Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 63 (8.8.1904)
- Date
- 1904-08-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1346 und Hospitantinnen bei den wichtigeren Unterrichtsfächern aufnehmen. 2. Die in der genannten Verordnung bezeichnten Aufsichtsbehörden sind befugt, die ilnternehmer und Leiter dieser Anstalten von der in Ziffer 1 angeführten Verpflichtung von Fall zu Fall zu befreien, wenn es sich nur um eine ganz geringe Zahl von Schülern und Schülerinnen handelt, für deren Religionsunterricht auf andere geeignete Weise genügend Sorge getragen ist. oder wenn sonst die rinschlögigen Verhältnisse eine Dispensation nöthia machen. 3. Dieselben Aufsichtsbehörden haben erforderlichen Falls Entscheidung zu treffen bezüglich der äußeren Einrichtung des Religionsunterrichtes für eine konfessionelle Minderzahl der Schüler u. Schülerinnen einer Anstalt (Zahl der Unterrichtsstunden. Zusammenfassen verschiedener Altersstufen u. s. w.) 4. Die Aufsichtsbehörden haben sich vor ihrer Entscheidung mit der betheiligten kirchlichen Oberbehörde zu benehmen. Die Befugniß zur Beschwerdeerhebung gegen die Entscheidung der Aufsichtsbehörde bemißt sich nach § 15 der mehrfach genannten Verordnung. 5. Die Unternehmer und Leiter der Anstalten sind verpflichtet, die Aufnahme von Schülern und Schülerinnen einer Konfession.' für welche nach dem Lehrplan der Anstalten die Ertbeilunq eines besonderen Religionsunterrichtes nicht vorgesehen ist. der Aufsichtsbehörde anzuzeigen, welche hiervon auch der für den Ort der Anstalt zuständigen einschlägigen Seelsorgestelle Kenntniß?u geben hat. Die einschneidende Bedeutung der Verordnung, besonders auch für Schüler jüdischer Konfession, liegt auf der Hand. Hoffen wir, daß die erwarteten Erfolge nicht ausbleiben werden. B. I. Fürth. Dem neunten Rechenschaftsbericht für das Jahr 1903 des Landesvereins für israelitische Kultusgemeinden in Bayern entnehmen wir: Das neunte Jahr, welches der Landesverein unter dem Beistand des Himmels zurückgelegt hat. verstoß ruhig unter der gleichmäßigen Arbeit der Vereinsorgane. Die Bestrebungen des Vereins waren dabei neben der Unterstützung der kleinen Gemeinden und bedürftigen Kultusbeamten bezw. deren Wittwen besonders auf die Abwehr von Verunglimpfung des Judenthums gerichtet. Die Abwehrkommission (Sitz München; Vorsitzender: Herr Rabbiner Dr. Werner) steht zum Zwecke des Rechtschutzes überall in Bayern, wo die jüdische Religion und wo Juden um ihrer Religion willen angegriffen werden, unentgeltlich mit Rath und Tbat zur Verfügung. Es wird dringend gebeten, in solchen Fällen sie unverweilt anzurufen. An Unterstützungen wurden im Jahre 1903 für 69 Gemeinden »450 Mk. bewilligt, so daß die Summe der vom Landesverein in den neun Jahren seines Bestandes gewährten Unterstützungen 62,405 Mk. beträgt. Vom Taunus, 3. Aug. Der Beginn eines neuen Jahres naht, und mit ihm entwickelt sich en masse die Litteratur der Reujahrswünsche, die besonders von Jerusalem, der heiligen Stadt, ihren Weg nach allen Enden und Richtungen hin nimmt, oft auch mitleidige Herzen erreicht, meistens aber in den Papicrkorb wandert. Darüber läßt sich pro und contra sprechen. Aber einstimmig sollte man die Form eines Glückwunsches verurtheilen. der mit folgendem Inhalt bedruckt, mir von Jerusalem zugegangen ist. nämlich: . J hp*i px :xv patnp pn. * "VT8P 120 *5*6 ES YBTO ofcwx Sycon px ttoxE iyrrx rr'i. sx bysrrw xc*» /yrn snw 3 |XE P80® xn . .JT5TIK "ms Enm:in unntr yeu k Jjj m'bö$ewc ,p6nxx vr ■atsa px % 3 proxs;xs yrr: -rx g!inx* pr; ai rrr^m na"?! fe 5 nc,;T! i,j px | »x A 3 «mm an» * 1« Dayay*? g -3 cAn trara amt. n f, 3 J* 3 i: 3 ii g *• r» 3 l-j *• p 6 S* h- I: »5 S “ 5 § ZI g y n Ja!! *f $ " r' s* V. ORC,U U2.ÄU Man sollte die leitenden Männer in Jerusalem hierauf aufmerksam machen, daß solche Blasphemie dort unterdrückt werde. Aus dem Elsas;. Am 5. Juli fand in Straßburg nach zweimaliger Verschiebung die diesjährige Generalversammlung des „Elsaß-Lothringischen-Rabbinervcrbandes" statt. Don 22 Mitgliedern waren 17 erschienen. Der Vorsitzende Dr. Bloch- Oberehnheim eröffnete um 10 Uhr die Versammlung, ernannte zunächst. dä der bisherige Schriftführer Dr. Wiener- Pfalzburg wegen seiner Berufung nach Antwerpen aus dem Verbände ausgetreten ist. Dr. Bloch-Dambach zum Schriftführer und berichtete sodann über die Thätigkeit des Ausschusses im verflossenen Jahre. Hervorzuhebcn ist. daß im nächsten Rechnungsjahr Dienstalterszulagrn bewilligt werden, vorausgesetzt, daß die Konsistorien den Vorschlägen der Regierung zustimmen, bezw. ihr annehmbare Vorschläge unterbreiten. Hingegen sind die in Angriff genommenen Vorarbeiten zur Hebung und einheitlichen Gestaltung des Religionsunterrichtes noch nicht zum Abschluß gelangt. Rach dem Kassenbericht des Dr. Ginsburger-Sulz (Oberelsaß) referirte Dr. Marx-Westhofen über die Anstellung der Kantoren. Zur Verhütung verschiedener Mißstände beantragte er. der Ausschuß möge bei den Konsistorien dabin wirken,, daß Kantoren nur durch schriftlichen Kontrakt ange-