Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 63 (8.8.1904)
- Date
- 1904-08-08
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1362 Fu? dieses große Hilfswerk werden nun die Rabbiner zu gewinnen versucht «ad zunächst die Wiener Rabbiner. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten «Ad Eorrespondenze». Oesterreich. Berlin. Der erste Rechenschaftsbericht des hiesigen Hilfskomitees für die rumänischen Juden in Palästina ist ausgegeben worden. Die in Palästina wohnenden jüdischen Armen werden je nach ihrer Ratio nalität von ihren Stammesgenossen in der Heimath unterstützt. Leider aber können die sehr zahlreichen rumänischen Juden in'Palästina in Folge der Roth, die ihre Brüder in der Heimath traf, von diesen keine Unterstützung erhalten. So drang der Rothschrei der in Palästina ansässigen Rumänen auch nach Deutschland und erweckte das Mitgefühl. Rabbiner Dr. Winkler. der mit den Verhältnissen in Palästina genau vertraut ist, suchte zuerst durch eine private Hilfsaktion das bittere Elend der Aermsten der Armen zu lindern, und gelang es ihm auch, im Jahre 1901 rund 2400 Francs für diese Zwecke zu sammeln und zu verwenden. Aber die Kräfte eines Einzelnen reichten für ein derartiges Hilfswerk nicht aus. Daher richtete Dr. Winkler sein Augenmerk darauf, eine größere Anzahl angesehener Männer für diese Zwecke zu interessiren und auf diese Weise kam Januar 1902 dieses Komitee zustande. Um das Geld in ersprießlicher und segenbrinaender Weise zu verwenden, wurde beschlossen, in Safed, wo die meisten der Rothleidenden sich zusamnlendrängen. eine Volksküche unter Leitung des rührigen und äußerst tüchtigen Vorstehers der dortigen Gemeinde, des Herrn M. Taubenhaus, zu errichten. Im Dezember 1902 wurde diese Volksküche unter Theilnahme der angesehensten Männer und unter freudiger Begeisterung aller Einwohner der Stadt eingeweiht. Der Rtitzen der Volksküche in Safed ist in den öffentlichen Blät tcrn wiederholt anerkannt worden. Rach dem uns von seilen der Verwaltung zugegangenen Jahresberichte über die Thätigkeit der Volksküche beliefen sich die erstmaligen Kosten auf 4420 Frrs. Dafür sind in den 13 Monaten 10.726 Mahlzeiten verabreicht worden. Die Verwaltung der Volksküche bestand bis vor wenigen Monaten aus fünf Herren, an deren' Spitze der erwähnte Herr Taubenhaus stand. Nunmehr bat sich aus Veranlassung-des hiesigen Komitees die Verwaltung der Volksküche in Safed in der Weise konstituirt. daß Herr David S ch o u b. Meister der „B'ne Vrith- Loae" zu Safed. der sich ihr anschloß. ihr Vorsitzender wurde, während Herr Taubenhaus das Schahmeisieramt übernahm: die anderen vier Herren fungiren als Beisitzer. Zur Vermehrung der spärlichen Mittel des Vereins veranstaltete der Vorstand im Winter 1902 bis 1903 und 1903 bis 1904 einen Zyklus von Vorträgen, die von den Herren Geh. Regierungsrath Prof. Dr. Aron. Prof. Dr. A. Baginsky. Dozent Dr. Ellbogen, Dr. Gustav Karpeles, Schriftsteller Hans Land. Prof. Dr. Philippson, Geh. Regierungsrath Prof. Dr. Pinner gehalten wurden, und die eine erfreuliche Extraeinnahme brachten. Durch Einsetzung eines Damen komitees. welches sich bezirksweise mit Büchsensamm lung befaßt, hofft der Verein größere Einnahmen zu erzielen. Sein Streben verdient eifrige Förderung. Der Vorstand besteht aus den Herren: Willibald Lö wenthal, Vorsitzender; Rabbiner Dr. Rosenzweig, stell vertretender Vorsitzender; Siegbert Seckelsohn. Schatz meister; Alfred Roth. Schriftführer; Rentner L. Mainz. Rabbiner Dr. Winkler. Rechtsanwalt Mendelsohn. Rechtsanwalt Caspar Guttfeld, Beisitzer. Berlin. Der Bankier Max Priester, der vor einem Jahre in Nauheim gestorben ist. hatte ein Ver mögen von sechs Millionen Mark hinterlaffen. In einem Schriftstück, das von den Erben angefochten wurde, wurden dem „Briiderverein", der.Reuter Stiftung", dem „Asyl für Obdachlose", dem „Auer bach'schen Waisenhause" und der „Jüdischen Gemeinde"?.\'2 Prozent des Vermögens zu gleichen Theilen und Rechten vermacht. Wegen der Gültigkeit des Testa ments schwebt ein Prozeß beim Kammergericht. Die Witttve ist bereit, den Willen ihres Ehemanns zu erfüllen und die Geschwister Priester als Miterben wollen sich gegen Zahlung von 2,656,000 Mk. für befriedigt erklären. Die Wittwe will nun 16.500 Mk. an die „Reuter-Stiftung" zahlen, wenn ein Vergleich zu stände kommt etc. Der Magistrat ist hiermit einver standen und ersucht nunmehr die Stadtverordnetenver sammlung um Zustimmung. Dich, 4. Aug. Das „Deutsch-Israelitische Kinderheim" veröffentlichte vor Kurzem seinen Jahresbe richt für das Jahr 1903. dem zu entnehmen ist, daß die Anzahl der Zöglinge im Schuljahre 1903/04, 40 betrug. . Dieselben besuchten sämmtlich die hiesige Volksschule und erhielten Religionsunterricht in der Anstalt. An dem Handfertigkeitsunterricht, lvelcher ebenfalls in der Anstalt ertheilt wird, nahmen 20 Zöglinge Theil, und wir können mit Freuden konstatiren. daß der Erfolg ein recht befriedigender ist. Zu Ostern wurden 5 Zöglinge entlassen, von Ivelchen 3 als Lehrlinge, die während der Lehrzeit noch von der Anstalt unterstützt werden, sich dem Kaufmannsstande widmen, einer in das Elternhaus zurückkehrte und einer, der aus Köln gebürtig ist, von dem dortigen neugegrundeten Waisenhause übernommen wurde. Die Berichte über diele Lehrlinge, mit denen der Hausvater der Anstalt eine rege Korrespondenz unterhält, sind, recht erfreulich. Verschiedenefrühere Zöglinge haben sich be?