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Der Israelit · 1904-03-21 · Heft 23 (21.3.1904) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 23 (21.3.1904)
Date
1904-03-21
Page
– (sequence 20)
Language
German
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516 neuesten Forschungen in bester Form, indem sie jene für die Entwicklung des Judenthums wichtige Zeit vorführten. Es find durchweg reife Arbeiten, die von tiefer Quellenkunde zeugen. Nicht nur werden üicle bisher angenommene Hypothesen berichtigt, sondern eine neue und intimere Erkenntniß der Träger der Zeitgeschichte vermittelt. Aus diesen Arbeiten läßt sich vieles lernen, denn manch ungewisser Punkt der Geschichte erscheint in klarer, quellenmäßiger Beleuchtung. lieber die an erster Stelle des Buches veröffentlichte Rede Prof. Berliner's haben wir nur zu sagen, daß sie ein Vergnügen zu lesen und wiederholt zu lesen sei. Besonders sei auf den Aufsatz von Biberfeld hingewiesen, der ein neues Forschungsgebiet eröffnet. Wir wünschen dem neuen Jahrbuche zahlreiche Leser und hoffen, daß in ihm ein neues Organ für die höchsten Interessen unseres Stammes erstanden sei: für unsere Wissenschaft. - Krrltrrrhitzoris ch es. Hermann HeiZcrmans jr., Sabbat. Eine Studie. Einzig autorisirte, nach dem Manuskript hergestellte Uebersetzung von R. R u b e n. Verlag von Bruno Feigenspan. Pößneck i. Thür. (8* 80 Seiten, elegant broschiert 1 Mk.) Das neueste Werk Heijermans „Sabbat*, übersetzt von R. Rüben, ist soeben erschienen. Es zeichnet sich, wie alle Schöpfungen des holländischen Denkers und Schriftstellers — man erinnere sich nur an seine „Ausgewählte Falkland-Skizzen* und „Interieurs* — durch eine ungewöhnliche Behandlung des Stoffes und durch eine spannende Schreibweise aus. Im Mittelpunkte der kulturhistorischen Studie steht das Leben und Treiben des Amsterdamer Judenviertels. Ohne Liebe, nur mit dem kritischen Blick des Beobachters führt uns der Verfasser in das Milieu des Amsterdamer Judenviertels. Ihm find die vorkommenden Judenfiguren nur Modelle, die er nach Gefallen umschafft, um an ihnen seine Kunst des Schilderns zu zeigen. Man vermeint förmlich die üblen Gerüche zu verspüren, die er mit seiner Feder meisterhaft zu beschreiben versteht. An einem Fehler, einem gewaltigen Jrrthum, krankt seine Skizze, wie auch seine übrigen Werke über die Juden. Was er Schlechtes von ihnen sieht, und er will mehr Schlechtes als Gutes sehen, das hält er nicht für die Folge des jahrhundertelangen Drucks, der auf ihnen lastete, nicht für die Folge der Entwicklung, die die Juden auch in den Niederlanden durchmachen mußten, das hält er einzig und allein für die naturgemäßen Folgen der Beibehaltung des jüdischen Gesetzes, für die Folge der Beobachtung der Gebote unserer Religion. Und daher kommt es. daß die Schilderungen Heijermans sich eher ausnehmen wie ein antisemitisches Pamphlet, als wie Beobachtungen eines unparteiischen Be- ' schauers. I. L. „Aus Vergangenheit und Gegenwart der Jude» und der jüdischen Gemeinden in de» Posener Landen,* von Rabb. Dr. A. Heppner in Koschmin und Lehrer I. Herzberg in Bromberg. 1904. Israel Tuch. Koschmin. Heft I. 75 Pfennig. Die Herausgeber wollen, wie wir aus einer diesem ersten Hefte angefügten Ankündigung entnehmen, in ihrer Schrift außer sehr werthvollen Mittheilungen aus der Vergangenheit der Juden in den Posener Landen „jüdische Gemeindebilder aus der Provinz Posen* darbieten. In diesen Gemeindebildern, die mit Illustrationen versehen werden sollen, soll insbesondere gezeigt werden, wie sich die einzelnen Gemeinden der Provinz Posen von der Zeit ihrer Begründung bis zur Gegenwart entwickelt haben. Ehrwürdige Gestalten, deren Andenken noch in der Erinnerung der gegenwärtigen Generation lebt, sollen vorgeführt werden. Nicht minder sollen die Verdienste all derjenigen Männer, die den Posener Landen entstammen, die weit über die Grenzen des heimathlichen Kreises einen Namen erlangt haben, auf welche die jüdische Gesammtheit stolz sein kann, und deren Zahl ist nicht gering, sollen Erwähnung finden. Es kann nicht geleugnet werden, daß die Herausgeber, wenn sie das halten, was sie hier versprechen, in ihrer wirklich hochinteressanten Schrift ein Werk schaffen werden, das nach Inhalt und Form einzig dasteht in seiner Art. Besitzen wir doch bis heute noch kein einziges jüdisches Geschichtswerk, das außer der Provinzgeschichte auch gleichzeitig die Entwicklungsgeschichte der in Betracht kommenden einzelnen Gemeinden enthält. Von allen Provinzialgeschichten ist aber gerade diejenige der Provinz Posen, welche ein umso größeres, allseitiges Interesse darbietet, als sie ein gar wechselvolles Bild zeigt und zudem mit der „Geschichte der Juden in Posen* zu einem großen Theile zusammenfällt. Wir wollen daher nicht unterlassen, das Werk auf's angelegentlichste zu empfehlen; dasselbe erscheint in etwa 12—15 Lieferungen zu je 75 Pfg. —Im. The Jewish Encyclopedia. Verlag FunkLWagnales. Newyork und London. Dieses wahrhaft monumental angelegte und in jeder Beziehung prachtvoll ausgestattete Werk, zu dessen würdiger Durchführung sich bekanntlich unter der Leitung von Dr. I. Singer in Newyork eine nach Hunderten zählende Reihe von gelehrten Theologen. Historikern, Geographen. Kunstforschern, Literaten. Statistikern. Medizinern vereinigt hat. ist nunmehr bis zum fünften Bande fortgeschritten. Dieser Band umfaßt die Artikelserie von Dreyfus-Brifac an bis zu Grab. Besonders reichhaltig ist gerade der vorliegende Band an Auf-

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