Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 63 (8.8.1904)
- Date
- 1904-08-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1344 denn ihre Füße laufen zum Bösen, sie erreichen die Pfade des Lebens nicht.* Dieser Aufruf war unterzeichnet don den Gaonim zu Waitzen, Hutzt und Hunsdorf. Jetzt haben sich diesen drei Helden des Geistes noch folgende Koryphäen der ungarischen Orthodoxie angefchloffen: Oberrabbiner Glück- Tolcsva. Oberrabbiner R e i n i tz - Galszecs. Oberrabbiner Spiro- Munkacs. Oberrabbiner K u t n a - Eisenstadt. Oberrabbiner K a h a n a - Szapinla. Oberrabbiner Grünfeld - Szt. Mihaly. Oberrabbiner Spiro- Tarczal. Oberrabbiner M. J.-Entredam. Oberrabbiner K o h n - N. Kapos. Oberrabbiner Winkler-H. Mad. Oberrabbwer D e u t s ch - B. Gyarmat. Oberrabbir.er Wald-K. Helmez. Oberrabbiner F r i e d - B. Ujvaros. Obcrrabbiner Paneth - Deös. Oberrabbiner Klein- Holmi. Oberrabbiner Prager- Ada. Oberrabbiner Straffer- Totaj. Oberrabbiner Iungreiß - Abauj-Szanto. Oberrabbiner P o ll a k - Bel^nyes. Oberrabbiner Brach- Magendorsi Oberrabbiner Tannenbaum -Torna. Oberrabbiner A l t m a n n - M. Csüth. Oberrabbiner Fried- Szt. Peter. Oberrabbiner H e i l p r i n - H. Nanas. Oberrabbiner G ü n s - H. Böszörm^ny. Oberrabb. Schönfeld -E. Mihülyfalva. Oberrabbiner G ü n S - B. Kereßtur. Obcrrabbiner Teitelbaum-M. Lapos. Oberrabbiner Weiß- Jpolysäg. Oberrabbiner Tigermann -Neuhäusel. Oberrabbiner S z o f'e r - Pals. Oberrabbiner Braun- Brezewitz. Oberrabbiner S z o f e r - Brezna. Oberrabbiner Breuer- Tab. Oberrabbiner B i n e t h - Steinmanger. Oberrabbiner Duschinski - Galantha. Oberrabbiner T s ch e ch - Abraham. Oberrabbiner Rosenberg -Nagyfalu. Der ehrw. Oberrabbiner von Preßburg. der Führer der orthodoxen Jude n h e i t Ungarns, erklärt ebenfalls in einem Schreiben an den ehrw. Gaon von Waitzen. daß er mit dem Misrachikongreß weder etwas zu thun hat. noch zu thun haben will. Wir bitten die geietzestreuen Kreise diesen Aufruf zu beherzigen und sich von dem Kongresse fernzuhalten. Mögen die Zionisten berathen und beschließen, was sie wollen, es kann uns gleichgültig sein. rbn W* '2 Dp» >6* 121 W Uöff w w Zert«ng-«aHrrchtey ttttb Sorrespoudeuze«. Deutschland. Berlin, im Aug. (Das Reich und die konfessionellen Bäder und Sommerfrischen.) Seit längerer Zeit ist der Besuch von Bädern und Sommerfrischen nicht mehr das Privilegium der begüterten Klassen. Das Reich hat durch seine humane Sozialgesetzgebung dafür gesorgt, daß auch die Armen, die zu einer Krankenkasse gehören, in's Bad oder in eine Sommerfrische geschickt werden können. Die Krankenkassenärzte machen auch von Jahr zu Jahr nicht nur im Interesse der Patienten, sondern auch im wohlverstandenen Jnterffe der Kaffen und des Reichs davon immer mehr Gebrauch. Natürlich müssen sie dann, je häufiger sie den in den Krankenkassen Versicherten die Wohlthat zu Theil werden lassen, desto mehr darauf sehen, daß den Kassen nicht noch unnöthige Kosten entstehen. Weder hat der Kassenarzt das Recht, sich nach der Konfession des Patienten zu erkundigen, noch hat der Patient die Pflicht, dem Arzte über seine Konfession Auskunft zu geben. Aber selbst wenn der Arzt das Glauvensbekenntniß des Patienten wüßte, hätte er lediglich, weil es einer protestantischen, katholischen und am allermeisten einer antisemitischen Clique paßt, den Frieden der Erholungszeit zu stören, nicht wohl das Recht, die Kostenlast der Krankenkassen zu vermehren und den Patienten in ein fernes und vielleicht auch sonst theureres Bad zu schicken, um so den Patienten vor den Erfolg der Kur möglicherweise beeinträchtigenden Brutalitäten zu sichern. Demnach hat das Reich nicht mehr nur ein ideales, sondern auch ein sehr großes materielles Interesse daran. daß Kurgäste in den Bädern nicht von Rüpeln behelligt und in ihrer Kur oder Erholung gestört werden. Es schwillt sonst der Reichszuschuß — es müssen ja auch die Invaliden in Betracht gezogen werden, deren Zahl sich vermehr^, wenn die Kranken nicht ungestört ihrer Kur oder Erholung leben können — noch mehr an. wodurch der ganze stolze Bau unserer Arbeiter - Bersicherungsgesetzgebung geradezu gefährdet wird. Auch das große Publikum hat ein lebhaftes Interesse daran, daß dem Unfug der konfessionellen Verhetzung in den Bädern ein Ende bereitet werde. Man macht immer so viel Aufhebens, wenn einmal bekannt wird, daß in einem Krankenhause mit allzu großem Eifer für das Seelenheil eines Patienten gesorgt wird; unseres Erachtens mit Recht, denn im Krankenhause ist der Patient in erster und letzter Reihe nur Patient. Aber das muß man doch anerkennen, daß der religiöse Nebereifer der Krankenpfleger gut -gemeint ist. Wenn also dagegen das Publikum schon