Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 24 (24.3.1904)
- Date
- 1904-03-24
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2449986-2450010--60352-2521255- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
45. Jahrgang. rße Arilage z« J& 24 drs Israels Altar. Line Betrachtung zu w nens. Von Lehrer Schloß—A scherslebcn. raub W3 rw pnx «t re rax^ .rare bu n -1210 Mn bs raren by rnpre by rhyn a*n nbyn mw'-ran .re nprei raren tsw npsn ns Da redete der Ew!ge zu Moses wie folgt: „Befehle dem Aron und seinen Söhnen wie folgt: Das ist die > Lehre des Ganzopfers und so soll das Ganzopfer sein: auf der Brandstätte des Altarcs die ganze Nacht bis zu Morgen und das Feuer des Altares soll dabei brennen." - Diese Verordnung bezieht sich auf das Ganzopfer, das ein ständiges Feuer die ganze Nacht bis zum anderen Morgen erheischte. Dieser. Wochenabschnitt nämlich, und auch der vorige zählt in seinem Inhalte all die Arten von Opfer, ihre Bedeutung, sowie auch Anwendung auf. wie sie zur Zeit des Stiftszeltes und auch des Tempels gehandhabt wurden. Verschiedene Opfer sind dabei erwähnt, wie z. B. Sündopfer, Schuldopfer, Friedensopfer u. a. mehr. Es soll hier nicht meine Aufgabe sein, die spezielle Bedeutung all dieser Opfer zu erklären, sondern es soll nur darauf hingewiesen werden, daß unter diesen auf» gezählten und auch nicht aufgezählten Opfern das Ganzopfer den ersten Rang einnimmt. Dies mag schon deßhalb der Fall sein, weil dieses Opfer ganz in Rauch aufgehen mußte, die Priester demgemäß daraus keine Nutznießung erhielten. In zweiter Reihe sollte dieser Opfermodus der eines beständigen. täglichen sein, der die Aufmerkfamkeit der Priester Tag und Nacht auf sich lenken mußte, eine stete Huldigung Gottes, einen beständigen Dienst in Gott in allen seinen T heilen erforderte. Indem wir jedoch heute, es sei dem von Herzen geklagt, kein vravn und keine nre-p (kein Heiligthum und Opfer) mehr haben, so wird mancher glauben, die Lehre von den Opfern entbehre heute, jeder Bedeutung.. jeden Interesses. Im Gegcntbeil. es kann uns nur. recht schmerzlich berühren, das höchste Kleinod zu vermissen,. mit Hilfe dessen man früher nrewben Höchsten' rarv versöhnen konnte — den rare Altar. Doch Israel verzage nicht! Du hast noch das Pfand, das. Kleinod, um Dich stets Gott willig zu zeigen, sein. Antlitz Dir leuchten zu lassen, d. h., wenn. Du dieses Kleinod zu wahren verstehst: nurThx es sind die Kinder, Deine Kinder. r Als einst Gott seinem Volke, so heißt es km ismo die Thora geben wollte, da wollte Er dakür Bürgen haben, daß auch Seine Lehre gehalten werde. Israel wies auf die Erzväter, auf Abraham, Jsak und Jakob hin. die schon längst in den Wegen Gottes wandelten. Nein, sagte Gott, ich habe manches gegen sie einzurvenden. Darauf nannte Israel die großen Propheten. die gleichfalls im Sinne der Thora lebten. Nein, sagte hinwiederum Gott, auch gegen sie habe ich etwas anzuführen. Nun, sagte Israel, dann 'mögen unsere Kinder die Bürgschaft übernehmen. - .. Wohlan, antwortete der Heilige, gelobt sei er, diese mögen eure Bürgen sein. Denn so lange ihr eure Kinder in meinem Willen erziehet, sie mit meinen Lehren vertraut macht, solange wird die mn ihre Zauberkraft ausüben: ncre re by nps ne-u nnsn pere. peren mpe nbx .pan pnrr p ran« nre c^n nras Dies ist die Musterung des Sliftszeltes, der Wohnung des Zeugnisses, welches gemustert wurde durch Moses, dem Dienste der Leviten durch Jtamar Sohn des Hohepriesters Aron. Angesichts dieses Verses ist die Frage aufgeworfen worden: Warum ist das Wort pere zweimal erwähnt? Einige begründen es mit den zwei Tempeln, die später erbaut wurden. Hingegen andere Schrifterklärer übersetz«. rreyn ppc: Pfand des Zeugnisses, und diese Uebersetzung läßt sich an dieser Stelle rechtfertigen. Demgemäß bat sich Israel dem rms gegenüber mit seinen Kindern verpfändet; und nfn n rmy Zeugnis, bedeutet unsere Thora,, die Lehre. Also ruht auf Israel die moralische Verpflichtung, durch seine Kinder das anvertraute Gut zu erhalten und fortzu? pflanzen. Und nichts ist leichter, als , dieses Versprechen einzulösen, dem Worte unserer Ahnen Bekräftigung zu verleihen. Das kindliche Gemllth ist weich und zart; es nimmt die Eindrücke, ich meine die ersten itn elterlichen Haute, in nicht zu verwischender Weise in sich auf. Und diese ersten Eindrücke bleiben ihm erhalten, sie können sich zu den herrlichsten Bildern jüdischen Familienlebens, unvergänglich für alle Zukunft, entwickeln, d. h. wenn im elterlichen Hause der Grundstein zu solch seqenbringendem Schaffen gelegt wird. Ja. sogar diese Eindrücke bleiben in den Meisten Fällen herrliche Erinnerungen, Kleinodien einer schönen,. theuren Jugend/ " 'sv k j Wächst das Kind in solcher Weise heran, so erhalten die ausgenommen«! Eindrücke erst dann ihre Deu-