Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 24 (24.3.1904)
- Date
- 1904-03-24
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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581 A wie die übrigen Institutionen nochmals die gleichen Betrage erhalten. Georgensgmund, 18. Marz. Unser Herr Lehrer Adler ist zum Lehrer in der Präparanden-Schule (Talmud-Thora) in Burgpreppach berufen und bereits von der kgl. Regierung bestätigt worden. Da er es verstanden hat, durch treue Pflichterfüllung und leutseliges Wesen sich die ungetheilte Werthschätzung der ganzen Gemeinde zu erringen, so wird das Scheiden dieses strebsamen Beamten von hier allgemein bedauert. rast *ot bv 2211 r£ar Burgpreppach. Als Nachfolger des an die Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. berufenen Herrn K. Ochsenmann ist. wie wir aus sicherer Quelle erfahren, Herr Salomon Adler, z. Z. in Georgensgmünd, zum Lehrer an der Israelitischen Präparandenschule zu Vurgpreppach gewählt worden. Die Wahl hat bereits die Bestätigung der Kgl. Kreisregierung zu Würzburg erhalten. Herr Adler ist gleich seinem Vorgänger ein ehemaliger Schüler der Burgpreppacher Schule. Oesterreich. Wien. (Ein jüdischer Meisters ch w i m m e r.) Der hiesige Schwimmklub „Austria" schreibt in seinem Rechenschaftsberichte: In der Zeit vom 31. März bis 4. April gewann Ruberl in Cleveland die Meisterschaften von Amerika über 220 Uards, Vi und H englische Meile gegen erhebliche Konkurrenz bei dichten Feldern. Nunmehr folgten drei Monate systematischen Trainings unter Wählers Anleitung, worauf Ruberl im August an den Festen des Ottawa Canoe-Klnb zu Rockcliffe-Ottawa in Canada theilnahm. Die Canadischen Meisterschaften über HW) und 440 Nords und über die englische Meile an einem Tage ausgetragen und in großem Stile an sich zu reißen, waren neue Triumphe, die in dem frenetischen Beifalle der zahlreichen Zuschauer ein lebhaftes Echo fanden. Seinen Siegeslauf beschloß Ruberl durch sein treffliches Abschneiden in den Meisterschaften der Amateur Athletik-Union am 11. und 12. September, in welchen er über 220 Aards, die und 1 englische Meile jedesmal als Erster landete. 10 Meisterschaften und 5 anerkannte neue amerikanische Rekorde, bilden den Rahmen seiner glanzvollen Erfolge im vergangenen Jahre und möge er auch fernerhin fortschreiten auf dieser ruhmreichen Bahn des Championats, zu seiner und seines Vaterlandes Ehre. Frankreich. Paris, 18. Marz. Nur sechs Wochen trennen uns von den bevorstehenden hiesigen Stadtverordnetenwahlen. Die Antisemiten haben schon lange ihr Verhetzungswerk begonnen und in allen Stadtvierteln halten sie allabendlich Versammlungen ab, wo sie versuchen, den leichtgläubigen Wählern mit den alten, abgedroschenen Märchen gruselig zu machen. Soll denn die Stadt, die die Franzosen mit Stolz und auch in vielen Beziehungen mit Recht, la Ville-Luniifere nennen, wiederum die Schwach besitzen, in ihrem Gemeindeparlament eine antisemitisch-nationalistische Mehrheit zu zählen! Wir Juden haben die Pflicht, dies im Interesse des Fortschritts und auch im Interesse unserer eigenen Würde zu verhindern. Wir müssen alles aufwenden, um Paris das Schicksal von Wien zü ersparen, und dem Lügenwerk der Pariser L u e g e r ein für alle Mal ein Ende zu setzen. Neben diesem rein moralischen Grunde, an der Niederlage der Antisemiten bei den nächsten Wahlen mit aller Kraft zu arbeiten, gibt es für uns auch sehr viele praktische Gründe, das antisemitische Demagogenwerk mit aller Kraft zu. untergraben. Hier gibt es Hunderte armer russischer Juden, die auf den Märkten von Paris und Umgebung ihre Waare feilbieten und die ganz der Willkür der Munizipalbeamten ausgesetzt sind. Die städtischen Subalternbeamten richten sich ganz nach der Majorität der Stadtverordnetenversammlung, von der sie auch abhängen. Hat nun Paris das Unglück in dem neuzuwählenden Munizipalrath eine antisemitisch-nationalistische Mehrheit zu besitzen, so ist ganz ohne Ztveifel die Existenz dieser Hunderte von Familienvätern ernstlich geschädigt, mitunter sogar bedroht. Ich könnte noch mehrere Beispiele zitiren, um klar und deutlich zu beweisen, welch' ein lebhaftes Interesse wir an der Niederlage unserer Feinde haben. Es gilt daher, die sechs Wochen, die uns noch bleiben, gut auszunuhen, damit der Rassenhaß nicht sein freches Haupt erhebe und schon im Keime an seinen Lügen sterbe! Travaillons! Pi. Amerika. Nc1v-?)ork. Da im hiesigen selbstgewählten „Ghetto" sehr viele russische und rumänische Juden wohnen, leiht die „Jewish Agrikultur«! Society" hiesigen Juden, welche sich als Farmer auf dem Lande ansiedeln. erhebliche Darlehen. Im Jahre 1902 hat sie 80 jüdische Farmer angesiedelt und ihnen 41,617 Doll, geliehen. Im ersten Halbjahr 1903 erhielten 74 jüdische Farmer Darlehen im Betrage von 33,975 Dollar. Auch die „Jewish Industrial Removal Office" verfolgt den Zweck, die Einwanderung von New-Aork abzulenken. In Gemeinschaft mit dem U. O. Bne Bris wurden von der Office anderweitig hiesige Juden angesiedelt: Vom Juni 1900 bis 25. Februar 1901 1204 Personen, vom 25. Februar 1901 bis 31. Dezember 1901 1830 Personen. Im Jahre 1902 3208 Personen. Im ersten Halbjahr 1903 2721 Personen. 88 Perzent der auswärts Angesiedelten sind mit ihrer Lage zu-