Uns will die vaterländische Regierung in den Städten des Landes aushungern lassen. Denn während auf dem Lande für kräftige Menschen noch lohnende Arbeit vorhanden. ist in den Städten in Folge der großen erdrückenden Konkurrenz Arbeit zu bekommen überhaupt unmöglich. Und was soll ich als Landarbeiter in der Stadt anfangen? Welche Arbeit kann ich da suchen? Die politischen Zustände wurden immer drückender. So habe ich denn vor einigen Jahren meine beiden ältesten Söhne mit dem großen Auswandrrerfirom mit uber'S große Wasser nach Canada geschickt, und die Leiden

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