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Der Israelit · 1904-03-24 · Heft 24 (24.3.1904) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 24 (24.3.1904)
Date
1904-03-24
Page
– (sequence 10)
Language
German
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530 fuitg, wenn das Studium unserer Thoralehre hinzutritt. Sie ist das Feuer, das auf dem Altäre, in dem jüdischen Hause nie verlöschen soll. Denn so beten wir täglich: nd'd: evv rrjru cny. In ihr wollen wir nachsinnen bei Tag Und Nacht. Demnach bildet das jüdische Haus die Grundlage für die weitere religiöse Entwicklung, den Altar, auf dem der Jsraelite seinen Dank, aber auch seine Schuld gegen Gott abtragen kann VTOC2 '12VV1 D'e’w^ 12"? 7! 2^'. Denn Er übt Gnade bis in's tausendste Glied denen, die Seine Gebote halten. Aber nicht allein dem Kinde, sondern auch dem halberwachsenen Jünglinge sollen die Sorgen der Eltern gelten. Und diese beginnen, sobald der Knabe der Schule entwachsen ist. In der heutigen Zeit bilden diese Sorgen einen bedeutenden Schwerpunkt, und zwar mit Hinblick auf die Schreckensgestalt des 7\zv — der Sabbatentweihung. Denn viele unserer Glaubensgenossen vermeinen nämlich. diesem Schreckensgespenste eine gute Seite abgewinnen zu können, ja es für unentbehrlich zu finden. Wenn mein Kind heute nicht am Sabbat arbeitet, was soll ich machen? Was dann beginnen? So lautet heute die unheilvolle Frage, die leider so wenig von echtem Judenthum und reinem Gottvertrauen zeugt. Ein wenig Standhaftigkeit, ein Blick in die Zukunft, das ist das Gottesschwert, um den [er, den Verführer zu überwältigen. Mit Hinblick auf das eben Erwähnte, läßt sich das heutige Judenthum mit einem Baume vergleichen, der grüne, aber auch dürre Blätter trägt. Die grünen Blätter auf dem lebendigen Baume unserer Religion, es sind die Frommen, die voni belebenden Safte unseres heiligen Glaubens durchdrungen sind. Sie hängen fest und saugen gleichsam ihre Lebensgeister aus diesem Baume. Kein Wind, ja der größte Sturm vermag sie nicht herabzureißen und diesen Baum zu entwurzeln; er ist viele lausend Jahre alt und unvergänglich. vn' e’::p*n d’jbh nreo fw n'x. Noch blühen sie im Alter, fest und saftvoll sind sie. Anders verhält es sich jedoch mit den dürren nicht lebensfähigen Blättern am Baume des Judenthums, mit den Sündern. Diese hängen nicht fest, vermögen sich darauf nicht zu halten; ihnen fehlt die Lebenskraft, die sie nicht aus dem Baume erhalten können.' Ein Windhauch, und sie liegen zerstreut auf der Erde und gehen elend zu Grunde. Und wie viele Stürme sind nicht schon über Israel hereingezogen und wie viele Prüfungen mußten wir nicht schon bestehen? Siegreich aus allen Prüfungen hervorzugehen, Opfer für unsere Religion zu bringen, das sei unsere Lebensaufgabe. Will man wahrer Jehudi sein, so muß man stets auf ein Ganzopfer bedacht sein. d. h. sich mit ganzem Herzen, ganzer Seele und Vermögen seiner Religion hingebcn. Nicht aber gleich zurückschrecken darf man. trenn die Einhaltung unserer Gebote uns eine kleine Enthaltung anferlegt. In diesem Sinne liefen der er? rx auf unser Textwort folgenden Kommentar: Der Befehl vi ist hier in strengem Tone ertheilt worden, damit sich die Priester nicht durch ra /non durch äußere Vortheile, oder um sich vor event. materiellem Schaden zu bewahren, in der Einhaltung ihrer Opferungsvorschriften irre machen lassen. So wird von f;rn' 'm im erzählt: Er verlor einst sein Portemonnaie mit Geld, und in diesem Momente wich sein Lernen von ihm. d. h. er konnte auf einige an ihn gestellte Fragen nicht antworten. Seine Genossen stellten ihn deßhalb zur Rede. Er aber antwortete: Mein Lernen steht mit meinem Herzen in Verbindung und mein Herz hängt leider am Gelde. Die Moral hiervon ist jedoch, sich in seiner Religion durch keine äußere Vortheile stören zu lassen, denn die Münze für die ewige Welt besteht nur in avra in guten Handlungen, und diese mögen stets unsere Fürsprecher sein. Zeitungsnachrichten und Correfpon-cnzen. Deutschland. Hamburg. Der vor einiger Zeit verstorbene hiesige Kaufmann Simon Hesse, hat den größten Thcil seines etwa 400,000 M. betragenden Nachlasses zu wohlthätigen Zwecken bestimmt. Der Hauptbetrag dieser Summe soll zur Errichtung eines Stifts für Frciwohnungen verwendet werden. Diese Stiftung, welche bedürftigen hiesigen Gemeindemitgliedern miethefreie Wohnung gewähren soll, wird zum Andenken an die Eltern des Stifters, sowie an den Testator und dessen Gattin selbst den Namen »Hesse- Stiftung" führen. Die Realisirung der gesammten bedeutenden Hinterlassenschaft wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die »Hesse-Stiftung" erhielt als erste Theilzahlung 120,000 M. Das jüdische Krankenhaus 3000 M., die Talmud - Thora - Realschule 22,500 M., der Frauen-Verein zur Unterstützung armer israelitischer Wittwen 3000 M. Die Verwaltung des israelitischen Begräbnißplatzes Langenfelde 2250 M., der israelitische Verein zur Unterstützung armer Greise 750 M.. das jüdische Hospital in Frankfurt a. M. 1600 M. und die israelitische Gemeinde unserer Nachbarstadt Wandsbek 2250 M. Diese Beträge sind etwa die Hälfte der den obigen Institutionen testirten Summen. Nach vollständiger Realisirung des Nachlasses werden sowohl die »Hesse-Stiftung",

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