Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 63 (8.8.1904)
- Date
- 1904-08-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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45. Jahr»-»-. M 63, W IsrsM Eentrat-Hrgan für das orthodore AudenIHum. Begründet von Df. in Oftittf. Montag, de« 2.7. A!w 5884. 8. August 1904. $tr Aiiflvf kr NeGhst» kr «iprifikn Trthrkrik pgt» kn Zionisms. Wie bereits in Nr. 60 dieser Blätter kurz berichtet wurde, haben drei der hervorragendsten ungarischen orthodoren Rabbiner einen flammenden Aufruf gegen den Zionismus iin Allgemeinen und den „Misrachi" im Besonderen veröffentlicht. Diesen Aufruf haben bis heute schon ungefähr vierzig der bedeutendsten Rabbiner unterfertigt. Bei der Wichtigkeit der Sache erscheint es uns dringend geboten, den Aufruf. der in hebräischer Sprache abgefasst ist, in deutscher Uebertragung wenigstens auszugsweise einer rveiteren Oeffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Aufruf enthält eine geradezu vernichtende Kritik der Bestrebungen des „Misrachi", die geeignet ist, allen wahrhaft gesetzestreuen Kreisen des Iudenthums endlich die Augen zu öffnen, und die in weiser Borstcht den in Pressburg abzuhaltcnden „Misrachitag" unschädlich macht. Im gesetzestreuen Lager Ungarns hat der Zionismus auch in orthodoxer Hülle keine Zukunft. Dafür hat dieser Aufruf gesorgt, der unbarmherzig die Maske von den Gesichtern der orthodoren Zionisten reiht und sie als eine Gefahr für das orthodore I u - thum an den Pranger stellt. «Die zionistische Bewegung " so beginnt der Aufruf. „hat in einem kleinen Theil des gesetzestreuen Lagers in Ungarn Anhänger gefunden, und streckt nun ihre Arme aus, um noch Andere zu sangen. Zu diesem Zwecke haben sie eine allgemeine Versammlung nach einer Muttergemeinde Israels einberufen. Sie nennen sich wohl „Misrachi". aber sie sind voller Liebe für die Zionisten, über die das Urtheil längst gesprochen ist. daß sie nicht auf Gott vertrauen und auf ihren König nicht tvarten wollen. Wer nun daher sieht, wie sich der „Misrachi" anschickt, in unser Lager einzudringen, um Seelen zu fangen, dem mutz es heilige Pflicht sein, die Masken von ihren Gesichtern zu entfernen. Darum an Euch, Ihr Treuen in Israel ergeht meine Stimme: onpaci bro rvo na L2-V22 nnn W». Fliehet, fliehet diese Leute und in ihrer Versammlung werde nicht eingeschlossen Eure Ehre'." Dann wendet sich dieser Ausruf an die Pressburgcr Gemeinde mit den Worten des Propheten Maleachi: C22 pLn 'b px c;n 'N2w r.'xn n'n'n Tscn D22 "ö 121 "i „Heilige Gemeinde Pressburgs! Uebei das Wohlgefällige in den Augen Gottes und schließet die Thore der Stadt, daß die Zionisten nicht in Eure Kreise dringen. Rufet ihnen die Worte des Propheten Iesaias zu irisn d*gi 02-ro nxi »,22 D. Wer fordert dies von Euch, dass Ihr unsere Höfe zertretet, unsere Höfe, die bis heute ein Heiligthum in Israel waren." ..Wir wenden uns zu den Treuen in Israel »mb erheben bittend unsere Stimme. Unser Land war bis heute frei von der unseligen zionistischen Krankheit. Zu unserem grössten Schmerze und zum Schmerze aller Gesetzestreuen beginnt diese Plage mnn nfrron sich auch bei uns zu verbreiten. Sie haben eine Versammlung in eine unserer Städte einberufen. Unser Herz trauert und unsere Seele ist in Angst, dass das Gift hm* sich Bahn brechen könnte bei denen, die von der Tragweite der Dinge nicht unterrichtet sind. Darum dürfen wir nicht schweigen. Zion und die Thora sind in Gefahr. Wie Schofarstimme ergehe unser Ruf: Hütet Euch, daß Ihr nicht in dieses Netz gerathet, das gegen den wahren Glauben ausgebreitet ist. Denn es ist uns bekannt, dass die zionistische Bewegung eine Kulturbewegung ist. ihre Grundlagen sind Abfall und Untreue und ihre Ziele, unsere Jugend zu verführen. Darum theuere Brüder, gehet nicht mit - ihnen, hallet Eure Füße zurück von ihren Pfaden,