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Der Israelit · 1904-03-24 · Heft 24 (24.3.1904) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 24 (24.3.1904)
Date
1904-03-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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523 lich in ferner Abhandlung „Babylonien um das Ende der Tannaitenzeit" auf Grund der Halevy'schen Forschungen, daß auch nach der Rückkehr der Juden nach Palästina in Babylonien ein reges geistiges Leben herrschte. War auch der Schwerpunkt des religiösen und geistigen Lebens mit der Erbauung des Tempels nach Palästina verlegt, daß uns nur spärliche Nachrichten über die Entwicklung des geistigen Lebens in Babylonien übermittelt worden find, so können wir doch aus verschiedenen uns überkommenen Nachrichten schließen, daß auch in Babylonien die.Thorawiffenschaft gepflegt wurde. Außer diesen Arbeiten, die meines Erachtens die wichtigsten find, da sie uns in populärer und leichtfaßlicher Form Resultate Halevy'scher Forschungen vermitteln, enthält das Jahrbuch noch eine ganz Reihe werthvoller und interessanter Abhandlungen. Prof. Dr. Berliner gibt ein Äbensbild des Rabbenu Tam nach einer Rede, die er im Rabbinerseminar zu Berlin gehalten hat. Dr. Weinberg-Sulzbürg schreibt über „Die hebräischen Druckereien in Sulzbach" In fesselnder Form schildert er die Männer, die diesen Druckereien vorgestanden haben und gibt uns genauen Aufschluß über den Streit zwischen Salman Fränkel und die Gebr. Props in Amsterdam; ein Streit, der seiner Zeit viel von sich reden machte und sogar den rar« pnx beschäftigte. Am Schluffe gibt er ein Verzeichniß der in Sulzbach erschienenen Werke. Dr. Eduard Biberseld theilt einen Theil aus einer größeren Arbeit mit. die das Verhältniß der halachischen Exegese zu der.Wortstnnerklärung behandeln soll. Wir vermissen bei dieser Arbeit einen Hinweis auf Samson Raphael Hirsch, den unerreichten Meister dieser Art Exegese. Namentlich bei der Behandlung des TOHSTi r.xpca rma wäre ein solcher Hinweis auf Hirsch umsomehr am Platze gewesen, als es meines Erachtens dem Verfasser durchaus nicht gelungen ist, seine These erfolgreich zu verfechten, abgesehen davon, daß ihm der 11« k*:;i der Bereitha rc xep x:: unbekannt gewesen zu sein scheint. Herr Rabbiner Dr. Bamberger-Hanau bespricht sechs neue Editionen des arabischen xiravi it.tb Er macht darauf aufmerksam, daß die Editoren den eigentlichen Zweck derartiger Bearbeitungen, der doch kein anderer sein kann, als eine auf Grund des kritisch bearbeiteten Originals von den anhaftenden Fehlern befreite hebräische Uebersetzung zu bieten, nicht immer berücksichtigen. Professor Dr. S u l z b a ch bespricht die diesjährige Lieferung des Vereins „Mekize Nirdamim". Kleinere Beiträge lieferten noch Dr. David Hofsmann- Verlin: „Zur talmudischen Lexikographie/ Dr. Wrefchner-Samter: „Dominutiv-Vildungen im Talmud/ Unter dem Titel „Miscellen" werden von Lipinsky-Frankfurt a. M. einige Inschriften aus . Südrußland, und von Lieben-Prag einige Eintrag- ' ungen des Rabbinats-Protololls zu Prag, die das Verhältniß R. Ezechiel Landaus zu R. Jonathan Eibenschütz behandeln, mitgetheilt. 'i;; So hat denn das Jahrbuch schon im ersten Jahr- ' gang eine solche reiche Fülle wissenschaftlicher Arbeiten geboten, daß wir der weiteren Arbeit der Gesellschaft , mit großem Interesse entgegensehen. Und wenn eS mir gestattet ist, einen Wunsch auszusprechen, so mochte ich die Leiter der Literarischen Gesellschaft bitten, daß ' sie, entgegen der im Vorwort des vorliegenden Jahr- - buchs ausgesprochenen Absicht, im nächsten Jahrbuch die neuere Geschichte zu bearbeiten, darauf sehen soll/ ' Arbeiten aus der Periode der Tannaim und Amoraim zu bringen, denn nirgends haben sich so viele Mißverständnisse eingeschlichen, als in Darstellungen dieser- Periode, und was wichtiger ist, wir haben auch für keine Periode derartige Vorarbeiten wie für diese Zeit — in den Arbeiten Halevhs. Möge es der Gesellschaft gelingen, ihre Ziele zu erreichen, die keine anderen sind, als die Wiedergewinnung unserer Wissenschaften für das wahre Judenthum — also für die Wahrheit und - die Wahrheit für die Wissenschaft. Zeitungsnachrichten und Eorrefyondenzen. Deutschland. Berlin. Der „Kreuzzeitung" müssen alle Dinge ■' zum Besten dienen. Sie saugt selbst Honig aus dem Nachweise des Abgeordneten Eickhoff, daß die jüdischen Mitbürger im Heere zurückgesetzt werden. Zwar widerlegen kann sie den von Eickhoff gebrachten ziffernmäßigen Nachweis nicht; aber sie sucht es wenigstens so darzustellen, als ob gerade im gegenwärtigen Augenblicke die Anregung des Abgeordneten Eickhoff wenig angebracht gewesen sei. Um diese aus der Lust gegriffene Behauptung zu beweisen, muß sich die „Kreuzzeitung" freilich des Mittels gröbster Demagogie bedienen. Sie spricht nämlich die ungeheuerliche Verleumdung aus, daß „Sozialdemokraten und zahlreiche Kreise des Judenthums im Grunde unter einer Decke stecken und sich gegenseitig in die Hände arbeiten"; sie spricht weiter von einer „starten Betheiligung der Juden an allen revolutionären Umtrieben." Der Kniff,. dessen sich die „Kreuzztg." dabei bedient, liegt auf der Hand. Sie macht für das Verhalten einzelner Israeliten das ganze Judenthum verantwortlich. Mit demselben Rechte könnte man den hohen Adel für.das Per-, halten des Prinzen Arenberg verantwortlich machen. Und wie war es mit dem Attentäter Nobiling, unter dessen Verwandten sich ein Geheimer Oberfinanzrath, ein Geheimer RechnungSrath, ein Geh. Regierung^

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